Ernst Krohn
deutscher Kameramann, Regisseur und Drehbuchautor
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Max Richard Ernst Krohn (* 25. Dezember 1868 in Prenzlau; † 4. August 1959 in Berlin) war ein deutscher Kameramann der Stummfilmzeit.
Leben und Wirken
Ernst Krohn war ein Sohn des Schuhmachermeisters Rudolf Krohn und seiner Frau Auguste, geb. Hamann.[1] Zu seiner frühen Biographie liegen keine Informationen vor; zum Zeitpunkt seiner Heirat mit Margarete Noack 1894 war er Fotograf.[2] 1913 wurde er von Alfred Duskes als Kameramann in sein Literaria-Atelier[3] in Berlin-Tempelhof engagiert.[4] Er entwickelte sich zu einem gefragten Kameramann der 1920er-Jahre, fotografierte nicht nur, sondern schrieb bei vier Filmen (Der Jubiläumspreis 1917, Sr. Hoheit Brautfahrt 1918, Mausefalle 1918, Unikum 1919) auch am Drehbuch mit und führte zudem bei den letzteren beiden Filmen Regie.
Krohn stand bei einem Großteil der Filme von Franz Hofer (= FH) an der Kamera, arbeitete aber auch für Regisseure wie Richard Oswald (= RO), Bruno Rahn (= BR), Rolf Randolf (= RR), Walter Schmidthässler (= WS) und Jaap Speyer (= JS). Er fotografierte 1916 das „Phantastische Schauspiel“ Dr. Satansohn von Edmund Edel, 1919 die zweite[5] Verfilmung von Felix Hollaenders Roman Der Eid des Stephan Huller, der 1925 Vorlage zu Ewald André Duponts berühmtem Film Varieté werden sollte, und 1921 den später von der Zensur verbotenen Propagandafilm Die schwarze Pest. Verboten wurde 1923 auch der 1919 von ihm fotografierte Film Irrwahn nach dem Buch von Gertrud David, mit dem Hans Werckmeister vor dem Bolschewismus warnen wollte.
Nach 1927 sind keine Filme mehr mit Ernst Krohn nachweislich. Er starb im Alter von 90 Jahren in Berlin-Schöneberg.[6]
Weiteres
Der Film- und Operettenkomiker Fred Kronström war sein Sohn.[7] Er wirkte als Darsteller in einigen der Filme[8] mit, die sein Vater fotografierte. 1926 assistierte er bei Gern hab’ ich die Frauen geküßt der Regie. Seit 1945 war Kronström Mitglied im Ensemble des Metropoltheaters in Berlin. Bei der DEFA und beim DFF übernahm er einige Nebenrollen.
Ernst Krohn ist nicht zu verwechseln mit dem bildenden Künstler gleichen Namens, der am 16. Oktober 1911 im finnischen Helsinki geboren wurde und 1934 gestorben ist. Er hinterließ Aquarelle und Ölbilder von Landschaften und Personen.
Filmografie
- 1915: Marionetten
- 1915: Fürstliches Blut (GECD #22869)
- 1915: Mädels, 'ran an die Front (GECD #29086)
- 1915: Die Goldfelder von Jacksonville [RO]
- 1916: Hoffmanns Erzählungen [RO]
- 1916: Zirkusblut [RO]
- 1916: Seine letzte Maske [RO]
- 1916: Dr. Satansohn. Phantastisches Schauspiel.
