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St.-Agatha-Kirche (Unterweissach)

Kirchengebäude in Weissach im Tal, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Sankt-Agatha-Kirche (früher St. Sebastian und St. Agatha)[1] ist eine nach der Heiligen Agatha von Catania benannte evangelische Pfarrkirche im Ortsteil Unterweissach der baden-württembergischen Gemeinde Weissach im Tal. Die Kirche steht frei auf dem Kirchberg an der Kreisstraße K 1907. Die Kirchengemeinde Weissach im Tal gehört dem Kirchenbezirk Backnang der Evangelischen Landeskirche in Württemberg an.

St.-Agatha-Kirche in Unterweissach (Ansicht von der Straße Kirchberg)

Geschichte

Es ist nicht genau bekannt, seit wann es eine Kirche in Unterweissach gibt. Es wird angenommen, dass schon um 900 n. Chr. eine kleine Kapelle auf dem Kirchberg in Unterweissach stand.[2] Jedenfall sind romanische Mauerreste im Fundament des heutigen Kirchturms erhalten. Der Neubau des gotischen Schiffs fällt in die 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das Datum einer Altar- und Kirchenweihe ist nicht bekannt, doch musste sie generell vor einer gottesdienstlichen Nutzung erfolgt sein. Offenbar gab es zunächst aber noch keinen ortsansässigen Pfarrer, denn am 27. Mai 1423 erging die Bitte an den Probst zu Backnang, dass er einen „Pleban“ (Leutpriester) „häuslich nach Weissach setzen soll.“ Das Datum dessen „Aufzugs“ ist ebenfalls nicht bekannt. Jedenfalls ist nach der Speyrer Bistumsmatrikel von 1468/70 die Inkorporation der Plebanstelle („plebania in Wissach“) erst 1468 geschehen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann von der genehmigten „Urpfarrei“ ausgegangen werden. Die Kaplaneipfründe wurde 1493 endgültig bestätigt.[3]

Die St.-Agatha-Kirche im 17. Jahrhundert (von Andreas Kieser, etwa um 1686).

Nach Einführung der Reformation im Herzogtum Württemberg wird 1535 mit Jodokus (oder Johannes) Scholl erstmals ein evangelischer Pfarrer erwähnt.[4] Im Jahre 1542 wird rückblickend (die Heiligenverehrung wurde in ihrer alten Form nicht fortgeführt) als bisherige Schutzpatronin Agatha von Catania genannt,[5] welche in einer Christenverfolgung unter Kaiser Decius um etwa 250 n. Chr. den Märtyrertod erlitten hatte.

Kirchengemeinde

Die Kirchengemeinde umfasst heute die Ortsteile Aichholzhof, Bruch, Cottenweiler, Dresselhöfe, Kammerhof, Oberweissach, Seemühle, Unterweissach, Viehhaus und Wattenweiler.

In früheren Zeiten gehörten auch noch Allmersbach im Tal, Däfern, Ebersberg, Gallenhof, Heutensbach, Hohnweiler, Lippoldsweiler, Sachsenweiler, Sechselberg, Unterbrüden und Waldenweiler[6] zur Pfarrei Unterweissach. Diese wurden nach und nach ausgegliedert und anderen Gemeinden hinzugefügt: Ebersberg wurde mit der Gegenreformation wieder katholisch und die evangelischen Einwohner wurden entweder vertrieben oder zur Konversion gezwungen. Waldenweiler fiel 1862 an Althütte. Lippoldsweiler mit Hohnweiler, Däfern und Sechselberg wurden 1864 aus der Gemeinde Unterweissach ausgegliedert und erhielten 1878 eine eigene Kirche, die heutige Lutherkirche.[7] 1935 fiel Sachsenweiler an Backnang. In Unterbrüden wurde ab 1969 eine neue Kirche, die Kreuzkirche errichtet.[8] In der Folgezeit wurde auch Unterbrüden aus der Kirchengemeinde Unterweissach ausgegliedert und der Kirchengemeinde von Oberbrüden zugeteilt.

