Josef Prutsch

österreichischer Bundesbahnbediensteter und Politiker (SPÖ) From Wikipedia, the free encyclopedia

Josef Prutsch (* 17. März 1926 in Lichendorf bei Murfeld; † 29. Oktober 2012) war ein österreichischer Bundesbahnbediensteter und Politiker (SPÖ).

Vom 4. Juli 1980 bis zum 17. Juni 1986 gehörte er dem Steiermärkischen Landtag in zwei Gesetzgebungsperioden an.

Leben und Wirken

Josef Prutsch wurde am 17. März 1926 in Lichendorf bei Murfeld geboren und trat nach abgeschlossener Schulausbildung bei der Deutschen Reichsbahn als Lehrling ein. Während des Zweiten Weltkriegs war er ab März 1944 bei der Wehrmacht stationiert und war von Mai bis September 1945 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Nachdem er aus dieser entlassen worden war, kehrte er wieder in die Heimat zurück, wo er fortan bei den Österreichischen Bundesbahnen beschäftigt war. Anfangs als Fahrdienstleiter stieg er später zum Bahnhofsvorstand und Bundesbahn-Oberrevident auf und war als solcher bis zu seiner Pensionierung 1980 beschäftigt, zuletzt am Bahnhof Spielfeld-Straß[1]. Bereits während seiner Tätigkeit bei den ÖBB engagierte sich Prutsch politisch. Er gehörte 30 Jahre lang dem Gemeinderat an und war 20 Jahre lang Gemeindekassier – zunächst in der damals eigenständigen Gemeinde Lichendorf und nach der Zusammenlegung von Lichendorf, Oberschwarza, Seibersdorf bei Sankt Veit, Unterschwarza und Weitersfeld an der Mur im Jahr 1969 in der Gemeinde Murfeld. Darüber hinaus gehörte er der Bezirksorganisation der SPÖ im Bezirk Radkersburg an, deren Bezirksobmann er viele Jahre lang war. Bei der Nationalratswahl in Österreich 1979 stand Prutsch als Nummer 41 auf der Liste der Sozialistischen Partei Österreichs in der Steiermark, schaffte jedoch nicht den Einzug in den Nationalrat.[2]

Nach dem Ausscheiden von Walter Gratsch, Gerhard Heidinger und Adalbert Sebastian am 30. Juni 1980 kam er bei der 19. Sitzung am 4. Juli 1980 zusammen mit Günther Ofner und Alexander Freitag als Nachrücker in den Steiermärkischen Landtag, dem er daraufhin über die restliche IX. sowie die gesamte nachfolgende X. Gesetzgebungsperiode als Abgeordneter angehörte. In der vorletzten Sitzung der X. Gesetzgebungsperiode wurde bekannt, dass Prutsch sich aufgrund seines damaligen Gesundheitszustandes nicht mehr in der Lage sah, seine Funktion als Mitglied des Steiermärkischen Landtags weiter auszuüben.[3] Ihm folgte in der letzten Sitzung der X. Gesetzgebungsperiode Erwin Stroß als Nachrücker; zugleich rückte Rupert Flicker für den überraschend verstorbenen Günther Horvatek nach.[4] In seiner Zeit als Abgeordneter gehörte er einer Vielzahl von Ausschüssen im Landtag an. Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag war der gebürtige Südsteirer noch über mehrere Jahre hinweg in der Landwirtschaftskammer Steiermark als Landwirtschaftskammerrat aktiv, ehe er auch diese Tätigkeit niederlegte. Seine Hauptaugenmerk legte Prutsch auf das Arbeitsplatzprogramm im Bezirk Radkersburg und setzte sich intensiv für die Entwicklung des ländlichen Raums, den Ausbau der Infrastruktur und die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs ein. Im Laufe seines Lebens wurde er für seinen Einsatz vielfach geehrt und ausgezeichnet.

Aus seiner Ehe mit seiner 2010 verstorbenen Ehefrau Justine gingen zwei Söhne hervor. Sein Sohn Günther (* 1952) war ebenfalls über viele Jahre in der Gemeinde-, Landes- und Bundespolitik aktiv.

Am 29. Oktober 2012 starb Prutsch im Alter von 86 Jahren.

Einzelnachweise

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