Fincantieri

italienisches Schiffbauunternehmen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Fincantieri S.p.A. mit Sitz in Triest ist ein italienischer Schiffbaukonzern. Das 1959 gegründete Unternehmen ist heute der größte europäische Schiffbauer. Fincantieri entwirft, baut und wartet eine breite Palette von Schiffen. Das Portfolio umfasst Kreuzfahrtschiffe, Megayachten, Fähren, Offshore-Schiffe und Marineschiffe, einschließlich Flugzeugträgern, Fregatten, Zerstörer und U-Boote.

Schnelle Fakten
Fincantieri S.p.A.
Logo
Rechtsform Società per azioni
ISIN IT0005599938
Gründung 1959
Sitz Triest, Italien Italien
Leitung
  • Pierroberto Folgiero, CEO
Mitarbeiterzahl 22.588[2]
Umsatz 8,13 Mrd. EUR[2]
Branche Schiffbau, Rüstung
Website www.fincantieri.com
Stand: 31. Dezember 2024
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Geschichte

Sitz der Fincantieri in Triest

Fincantieri wurde 1959 in Rom als staatliche Holding unter dem Namen Fincantieri – Cantieri Navali Italiani gegründet, der acht Unternehmen angehörten, die sich mit Schiffbau, Schiffsreparaturen und dem Bau von Schiffsmotoren beschäftigten. 1984 wurden diese Unternehmen und die übergeordnete Holding in ein einziges Schiffbauunternehmen umgewandelt, das die Traditionen der alten italienischen Werften weiterführt. Der Unternehmenssitz befindet sich heute in Triest.

Im Jahr 2008 erwarb Fincantieri die US-amerikanische Werft Marinette Marine. Im Januar 2013 wurden mit der Vard AS zehn weitere Werften übernommen, Fincantieri verdoppelte damit seine Umsatz- und Mitarbeiterzahl nahezu.

Im September 2017 übernahm Fincantieri 50 % der Anteile an den französischen STX-Werften. Daraufhin erhielten diese wieder den alten, traditionsreichen Namen Chantiers de l’Atlantique. Zweitgrößter Anteilseigner der Chantiers de l’Atlantique ist der französische Staat mit 34,34 %.[3] Um Fincantieri die operative Kontrolle über das Unternehmen zu gewährleisten, leiht der französische Staat aus seinem Anteil 1 % an Fincantieri, allerdings mit einem auf 12 Jahre befristeten Rücknahmerecht, sollte Fincantieri sich nicht an die hinsichtlich Arbeitsplatzsicherung, Governance und geistiges Eigentum getroffenen Vereinbarungen halten.[4] Auf Grund der Covid-19-Pandemie ist der Deal im Jahr 2021 gescheitert.[5]

Im Jahr 2017 wurde das Joint Venture Navaris mit der Naval Group vereinbart, das Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Genua ist seit 2020 operativ tätig.[6]

Fincantieri hat mit der Hafenbehörde der Mittleren Adria Vereinbarungen zur Erweiterung der Schiffswerft in Ancona abgeschlossen. Diese Maßnahmen sollen die strategische Rolle des Standorts stärken und dessen Beitrag zur regionalen Wirtschaft sowie zum italienischen Marinesektor erhöhen. Die historisch bedeutsame Werft in Ancona, die sich derzeit auf den Bau von kleineren Luxuskreuzfahrtschiffen und -jachten spezialisiert, erhält durch eine Konzession die Nutzungsrechte an über 314.000 Quadratmetern Land- und Wasserfläche bis Ende 2064. Fincantieri verpflichtet sich zu einer Investition von 40 Millionen Euro in die Modernisierung und Entwicklung der Werftkapazitäten. Das Ziel ist es, Ancona für den Bau großer Marineschiffe wettbewerbsfähig zu machen, eine Sparte, die der Standort seit den 1980er Jahren nicht mehr bedient hat. Dies dient der Diversifizierung des Geschäfts und der Nutzung des erwarteten Anstiegs im Marineschiffbau. Zuvor hatte bereits die Hafenbehörde 40 Millionen Euro für die Infrastruktur des Hafens investiert, unter anderem für einen neuen Pier und die Verlängerung des Trockendocks. Fincantieri-CEO Pierroberto Folgiero sieht in der Entwicklung der Werft ein zukünftiges Exzellenzzentrum, das Tradition und Technologie vereint.[7]

Geschäftsfelder

Fincantieri ist es in den letzten Jahren gelungen, den vielen, vor allem ostasiatischen Billiganbietern auf dem Markt durch die Konzentration auf das Segment großer hochwertiger Kreuzfahrtschiffe zu begegnen. In diesem Bereich ist es heute einer der Weltmarktführer. Das Unternehmen teilt sich in fünf Sparten:

Die wichtigsten Tochtergesellschaften sind VARD (Schiffbau und Offshore), Orizzonte Sistemi Navali S.p.A., Isotta Fraschini Motori S.p.A., Fincantieri Marine Systems North America, Fincantieri Marine Group (darunter Marinette Marine) und CETENA.

