Euro Alliance of Payment Schemes

Zusammenschluss europäischer Debitkartenzahlungssysteme From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Euro Alliance of Payment Schemes s.c.r.l. (EAPS) wurde am 7. November 2007[1][2] als Zusammenschluss von sechs europäischen Debitkartenzahlungssystemen gegründet.

Ausgestaltung

Das EAPS-Debitkartensystem ist unter anderem bei deutschen Debitkarten neben dem Girocard-System und dem Co-Branding System (i. d. R. Maestro/V-Pay bzw. MasterCard Debit/VISA Debit) aufgebracht.

Reste des EAPS-Systems sind noch teilweise vorhanden: An einigen Geldautomaten (z. B. in Österreich oder Kroatien) kann man bei einer deutschen Debitkarte wählen, ob die Zahlung über das Girocard-System, somit über das EAPS-System läuft oder über das Co-Branding-System (z. B. Maestro). Je nach Preis- und Leistungsverzeichnis der Hausbank kann das einen Unterschied in der Bargeldabhebungsgebühr machen.

Zielsetzung

Das in Brüssel ansässige Unternehmen sollte paneuropäische Kartentransaktionen im Rahmen eines neu geschaffenen Zahlungssystems ermöglichen und so mehr Wettbewerb im europäischen Markt bringen.

Karteninhaber haben die Möglichkeit, ihre Zahlungskarten an mehr Akzeptanzpunkten in ganz Europa einzusetzen, d. h. Kartennutzer hätten dann europaweit an allen Geldautomaten Geld abheben und in Geschäften bargeldlos mit Karte bezahlen können.[3]

Händler und Unternehmen sollten von einer breiteren und besseren Akzeptanz von Kartenzahlungen unter einem einheitlichen Logo der EAPS profitieren.

Für Banken hätten sich durch diese zusätzliche, paneuropäische Alternative Effizienzsteigerungen und mehr geschäftspolitische Möglichkeiten geboten.

Die Ziele der EAPS stimmten mit den Forderungen der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission nach der Schaffung eines dritten, europäischen Kartenzahlungsverfahrens im Rahmen des Europäischen Zahlungsraumes (SEPA) überein.

Gründungspartner

Die Gründungspartner der EAPS waren im November 2007:

  • COGEBAN für die Systeme PagoBancomat und Bancomat (Italien)
  • EPCS European Payment Card Solution GmbH für die Systeme Electronic Cash und Deutsches Geldautomatensystem (Deutschland)
  • EUFISERV s.c.r.l., ein paneuropäisches Geldautomatensystem (in Brüssel ansässig)
  • EURO 6000 S.A., Kartenzahlungssystem (Spanien)
  • LINK Interchange Network Ltd., Geldautomatensystem (Großbritannien)
  • Sociedade Interbancaria de Servicos S.A. (SIBS), für das Multibanco-System (Portugal)

Die Gründungspartner zählten im November 2007 etwa 222 Millionen ausgegebenen Zahlungskarten, 2,1 Millionen Point-of-Sale-Terminals und 189.000 Geldautomaten in ihren Systemen.

Die EAPS war nach eigenen Angaben offen für weitere Partner.[4] Jedes Zahlungssystem, das sich zur Erfüllung der Vorgaben des SEPA Cards Framework des Europäischen Zahlungsverkehrsausschusses (EPC) bekennt, war zur Teilnahme eingeladen. Zukünftig wollte die EAPS auch die Teilnahme von einzelnen Banken ermöglichen. Dadurch sollten für die europäischen Banken neue Geschäftsmöglichkeiten als Kartenherausgeber und Händlerinstitut erschlossen werden.

Geschichte

Seit 2001 arbeitet die Europäische Kommission daran, den bargeldlosen Zahlungsverkehr in der Eurozone zu vereinheitlichen. Mit SEPA wurde ein einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum ohne Unterschiede zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen geschaffen.[5]

2007 wurden erste Pilotprojekten durchgeführt, eine flächendeckende Implementierung in den EU-Ländern der beteiligten Partner war ab dem 1. Januar 2008 geplant. Das EAPS-System hatte nie durchschlagenden Erfolg, zudem verließen die spanischen, britischen portugiesischen Gründer die Allianz wieder.[6] Die Aktivitäten der EAPS wurden 2013 weitgehend aufgegeben.[7] Die letzte Veröffentlichung auf der Seite der EAPS-Homepage[8] ist von 2012. Das Projekt galt 2016 bei Beobachtern als gescheitert.[9] Die Website des EAPS-Systems ist nicht mehr erreichbar.[10]

Einzelnachweise

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