Erwin Stroß

österreichischer Unternehmer und Politiker (SPÖ) From Wikipedia, the free encyclopedia

Erwin Stroß (* 6. März 1928 in Graz; † 3. Mai 2023 ebenda) war ein österreichischer Unternehmer und Politiker (SPÖ).

Vom 9. Juli 1986 bis zum 18. Oktober 1991 gehörte er dem Steiermärkischen Landtag in zwei Gesetzgebungsperioden an.

Leben und Wirken

Erwin Stroß wurde am 6. März 1928 in Graz geboren und absolvierte nach Volks- und Hauptschule eine Lehre zum Büromaschinenmechaniker. Im Jahr 1952 schloss er seine Meisterprüfung ab und war in weiterer Folge Geschäftsführer eines Büromaschinenunternehmens. Drei Jahre später machte er sich in seiner Heimatstadt mit einem eigenen Unternehmen, der Erwin Stross Büromaschinen GmbH, selbstständig und trat noch im selben Jahr dem Freien Wirtschaftsverband (später Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband) bei. Innerhalb des Verbands wurde er 1970 zu dessen Landesobmann für die Steiermark gewählt und hatte dieses Amt bis ins Jahr 2011 über 40 Jahre durchgehend inne. Im selben Zeitraum trat er nach 57 Jahren auch als Geschäftsführer der Erwin Stross Büromaschinen GmbH zurück.[1] Bereits ab 1960 übernahm er zahlreiche Funktionen in der Wirtschaftskammer und engagierte sich sowohl in der Lehrabschlussprüfungs- als auch in der Meisterprüfungskommission der Mechatroniker. Auch in der SPÖ Steiermark bekleidete Stroß unterschiedliche Funktionen.

Nach der Landtagswahl in der Steiermark 1978 wurde Stroß von der SPÖ sowohl im ersten als auch im zweiten Ermittlungsverfahren als einer der Ersatzmänner hinter den gewählten Abgeordneten nominiert.[2] Zu diesem Zeitpunkt wohnte er bereits in der Pfitznergasse 6 im Grazer Stadtteil Wetzelsdorf, in der er bis zu seinem Tod lebte.[2] Bereits vier Jahre zuvor war er nach der LT-Wahl 1974 im ersten Ermittlungsverfahren als einer der Ersatzmänner hinter den gewählten Abgeordneten nominiert worden.[3] Im April 1979 rückte Stroß, der seit Juni 1977 Ersatzmitglied gewesen war,[4] nach dem Ausscheiden von Hofrat Walter Adam als ordentliches Mitglied in das Kuratorium der Landes-Hypothekenbank Steiermark nach; neues Ersatzmitglied wurde der Oberlandesgerichtsrat Immo Klusemann.[5] Nach Erlass einer neuen Satzung durch den Steiermärkischen Landtag am 10. Dezember 1980 wurde er im Jahr 1981 von der Sozialistischen Partei Österreichs gemeinsam mit Walter Gratsch und Erich Klusemann für die Wahl in den Aufsichtsrat der Landes-Hypothekenbank Steiermark vorgeschlagen und in ebendiesen gewählt.[6] Seitens der Österreichischen Volkspartei wurden Ulfried Hainzl, Leopold Dorfer und Ferdinand Prirsch (Sohn des gleichnamigen Politikers) vorgeschlagen.[6] Im Juli 1987 wurde Stross ein weiteres Mal für sechs Jahre in den Aufsichtsrat der Landes-Hypothekenbank Steiermark gewählt.[7] Wenige Tage später wurde er in der konstituierenden Sitzung der Landes-Hypothekenbank Steiermark zum Vorsitzendenstellvertreter hinter Ulfried Hainzl gewählt.[8]

Ab dem Jahr 1985 war er zudem als Vizepräsident des Freien Wirtschaftsverbandes Österreichs tätig und wurde nach dem gesundheitsbedingten Ausscheiden von Josef Prutsch[9] in der letzten Sitzung der X. Gesetzgebungsperiode des Steiermärkischen Landtags als Nachrücker Abgeordneter des Landtags.[10] In derselben Sitzung rückte auch Rupert Flicker für den überraschend verstorbenen Günther Horvatek nach.[10] Danach gehörte er dem Landtag noch während der gesamten XI. Gesetzgebungsperiode als Abgeordneter an, ehe er aus dem Landtag ausschied. Bei der 3. Sitzung der XI. Gesetzgebungsperiode des Steiermärkischen Landtages am 6. Dezember 1986 wurde Stroß von der SPÖ als eines der Ersatzmitglieder bei der Wahl der Bundesräte vorgeschlagen und gewählt.[11] Rund um sein Ausscheiden aus dem Steiermärkischen Landtag schied er auch aus dem Aufsichtsrat der Landes-Hypothekenbank Steiermark aus, woraufhin Oswin Kois auf seinen Platz nachrückte.[12]

Stroß, der sich bis ins hohe Alter für die Wirtschaft in der Steiermark einsetzte und erst mit 83 Jahren als Landesobmann des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands zurücktrat, stellte sich noch mit 81 Jahren einer Wirtschaftskammerwahl. Vom steirischen Wirtschaftsverband wurde er zu dessen Ehrenpräsident ernannt und nahm bis kurz vor seinem Ableben an dessen Veranstaltungen teil.

In Anerkennung seiner Leistungen für die steirische Wirtschaft wurde Erwin Stroß mit mehreren Auszeichnungen geehrt, darunter der Silbernen Ehrenmedaille der Kammer der gewerblichen Wirtschaft sowie dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Steiermark. Bereits in den 1980er Jahren war er zum Kommerzialrat ernannt worden.

Am 3. Mai 2023 starb Stroß mit 95 Jahren in seiner Geburts- und Heimatstadt Graz. Eine Verabschiedung im familiären Rahmen fand am 11. Mai 2023 in der Feuerhalle Graz statt.[13]

Einzelnachweise

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