Baugeschichte und Architektur

Die Weissacher Kirchengeschichte von St. Agatha und die Veränderungen ihrer Baugestalt sind beispielhaft für Altwürttembergs liturgische und demographisch bedingte Kirchenbau-Entwicklung. Sie ist baugeschichtlich und konzeptionell direkt vergleichbar mit beispielsweise Kirchheim am Neckar: Der für die Region übliche Typus einer kleineren romanischen und dann gotisch erweiterten Chorturmkirche mit schmalem Kirchenschiff wurde zur Aufnahme der zahlenmäßig gewachsenen Gemeinde 1721 unter Pfarrer Joseph Schelling durch südlichen Anbau in voller Schifflänge saalartig erheblich erweitert. Der breitgedehnte Raum mit der optisch und akustisch sehr vorteilhaften Konzeption einer Querkirche wurde damit – allerdings im Vergleich mit anderen Kirchen der Region verhältnismäßig spät – angepasst[9] an die schon vorreformatorisch seit mindestens zweihundert Jahren enorm gestiegene Bedeutung guten Hörens und Sehens zur Kanzel: Der evangelisch-württembergische Gottesdienst ist seit der Reformation ein Predigtgottesdienst aus der Tradition reichsstädtischer und oberdeutscher Prädikanten. Bis 1931 wurde er vom Pfarrer ausschließlich von der Kanzel aus gehalten (mit Ausnahme bei Taufe und Abendmahl) und unterschied und unterscheidet sich in der Liturgie grundlegend von den Gottesdiensten in der Form der Deutschen Messe nach Martin Luther der übrigen lutherischen Landeskirchen.[10]

Die Süderweiterung wurde zunächst auch wie das bisherige Dach eigenständig mit einem Satteldach versehen und die gemeinsame Fußpfette im Kirchenraum dreifach abgestützt. Die Konstruktion von zwei Dachstühlen nebeneinander wich bereits 1745 durch den Landbaumeister Johann Adam Groß d. Ä. dann doch einem neuen einheitlichen Satteldach über einem dreistöckige Dachwerk mit Kehlbalkendach und liegendem Stuhl, der Unterzug samt Flachdecke getragen von Wandkonsolen und einer Mittelstütze im Schiff. Wegen der größeren Schiffsbreite ergab sich auch ein höherer Dachfirst, was eine Turmerhöhung nach sich zog: Auf den romanischen Turm wurden vier Giebeldreiecke als Basis für den achtseitigen spitzen Turmhelm gesetzt. Der Helmdachstuhl erhielt dadurch eine sehr komplizierte fünfstöckige stehende Konstruktion, die eigentlich damals schon nicht mehr zulässige Elemente enthält (vor die Balken geblattete Streben). Ob dies zur leichten Abweichung der Turmspitze aus dem Lot beiträgt, ist nicht ausgeschlossen. Die Turm-Dachziegel sind bunt lasiert. Die beiden seit der Schiff-Erweiterung in der Westwand vorhandenen spitzbogigen Portale, davon das nördliche noch spätgotisch mit überstabten Rundprofilen auf spiralig kannelierten Sockeln, wurden 1930 – gegen das Mittelfenster zusammengerückt – wieder eingebaut. Ein weiteres Portal erschließt von Osten her den Kirchenraum. Das dreistöckige Dachwerk mit Krüppelwalmdach am Westgiebel wurde wohl als Fruchtkasten genutzt – dies zeigt die segmentbogige Speichertür im südöstlichen Halbgiebel über dem kleinen Ostwandfenster direkt am Turm. Dem Turm wurde im 19. Jahrhundert ein Sakristei-Quaderbau mit Pultdach angebaut. Seit 1711 ist innen die Dreiseiten-Empore auf der Mittelachse zur Kanzel und zum Altar darunter an der Schiff-Ostwand neben dem Chorbogen ausgerichtet. Der Stuttgarter Architekt Hans Seytter leitete 1930 eine umfassende Innenerneuerung; 1963 gab es eine Turm-Außenrenovierung, 1965 und 1991 je eine Schiff-Innenrenovierung.

Ausstattung

An der südlichen Außenwand befindet sich eine Sonnenuhr.

Turmchor oder Taufkapelle

Der kleine nördliche gotische Chor mit Kreuzrippengewölbe enthält den Taufstein, Epitaphe, Weltkriegsgedenken und den modernen Osterleuchter.

Wandmalerei: Im Jahre 1928 wurde im Chor eine spätgotische Wandmalerei aufgedeckt, jedoch nicht freigelegt und restauriert, sondern dokumentiert und wieder unter Putz verborgen. Rechts vom Ostfenster ist eine Verspottungsszene aus der Passionsgeschichte, in der Fensternische rechts die Kreuztragung und links der Drachenkampf des Hl. Georg abgebildet. An den anderen Wänden sind weitere Gemäldereste vorhanden, aber wegen des schlechten Erhaltungszustands kaum zu deuten.

Taufstein: Das große spätgotische achteckige Taufbecken mit späterem Pfeilersockel ist seit 1974 von einem bronzenen Deckel mit einer Jona-Gruppe versehen, geschaffen von Gertrud Angelika Wetzel-Planck. Die Kleinskulptur stellt die Errettung des Propheten Jona zu neuem Leben aus dem Bauch des Fisches dar, ein starkes Symbol für die Taufe als „Bad der Wiedergeburt“.

