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Evangelische Kirche (Althütte)

Kirchengebäude in Althütte, einer Gemeinde im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Evangelische Kirche ist ein Kirchengebäude in Althütte, einer Gemeinde im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Das schlichte, denkmalgeschützte Gotteshaus aus heimischem Sandstein wurde in den Jahren 1857 bis 1859 im württembergischen Kameralamtsstil nach Plänen des Architekten Carl Christian Nieffer (1787–1871) erbaut. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Backnang der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Schnelle Fakten Basisdaten, Baugeschichte ...
Evangelische Kirche
Basisdaten
Konfession evangelisch
Ort Althütte, Deutschland
Landeskirche Württemberg
Baugeschichte
Architekt Carl Christian Nieffer
Bauzeit1857–1859
Baubeschreibung
Bautyp Saalkirche
Funktion und Titel

Pfarrkirche

Koordinaten 48° 54′ 52,9″ N, 9° 34′ 13,4″ O
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WürttembergVorlage:Infobox Kirchengebäude/Wartung/Widmung oder Patrozinium fehlt
Eingang mit Vers aus dem Lukasevangelium

Geschichte

Ursprünglich gehörten die Ortschaften Althütte, Schöllhütte, Nonnenmühle, die drei Voggenhöfe, Kallenberg und Lutzenberg zur Ur-Pfarrei Rudersberg, während Schlichenhöfle, Sechselberg und Waldenweiler zur Ur-Pfarrei Unterweissach gehörten. Die Althütter besuchten entweder die Kirche in Rudersberg oder die St.-Agatha-Kirche in Unterweissach. Althütte hatte auch zu Beginn des 19. Jahrhunderts keinen eigenen Friedhof. Wegen der räumlichen Distanz und der schlechten Wege war es jedoch nur den jungen und gesunden Menschen möglich, die Gottesdienste in Rudersberg oder Unterweissach zu besuchen. Auch der Transport der Toten war sehr beschwerlich. Im 19. Jahrhundert kam es zu einem starken Bevölkerungswachstum, sodass der Oberkirchenrat 1853 die Gründung der Pfarrverweserei Althütte beschloss. Ein Pfarrverweser übernahm nun die Seelsorge für Althütte und die dazugehörigen Orte.

Der Bau der neuen Evangelische Kirche begann 1857 und wurde 1859 vollendet.[1] Der Bau wurde vom württembergischen Staat finanziert und anfänglich auch unterhalten.[2]

1862 wurde die Pfarrverweserei auch offiziell zu einer Pfarrei zu erhoben.[3]

Pfarrer

Liste der Pfarrer (unvollständig):

  • 1853–1854: Staudenmayer
  • 1858–1862: Geyer
  • 1874: Heß
  • 1874–1875: Hochstetter
  • 1880–1881: Emil Hölzle
  • 1891–1893: Sprösser
  • 1905–1906: Niethammer

Architektur

Der ursprüngliche Plan sah nur einen schlichten, romanisierenden Betsaal mit etwa 450 Sitzplätzen vor. Über dem Haupteingang befindet sich die Inschrift „EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE UND FRIEDEN AUF ERDEN AN DEN MENSCHEN EIN WOHLGEFALLEN LUCAS II. XIV. 1859“.

Auf dem Satteldach befand sich ursprünglich nur ein kleiner Dachreiter. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde jedoch beschlossen, dass die Kirche einen Glockenturm erhalten sollte. Der Turm wurde 1907 erbaut.[4]

Von 1860 bis 1861 wurde das Pfarrhaus im gleichen Stil neben der Kirche errichtet.

Glocken

In dem Glockenturm hängen vier verschiedene Glocken. Die ursprünglichen Gussstahl-Glocken stammten von der Glockengießerei Kurtz aus Stuttgart. Während des Ersten Weltkriegs musste die Kirchengemeinde 1917 zwei Glocken und einige Orgelpfeifen als Metallspende für das Militär abgeben.[5] Nach dem Krieg wurden neue Glocken gegossen, die jedoch während des Zweiten Weltkriegs (1941 und 1942) erneut dem Heer gespendet werden mussten. 1950 wurden drei neue Glocken von Heinrich Kurtz bestellt. 1967 wurde das Geläut durch eine weitere Glocke ergänzt, die bei der Glocken- und Kunstgießerei Rincker im hessischen Sinn (Lahn-Dill-Kreis) gegossen wurde.

Weitere Informationen Glocke, Glockengießer ...
Glocken der Evangelischen Kirche zu Althütte[6]
Glocke Glockengießer Gussort Gussjahr Schlagton Durchmesser
I. Gebrüder Rincker Sinn 1967 b'' 85,7 cm
II. Heinrich Kurtz Stuttgart 1950 c'' 76,6 cm
III. Heinrich Kurtz Stuttgart 1950 es'' 64,2 cm
IV. Heinrich Kurtz Stuttgart 1950 f'' 57,4 cm
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Literatur

  • Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. Verlag H. Lindemann, Stuttgart 1871, S. 160.
  • Ludwig Haug, August Schmid: Die evangelischen Kirchenstellen in Württemberg. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1886, S. 82.
  • Adolf Schahl: Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises. Band 1. Deutscher Kunstverlag, München und Berlin 1983, ISBN 3-422-00560-9, S. 132f.
  • Kulturdenkmale und Kulturlandschaften in der Region Stuttgart: Verband Region Stuttgart (Hrsg.): Schriftenreihe Verband Region Stuttgart. Stuttgart 2009, S. 94.
  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmale. Baden-Württemberg. Verlag De Gruyter, 2025, S. 15.

Einzelnachweise

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