- 1916: Der Ring des Schicksals
- 1916: Das Riesenbaby [FH]
- 1916: Heidenröschen [FH]
- 1916: Dressur zur Ehe [FH]
- 1916: Der Posaunenengel [FH]
- 1916: Wir haben’s geschafft [FH]
- 1916: Der gepumpte Papa [FH]
- 1916: Tote Gedanken [FH]
- 1916: Das zweite Ich [FH]
- 1917: Seltsame Menschen [FH]
- 1917: Fräulein Pfiffikus [FH]
- 1917: Die Nottrauung [FH]
- 1917: Rauschende Akkorde [FH]
- 1917: Das Luxusbad [FH]
- 1917: Der Jubiläumspreis (GECD #26448) [Drehbuch]
- 1917: Moritz Meyer als Gerichtsvollzieher (GECD #30114)[9]
- 1918: Die schleichende Gefahr [FH]
- 1918: Wenn Frauen lieben und hassen [JS]
- 1918: Seelen in Ketten [FH]
- 1918: Stürme des Lebens [FH]
- 1918: Die Glocke [FH]
- 1918: Leutnant Mucki [FH]
- 1918: Die Mausefalle (auch Co-Autor am Drehbuch und Regie)
- 1918: Und wenn der Flieder wieder blüht (GECD #36267)
- 1918: Pucky bringt es an den Tag (GECD #31889)
- 1918: Das Patschuli-Mäuschen [FH]
- 1918: Der Bettler von Savern [FH]
- 1918: Sr. Hoheit Brautfahrt (auch Co-Autor am Drehbuch) [FH]
- 1918: Ein Flammentraum [JS]
- 1919: Tanzendes Gift (GECD #35105)[10]
- 1919: Irrwahn (Regie: Hans Werckmeister)
- 1919: Der Eid des Stephan Huller
- 1919: Hängezöpfchen [FH]
- 1919: Meier & Sohn [FH]
- 1919: Die Angelfreunde [FH]
- 1919: Die Heimat [FH]
- 1919: Im Schatten des Geldes
- 1919: Gewalt gegen Recht
- 1919: Der Kinoprinz (GECD #27090)
- 1919: Der Weltverächter (GECD #38108) [RR]
- 1919: Unikum (auch Drehbuch und Regie) (GECD #36360)
- 1919: Göttin, Dirne und Weib[11] [WS]
- 1919: Mysterien der Venus [WS]
- 1919: Ich kenne in der Vorstadt ein kleines Hotel (GECD #25386) [RR]
- 1919: Kronprinz Rudolph oder Das Geheimnis von Mayerling[12] [RR]
- 1920: Ferréol. Ein Kampf zwischen Liebe und Pflicht [FH]
- 1920: Der Fürstenmord, durch den Millionen starben[13] [RR]
- 1920: Der Riesenschmuggel [FH]
- 1920: Unter der Dornenkrone. Mexikos Kaisertragödie [RR]
- 1920: Die Nackttänzerin [WS]
- 1920: Materia - Club der Toten
- 1921: Der Mann im Schrank
- 1921: Der letzte Mensch
- 1921: Die schwarze Pest (Doku)[14]
- 1921: Das Geheimnis der Santa Margherita [RR]
- 1922: Der alte Gospodar[15] [RR]
- 1922: Die Rache des Marquis Dokama
- 1922: Im Rausche der Milliarden
- 1923: Der Fechter von Ravenna
- 1924: Orts-Propagandafilm Niederschönhausen (Doku)
- 1926: Die schwarze Hanne
- 1926: Gern hab’ ich die Frau’n geküßt [BR]
- 1926: Frauen, die den Weg verloren [BR]
- 1926: Hölle der Liebe [BR]
- 1927: Vom Leben getötet. Bekenntnisse einer 16jährigen [FH]
- 1927: Elternlos [FH]
Literatur
- Friedrich von Zglinicki: Der Weg des Films. Textband (= Der Weg des Films. Band 1). Rembrandt, Berlin 1956 (Neuauflage: Georg Olms Verlag, Hildesheim 1979), S. 348.
- Kühns Film-Almanach. Praktischer Wegweiser durch die gesamte Kinematographie. Jahrgang 5, Verlag Gustav Kühn, Berlin 1921, DNB 010565892, S. 140.
- Kühns Film-Almanach. Praktischer Wegweiser durch die gesamte Kinematographie. Jahrgang 4, Verlag Gustav Kühn, Berlin 1920, DNB 010565892, o. S.
Weblinks
- Ernst Krohn bei IMDb
- Ernst Krohn bei filmportal.de
- Ernst Krohn bei The German Early Cinema Database, DCH Cologne #4098
- Ernst Krohn, Kameramann, bei Thomas Städeli