European Patrol Corvette
Europäisches Kriegsschiffsprojekt
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Die Modular and Multi-Role Patrol Corvette (ehemals European Patrol Corvette) ist ein gemeinsames Rüstungsprogramm mehrerer europäischer Staaten im Rahmen der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit der Europäischen Union. Ziel des von der Gemeinsamen Organisation für Rüstungskoordination geleiteten Programms ist die Entwicklung einer Klasse von Kriegsschiffen in Korvetten-Größe mit dem Aufgabenspektrum einer Limited Warship Unit gemäß NATO-Definition.[1][2]
Künstlerische Darstellung der European Patrol Corvette | ||||||||||||
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Allgemeines
Die European Patrol Corvette (EPC) entstand aus einem italienischen Projekt unter dem Kürzel PPX, das in der Folge für die Entwicklung einer anderen Patrouillenschiffklasse verwendet wurde.[3]
Das Programm zur Entwicklung eines Prototyps der European Patrol Corvette begann in einer ersten Phase im europäischen Koordinationsrahmen der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (PESCO) unter Federführung Italiens.[4] Die Gemeinsame Organisation für Rüstungskoordination (OCCAR) leitet die Umsetzungsphase des in diesem Zusammenhang Modular and Multi-Role Patrol Corvette (MMPC) genannten Projekts.[2]
Erste Phase
Italien und Frankreich unterzeichneten im Juni 2019 eine Absichtserklärung.[5] Griechenland, Spanien und Rumänien bekundeten ihr Interesse an einem Beitritt zum Programm.[5][4]
In einem ersten Planungsstadium sollten drei verschiedene Konfigurationen entwickelt werden. Auf Grundlage eines gemeinsamen Rumpfs in einer konventionellen Formgebung sollten die Unterschiede in den Waffen- und den Antriebssystemen liegen:
- Patrouillenschiff für Italien und Spanien
- kampfstärkere Version für Griechenland
- Langstreckenschiff für Frankreich
Bis 2020 wurden die zwei Konfigurationen für Griechenland, Italien und Spanien zu einer zusammengeführt, die Konfiguration für die Französischen Übersee-Territorien unterschied sich weiterhin davon.
Der Projektvorschlag der vom Joint Venture Naviris geleiteten Arbeitsgruppe erhielt für eine zweijährige Entwicklungsphase 2022 Mittel des Europäischen Verteidigungsfonds und der teilnehmenden Nationen.[5]
Zweite Phase
Mit Stand 2024 waren Frankreich, Griechenland, Italien, Norwegen und Spanien Vertragspartner des durch OCCAR geleiteten Projekts.[2] Die Konsortialführung hat Naviris, ein Joint Venture aus Fincantieri und Naval Group, mit 39 weiteren Beteiligten aus 12 EU-Staaten.[2][5]
Für die Jahre 2025 bis 2029 sah OCCAR den Projekt-Meilenstein Critical Design Review sowie mindestens den Bau je einer Einheit der beiden Konfigurationen Full Combat Multipurpose und Long Range Multipurpose vor.[2][5]
Frankreich verließ Anfang 2026 das Programm.[6]
Beteiligte

NAVIRIS (Joint-Venture aus Fincantieri und Naval Group)
Indra Sistemas, Navantia
Voraussichtliche Nutzerstaaten
Italienische Marine
- Ersetzt bereits ausgemusterte Minerva-Klasse, ergänzt Lerici-Klasse[2]. Sechs Einheiten waren Stand 2021 geplant.[7]
Spanische Marine
- Ergänzt Serviola-Klasse, ersetzt bereits ausgemusterte Descubierta-Klasse. Sechs Einheiten waren Stand 2021 geplant.[7]
Griechische Marine
Dänische Marine (2021 beigetreten)[7]
Norwegische Marine (2021 beigetreten)[7]
Rumänische Marine (2023 Interesse bekräftigt)[8]
Nicht mehr Teil des Programms:
Französische Marine (2026 ausgeschieden)[6]
- sollte ergänzen/ersetzen: Floréal-Klasse[6], D’Estienne d’Orves-Klasse[2]. Sechs Einheiten waren Stand 2021 geplant.[7]
Weblinks
- EUROPEAN PATROL CORVETTE (EPC) auf der Webseite der Permanent Structured Cooperation (PESCO)
- Ausführungen:
