Eugène Mittelhauser
französischer General
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Eugène Mittelhauser, mit vollem Namen Eugène Desiré Antoine Mittelhauser (* 7. August 1873 in Tourcoing; † 29. Dezember 1949 in Paris), war ein französischer Heeresoffizier. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg leitete er die französische Militärmission in der Tschechoslowakei und war von 1921 bis 1925 Chef des Generalstabs der tschechoslowakischen Streitkräfte. Ab 1926 hatte er den Rang eines Général de division, von 1931 bis 1938 gehörte er dem Conseil supérieur de la guerre Frankreichs an.
Leben
Mittelhauser besuchte die Militärschule Saint-Cyr, die er 1894 abschloss. Von 1908 bis 1914 diente er im französisch besetzten Teil Marokkos, unterbrochen von seiner Teilnahme an der französischen Mission in Mexiko während der Mexikanischen Revolution 1910. Im Ersten Weltkrieg kommandierte er nach seiner Beförderung zum Oberstleutnant im Juli 1915 das 60. Infanterieregiment. Im Jahr 1917 übernahm er das Kommando der 1. Marokkanischen Infanteriebrigade und wurde zum Oberst befördert. Im April 1918 wurde ihm das Kommando der 36. Infanteriedivision übertragen, was mit einer vorläufigen Ernennung zum Brigadegeneral einherging (erst 1920 wurde er regulär in diesen Rang befördert).[1]
Nach Kriegsende wurde er im Februar 1920 als Stabschef der französischen Militärmission unter Maurice Pellé in die Tschechoslowakei entsandt. Der neugegründete Staat baute seine Streitkräfte mit maßgeblicher Unterstützung aus Frankreich auf. Mittelhauser war dort während des Kriegs zwischen der Tschechoslowakei und Ungarn Kommandeur der in der Slowakei operierenden westlichen Armeegruppe. Nach dem tschechoslowakischen Sieg stieg er im Oktober 1919 zum Kommandeur des Landesmilitärkommandos für die Slowakei auf. Zum Jahresbeginn 1921 löste er Maurice Pellé als Leiter der französischen Militärmission in der Tschechoslowakei sowie zugleich als Chef des Generalstabs der Tschechoslowakischen Streitkräfte auf. Letztere Position behielt er bis Ende 1925, als mit Jan Syrový erstmals ein Einheimischer die Führung der tschechoslowakischen Armee übernahm. Die französische Militärmission leitete Mittelhauser noch bis zu seiner Ablösung durch Louis-Eugène Faucher im Februar 1926.[2][3]
Bei seiner Rückkehr nach Frankreich 1926 wurde Mittelhauser zum Général de division befördert. Er kommandierte nacheinander die 1. und die 29. Infanteriedivision. 1928 wurde er Kommandierender General der 18. Militärregion (Bordeaux), zwei Jahre später wechselte er in gleicher Funktion in die 20. Militärregion (Nancy). Von 1931 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1938 gehörte er dem Conseil supérieur de la guerre, dem höchsten militärischen Führungsgremium der Französischen Republik, an.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Mittelhauser aus dem Ruhestand wieder zum Dienst berufen. Er nahm an Kämpfen und dem Rückzug der französischen Truppen aus Holland teil. Im Juni 1940 löste Mittelhauser General Raymond Massiet als Oberkommandeur der Armée du Levant ab. Mittelhauser unterstützte Charles de Gaulles Vorhaben den Krieg an der Seite Großbritanniens weiterzuführen. Er entschied sich jedoch schlussendlich dagegen, nachdem ihm der Oberbefehlshaber der Truppen in Nordafrika mitgeteilt habe, dass seinen Streitkräften eine Weiterführung des Krieges gegen Deutschland nicht möglich sei. Er wurde am 1. Juli 1940 von der Vichy-Regierung wieder durch Massiet ersetzt.[4]
Auszeichnungen
Dies ist eine unvollständige Auflistung:
- Ehrenlegion: 1907 Ritter, 1915 Offizier, 1920/21 Komtur, 1930 Großoffizier, 1937 Großkreuz[5]
- Orden des Weißen Löwen
- Tschechoslowakisches Kriegskreuz 1914–1918
- Russischer Orden der Heiligen Anna