Das Tochterunternehmen Vard AS ist eine internationale Schiffbaugruppe mit zehn Werften in Brasilien, Norwegen, Rumänien und in Vietnam mit rund 10.000 Beschäftigten (März 2015). Das Unternehmen entstand im Januar 2013 aus bedeutenden Teilen der koreanischen STX Europe und STX OSV.

Mit dem norwegischen Tochterunternehmen Vard AS ist Fincantieri seit 2013 das viertgrößte Schiffbauunternehmen der Welt.[8]

Die Werft in Genua soll erweitert werden.[9][10]

Mit dem Programm „Navis Sapiens“ entwickelt Fincantieri eine technologische Plattform für die Schifffahrt der Zukunft. Das Projekt konzentriert sich auf die Integration von Künstlicher Intelligenz zur Realisierung autonomer Navigationssysteme, die Optimierung der Energieeffizienz zur Emissionsreduzierung sowie die Stärkung der Cybersicherheit an Bord.[11]

Anteilseigner

(Stand: April 2025)[12]

Weitere Informationen Anteil, Anteilseigner ...
Anteil Anteilseigner
71,26 %Italienischer Staat über die Cassa Depositi e Prestiti
28,61 %Streubesitz
00,13 %Eigene Aktien
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Aktueller Auftragsbestand

In der folgenden Tabelle werden die aktuellen, ausstehenden Bauaufträge für Fincantieri in der Reihenfolge des geplanten Ablieferungsdatums aufgelistet. Eine Liste mit einer Auswahl von Schiffen, die von Fincantieri gebaut wurden, befindet sich im Hauptartikel Fincantieri-Bauliste.

Nachstehende Liste ist nicht vollständig, da sie fast nur Kreuzfahrtschiffe umfasst.

Weitere Informationen Ablieferung, Name ...
Ablieferung Name BRZ Auftraggeber Bemerkungen
2026 Explora III 64.000 MSC Cruises für Explora Journeys
Mein Schiff Flow 161.000 TUI Cruises[13] InTUItion-Klasse
Viking Mira 47.800 Viking Ocean Cruises
Viking Libra 47.800 Viking Ocean Cruises
Seven Seas Prestige 76,550 Regent Seven Seas Cruises Prestige-Klasse, Typschiff
Four Seasons II 34.000 Four Seasons Yachts[14]
Costanza I di Sicilia 14.500 RoPax-Fähre
2027
Explora IV 64.000 MSC Cruises für Explora Journeys
Explora V 64.000 MSC Cruises für Explora Journeys
Viking Astrea 47.800 Viking Ocean Cruises
Norwegian Aura 172.800 Norwegian Cruise Line[15] Leonardo-Klasse/Leonardo-Plus-Klasse
Oceania Sonata ~ 85.000 Oceania Cruises[16] Sonata-Klasse, Typschiff
Ugolino Vivaldi Marina Militare[17] Offshore-Patrouillenboot, PPX-Klasse (Typschiff)
2028
Explora VI 64.000 MSC Cruises für Explora Journeys
172.800 Norwegian Cruise Line Leonardo-Klasse/Leonardo-Plus-Klasse
Crystal Grace[18] 61.800 Crystal Cruises[19]
2029 ~ 230.000 Carnival Cruise Line Ace-Klasse
Oceania Arietta ~ 85.000 Oceania Cruises Sonata-Klasse
76,550 Regent Seven Seas Cruises Prestige-Klasse
Marina Militare[20] U212NFS (Near Future Submarine), vier Einheiten
2030
AIDA Cruises[21]
~ 226.000 Norwegian Cruise Line[22]
61.800 Crystal Cruises
Marina Militare U212NFS (Near Future Submarine)
2031
AIDA Cruises
~ 230.000 Carnival Cruise Line Ace-Klasse
~ 160.000 TUI Cruises InTUItion-Klasse
Marina Militare U212NFS (Near Future Submarine)
2032
~ 226.000 Norwegian Cruise Line
61.800 Crystal Cruises
~ 85.000 Oceania Cruises[23] Sonata-Klasse
~ 160.000 TUI Cruises InTUItion-Klasse
Marina Militare U212NFS (Near Future Submarine)
2033
~ 230.000 Carnival Cruise Line Ace-Klasse
2034
~ 226.000 Norwegian Cruise Line
2035
~ 85.000 Oceania Cruises Sonata-Klasse
2036
~ 226.000 Norwegian Cruise Line
~ 77.000 Regent Seven Seas Prestige Klasse
2037
~ 227.000 Norwegian Cruise Line
~ 77.000 Oceania Cruises Sonata Klasse
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Galerie

Siehe auch

Commons: Fincantieri – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

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