Gedenktafel: Für die Gefallenen der beiden Weltkriege gestaltete die Stuttgarter Holzbildhauerin Edelgarde vom Berge und Herrendorff (1904–1982) 1954 eine Gedenktafel an der Chornordwand.[11] Eine weitere Gedenktafel weist auf frühere Schultheißen und Richter hin.

Osterleuchter: Der Osterleuchter wurde von dem Unterweissacher Künstler Peter Haußmann gestaltet.

Kanzel

Blick auf die barocke Kanzel und Kruzifix

In der Sankt-Agatha-Kirche steht eine schlichte spätbarocke Kanzel aus dem Jahre 1722 mit fünf Achteckseiten. Die tragende Säule mit geschnitztem Blattkapitell ruht auf umgekehrt kapitellartigem Sandsteinpostament mit Blättern, Rosetten und Engelsköpfen. Der Schalldeckel trägt am Außenkranz die Aufschrift „Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren“. Die Inschrift war lange übermalt und wurde 1967 bei einer Restaurierung wieder freigelegt. Der Deckel wird über zurückspringenden Voluten bekrönt vom auferstandenen Christus mit seinen Wundmalen, dem Lendentuch, dem Leichentuch als Königsmantel und der Siegesfahne als Triumph über den Tod.

Altar

Der Stipes des modernen Steinaltars von 1965 ist nicht blockartig wie der 1930 zur Aufstellung im Chorbogen gefertigte (und längst abgängige), sondern als Tischaltar gestaltet. Der Kruzifixus ist ein ländliches Holzbildwerk um 1720. Es stellt eigentlich den sterbenden Jesus dar, nicht den toten, weil die den Tod bestätigende Seitenwunde erst 1930 durch einen Restaurator aufgemalt wurde.

Fenster

Der gotische Chor mit Taufstein, Epitaphen und dem Fenster von Walter Kohler

Die Glasgemälde von Vater und Sohn Kohler, so unscheinbar oder wenig beachtet sie auch sein mögen, haben jeweils für sich genommen eine Eigenart, die sie auszeichnet.[12]

In der Taufkapelle: Das kleine östliche romanische Rundbogenfenster mit gotischem Maßwerk wurde 1930 von dem Künstler Walter Kohler mit einer expressionistischen Bleiverglasung in starken Farben für starke Emotionen gestaltet. Das Bildthema der Verleugnung des Petrus (Mt 26,31-35.57-75 LUT) zeigt die Großspurigkeit, Lüge, Selbstverfluchung und schließlich das „... und weinte bitterlich“ des Jesusjüngers Simon, welcher „Petrus“ (der Fels) genannt wurde.[13]

Im Kirchenschiff: 1966 kamen von Wolf-Dieter Kohler zwei weitere Farbfenster hinzu. Das kleine Kanzelfenster zeigt dem Prediger und der Gemeinde mit dem Bildthema der Majestas Domini, wer der Herr der Kirche ist: der auferstandene Jesus Christus in der Mandorla, thronend auf dem Himmelsbogen, umgeben von den sieben Leuchtern der Johannesvision (Offb 1,12 LUT) und begleitet in den Sphären des Kosmos von den vier Evangelisten mit ihren Symbolen (Matthäus/Mensch, Markus/Löwe, Lukas/Stier, Johannes/Adler). Daneben das große Fenster bietet eine ganze Fortsetzungsgeschichte in einem Bild und zwar so, dass die einzelnen Szenen gleichzeitig gesehen, aber in der zeitlichen Abfolge nacheinander von unten nach oben gelesen werden können: Das Gleichnis vom großen Gastmahl (Lk 14,15-24 LUT), dessen erstgeladene Gäste mit allerhand Ausreden absagen und der Gastgeber dann mit den Vielen „von den Hecken und Zäunen“ feiert.[14]

Emporen-Tafeln

Bei einer Renovierung kam im Jahre 1991 eine bisher unbekannte Emporen-Brüstungstafel zum Vorschein. Bis 2006 wurden weitere 11 übermalte Tafeln freigelegt und feierlich der evangelischen Kirchengemeinde übergeben. Sie zeigen in so genanntem Bauernbarock biblische Motive, aber auch allegorische Darstellungen und ein Ornament mit Blumen:

Die Malereien stammen vermutlich aus der Zeit um 1710–1721.

