Erysipeloid

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Das (dem Erysipel ähnliche) Erysipeloid oder der Schweinerotlauf (Rhusiopathia suis), kurz auch Rotlauf, ist eine bei Menschen selten auftretende erythematöse Hauterkrankung, die durch Erysipelothrix rhusiopathiae hervorgerufen wird. Der Schweinerotlauf ist eine für Schweine oft tödliche Krankheit, die als (Anthropo-)Zoonose auch bei Schafen, Rehen und anderen Tieren (insbesondere Wildtieren und Fischen) vorkommt.[1]

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Klassifikation nach ICD-10
A26.0 Haut-Erysipeloid
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Klassifikation nach ICD-11
1B96 Erysipeloid
ICD-11: EnglischDeutsch (Vorabversion)
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Erreger

Erysipelothrix rhusiopathiae ist ein grampositives, nichtsporenbildendes, fakultativ anaerobes, stäbchenförmiges Bakterium, das bei vielen Tieren in der Normalflora gefunden werden kann und weltweit verbreitet ist.

Epidemiologie

Das Auftreten eines Erysipeloids beim Menschen ist weiterhin selten. Ein erhöhtes Risiko besteht für Berufsgruppen mit häufigem Tierkontakt, darunter Schlachthofpersonal, Landwirte, Fischereiarbeiter und Tierärzte. Bei beruflich bedingter Infektion kann eine Erkrankung als Berufskrankheit angezeigt werden. Man infiziert sich über kleine Hautläsionen.

Symptomatik

Mensch

Die Inkubationszeit beträgt bis zu sieben Tage. Danach treten zunächst lokale und später auch sich möglicherweise ausbreitende, schmerzhafte Rötungen der Haut am Ort des Erregereintritts, typischerweise an den Händen, auf. Fieber und Allgemeinsymptome sind selten. Die Entzündung verläuft eiterfrei und in der Regel nach 14 bis 21 Tagen selbstlimitierend.

Schwein

Bei der häufigsten und zugleich gefährlichsten Form kommt es zu einer akuten, schnell verlaufenden Verbreitung des Erregers im ganzen Körper mit hohem Fieber. Die Tiere vergraben sich meist im Streu und verlieren die Fresslust. An den weniger behaarten Körperstellen kommt es oft aber nicht immer zur Bildung roter Flecke, die der Erkrankung den Namen Rotlauf eingetragen haben. Ohne tierärztliche Behandlung tritt meist der Tod des Tieres nach wenigen Tagen ein.[2]

Da eine Immunität weder beim Tier noch beim Menschen auftritt, kommen – zumal bei fortbestehender Exposition – häufige Wiedererkrankungen vor.

Komplikationen

Selten treten als Komplikationen septische Prozesse oder Endokarditiden auf.

Nachweis und Therapie

Der Erreger kann mikroskopisch in den Läsionen nachgewiesen und in Kultur gezüchtet werden.
Eine kausale antibiotische Therapie bei Infektionen mit dem Vancomycin-resistenten Erreger – geeignet sind unter anderem β-Lactame wie Penicillin oder Ampicillin (auch kombinierbar mit einem Aminoglykosid) sowie alternativ Doxycyclin[3]  – ist häufig nicht notwendig, eine symptomatische kann erfolgen (beispielsweise Kühlen). Ein inaktivierter Impfstoff ist verfügbar.[4]

Einzelnachweise

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