Ernst Schick
deutscher Geiger und Komponist
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Leben
Schick kam mit seinem Vater, einem Tanzmeister, in jungen Jahren nach Amsterdam und erlernte dort das Violinspiel. Sein Lehrer war Johann Adam Kreusser (1732–1791), der Leiter des Amsterdamer Theaterorchesters.
1774 wurde Schick Mitglied der Mainzer Hofkapelle des dortigen Kurfürsten Friedrich Karl Joseph von Erthal, wo er unter Vincenzo Righini zweiter Kapellmeister war. Ab 1788 fungierte er außerdem als Kapellmeister am Mainzer Nationaltheater. Am 22. Februar 1789 heiratete er in Mainz die Sängerin Margarete Luise Hamel (1768–1809).
Im Sommer 1782 unternahm Schick eine Konzertreise nach Berlin, wo er am 26. Juli und 12. September im Konzertsaal des Gastwirts Johann Friedrich Corsica (1738–1811) auftrat.[2] Weitere Stationen dieser Tournee waren Warschau und Hamburg. Dort spielte Schick Mitte August in einem Privatkonzert eines der bahnbrechenden, 1781 erschienenen Sechs Streichquartette op. 33 von Joseph Haydn, – zusammen mit Friedrich Benda (2. Violine), A. (?) Hofmann (Viola) und Jean-Balthasar Tricklir (Violoncello).[3] In Hamburg konzertierte er am 9. und 16. November noch im Schauspielhaus am Gänsemarkt,[4] am 17. November in einem Privatkonzert des Musikalienhändlers Johann Christoph Westphal (1727–1799) sowie am 1. März 1783.[5]
Zu Schicks Mainzer Schülern zählten Johann Kreusser (1763–1833) und George Bridgetower (1778–1860), dessen Vater von 1786 bis 1788 Kammermohr am Mainzer Hof war.
Im Winter 1792/93 hielten sich Schick und seine Frau in Frankfurt am Main auf und trafen dort mit König Friedrich Wilhelm II. zusammen, der ihnen ein Engagement in Berlin anbot. 1793 zog das Ehepaar daraufhin in die preußische Metropole, wo Schick eine Anstellung an der Königlichen Kapelle erhielt. 1813 wurde er zum Konzertmeister ernannt.
Schick wohnte zuletzt in der Friedrichstadt in dem Haus Friedrichstraße 179 Ecke Taubenstraße.[6] Er leitete noch am 10. Dezember 1815 ein Konzert der Gebrüder Müller und starb in der Nacht darauf „am Schlagflusse“.[7] Am 15. Dezember wurde er beerdigt.
Werke
Von Schick erschienen ab 1783 sechs Violinkonzerte im Druck, außerdem einige Lieder.
Nachkommen
Ernst Schick und seine Frau hatten mehrere Kinder:
- Juliane „Julie“ Schick (* 17. Dezember 1789 in Mainz; † 1861 in Eichberg bei Schildau, Niederschlesien)[8] debütierte 1807 als Sängerin und heiratete 1810 in Berlin Carl Friedrich Ludwig von Schätzel. Ihre gemeinsame Tochter Pauline von Schätzel (1811–1882) wurde ebenfalls Sängerin, verließ die Bühne aber schon 1832 nach ihrer Verehelichung mit dem Berliner Hofbuchdrucker Rudolph Ludwig Decker (1804–1877).
- Friedrich Schick (* 6. November 1794 in Berlin; † 28. November 1860 ebenda) wurde Klarinettist und Militärmusiker.
- Margaretha Josepha Schick (getauft am 9. August 1799 in Berlin).[9]
- Johann Friedrich Wilhelm Schick (getauft am 13. April 1806 in Berlin).[10]
- Ursula Schick (Lebensdaten unbekannt).
Literatur
- Anonymus, Ernst Schick in Haag 1756 im October gebohren, ein vortreflicher Violinspieler, in: Magazin der Musik, hrsg. von Carl Friedrich Cramer, Jg. 1, 2. Hälfte vom 25. Juli 1783, S. 764–766 (Digitalisat)
- Carl von Ledebur, Tonkünstler-Lexicon Berlin’s von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart, Berlin 1861, S. 500 (Digitalisat)
- Wilhelm Joseph von Wasielewski, Die Violine und ihre Meister, Leipzig 1883, S. 280 (Digitalisat)
- Adam Gottron, Mainzer Musikgeschichte von 1500 bis 1800, Mainz 1959, S. 181f., 185, 194, 200 (Digitalisat)
- Axel Beer, Ernst Schick – Neues zu seinen Konzertreisen, in: Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische Musikgeschichte, Nr. 88 vom Juni 2016, S. 56–58
- Musik und Musikleben am Hof des Mainzer Kurfürsten Friedrich Karl Joseph von Erthal, hrsg. von Axel Beer, Ursula Kramer und Klaus Pietschmann, Mainz: Schott 2021