Epitaphien

Im Chor und Kirchenschiff befinden sich Grabmale von zwei Ortspfarrern, von der Ehefrau eines Pfarrers und von einem Offizier. Alle Personen sind zwischen 1696 und 1717 versorben.

Epitaph der Susanna Maria Kauß, geborene Betulius: Der gut erhaltene Epitaph ist geschmückt mit einem Lorbeerbaum (Symbol des Ewigen Lebens), einer Schlange (Symbol für die Sünde) und einem Totenkopf. Der Epitaph trägt folgende Inschrift: Hier liegt begraben die Edle / Hoch Ehren und Tugendbegabte Frau Susanna Maria Herrn M(agister) Matthiä Kaußen / Pfarrers allhier Eheschatz 20 Jahr / Eine geborene Betulius oder Birkner / Zu Nürnberg geboren, den 17. Marty 1647, und allhier gestorben den 24. August 1696. Alter 49 Jahr, 23 Wochen, der Gott eine fröhliche Auferstehung verleihen wolle. Durch Christus, Amen. Was betrübst du dich meine Seele und bist unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. (Psalm 42,12 LUT) [15]

Epitaph des Pfarrers Theodor Friedrich Faber: Der im Chor stehende Epitaph trägt das Wappen der Familie Faber und folgende Inschrift in Großbuchstaben: HIER RUHET DER WEIL.: WOHL: EHRWUER(DIGE) UND HOCHGELEHRTE HERR THEOD(OR) FRIED(RICH) FABER 7BENJÄHRIGER TREWE(R) EIFRI(GER) PF(ARRER) ALLHIER MAGISTER. DER GEBO(REN) AM 1667 DEN 29. SEPT(EMBER) ZU WINTERBACH. WAR ERSTMALS 10 JAHR(E) UND 6 MON(ATE) PF(ARRER) ZU OBERBRÜDEN. IN DEM PREDIGTAMT WIE AUCH IN DEM EHELICHEN STAND HAT ER ZUGEBRACHT 17 JAHR(E) UND 6 MON(ATE). AUCH MIT SEINER HERZGELIEBTEN HAUSFRAU ANNA CATHARINA, EINER GEBOR(ENEN) HAUSMANN VON TÜBINGEN DURCH GOTTES SEGEN EIN SOHN UND EINE TOCHTER GEZEUGT. (ER) IST IN SEINEM ERLÖSER SELIG ENTSCHLAFEN DEN 28. NOV(EMBER) 1713.[16]

Epitaph des Pfarrers Konrad Heinrich Egen: Die Inschrit ist so stark verwittert, dass sie nicht mehr lesbar ist. Pfarrer Egen stammte aus Stuttgart und war der Sohn eines Apothekers. Er wirkte drei Jahre in Unterweissach bis zu seinem Tode im Alter von 50 Jahren am 16. Mai 1717.[17]

Epitaph des Johann Daniel Landbeck: Der Epitaph ist gut erhalten und trägt in Großbuchstaben folgende Inschrift: HIER LIEGT BEGRABEN DER WOHLEDEL UND GESTRENGE HERR JOHANN DANIEL LANDBECK VIHL JAEHRIGER GEWESENER KAISER(LICHER) LEUTNANT WELCHER NACH EMPFANGENEN HARTEN BLESSUREN IN UNGARN SICH ALLHIER AUFF DER UNTERN MÜHL GESETZT UND ENDLICH DEN 13. FEB(RUAR) 1716 IN DEM HERRN JESUS SELIG ENTSCHLAFEN (IST). DESSEN HERRN VATER WAR GEORG REINHARD LANDBECK GEWESENER FORSTMEISTER AUF REICHENBERG. SEINE HINTERLASSENE BETRÜBTE WITIB CHRISTINA DOROTHEA BARBARA EINE GEBORENE ENGLIN DAS NOCH LEBENDE TÖCHTERLIN JOHANNA CHRISTINA. GOTT FÜHRE SOLCHE ALLE IN DER EWIGKEIT MIT FREUDE WIEDER ZUSAMMEN. AMEN.[18]

Orgel

Kirchenschiff mit Orgel von Reinhart Tzschöckel

Die Orgel wurde 1983 von Reinhart Tzschöckel (1939–2003) neu erbaut. Das Gehäuse stammt aus dem Jahr 1872 von Carl Gottlieb Weigle. Die Disposition lautet:[19]

I Hauptwerk
1. Bourdon 16′
2. Prinzipal 08′
3. Gemsgedeckt 08′
4. Oktave 04′
5. Traversflöte 04′
6. Blockflöte 02′
7. Quinte 113
8. Mixtur IV 02′
9. Trompete 08′
Tremulant
II Rückpositiv
10. Gedeckt 8′
11. Rohrflöte 4′
12. Nasard 223
13. Prinzipal 2′
14. Terz 135
15. Oktävlein 1′
16. Vox humana 8′
Tremulant
Pedal
17. Subbaß 16′
18. Oktavbaß 08′
Gemsbaß 08′
19. Choralbaß 04′
Flötbaß 04′
20. Fagott 16′
Tromba 08′

Glocken

In dem Kirchturm hängen drei Glocken. Bemerkenswert ist die kleine Taufglocke von dem Glockengießer Hans Eger aus Reutlingen (15. Jahrhundert).[20] Die beiden anderen Glocken wurden in den 1950er Jahren von der Firma Heinrich Kurtz aus Stuttgart erworben.

Weitere Informationen Glocke, Name ...
Übersicht der Glocken von St. Agatha
Glocke Name Glockengießer Gussort Gussjahr Schlagton Inschrift
I. Betglocke Heinrich Kurtz Stuttgart 1950er Jahre a'' O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort (Jeremia 22,29 LUT)
II. Kreuzglocke Stuttgart h'' Lobsinget, Lobsinget Gott, Lobsinget unserem König
III. Taufglocke Hans Eger Reutlingen 15. Jahrhundert cis'' LVCAS / MARCVS / MATHEVS / IOHANNES
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Ehemaliger Friedhof

Um die Kirche herum befand sich einst der alte Friedhof von Unterweissach. Er wurde im 19. Jahrhundert an seinen heutigen Standort verlegt.[21] Von dem einstigen Friedhof ist heute nur noch ein völlig verwitterter Grabstein vorhanden. Auf dem Gelände des einstigen Friedhofs befindet sich heute eine Grünfläche mit Bäumen und Bänken.

Pfarrer

Als Pfarrer amtierten seit der Einführung der Reformation:

  • 1535–1541: Johannes Scholl
  • 1542–1544: Johannes Ritter
  • 1545–1566: Jakob Kieser
  • 1566–1569: Konrad Weick
  • 1569–1623: Joseph Baumann
  • 1623–1625: Johann Heinrich Scheffler
  • 1625–1627: Johann Balduin Burg
  • 1627–1632: Christian Butsch
  • 1632–1638: Johannes Käser
  • 1639–1652: Johann Georg Eger
  • 1653–1661: Johann Leonhard Grückler
  • 1661–1683: Johann Wolfgang Fabri
  • 1683–1696: Georg Konrad Wagner
  • 1696–1706: Matthias Kautz (Kauß)
  • 1706–1713: Theodor Friedrich Faber
  • 1714–1717: Konrad Heinrich Egen
  • 1717–1738: Joseph Schelling
  • 1738–1758: Johann Konrad Krayl
  • 1758–1784: Christoph Karl Faber
  • 1784–1812: Amandus Dietrich Seefried
  • 1812–1817: Benjamin Friedrich Finckh
  • 1818–1828: Johann Friedrich Pestell
  • 1829–1835: Philipp Michael Paul Ammon
  • 1838–1845: Gottlob Ludwig Lechler
  • 1845–1863: Ernst Clemens Bruckmann
  • 1863–1874: Karl Ferdinand Mittler
  • 1874–1884: Christoph Andreas Maximilian Rau
  • 1884–1892: Friedrich Adolf Herrmann
  • 1893–1908: Samuel Heinrich Werner
  • 1909–1922: Otto Fischer
  • 1922–1932: Paul Hornberger
  • 1933–1942: Eberhard Auer
  • 1943–1945: Fritz Breymayer
  • 1945–1966: Max Fischer (Bahnauer Bruderschaft)
  • 1953–1965: Johannes Wieder (Bahnauer Bruderschaft)
  • 1966–1973: Walter Schmid
  • 1974–1983: Fritz Grossenbacher
  • 1984–1992: Friedrich Zimmermann
  • 1992–1994: Karlheinz Hering-Sailer
  • 1994–2000: Reiner Zeeb
  • 2001–2020: Albrecht Duncker
  • 2020–2026: Christof Mosebach

Von 1717 bis 1738 war Joseph Schelling Pfarrer in Unterweissach, Vater des Orientalisten Joseph Friedrich Schelling (1737–1812) und Großvater des Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph Ritter von Schelling (1775–1854).

Bei der ersten demokratischen Wahl zur deutschen Nationalversammlung 1848 kandidierte Pfarrer Ernst Clemens Bruckmann, der sich jedoch dem Murrhardter Schlossermeister Ferdinand Nägele geschlagen geben musste.

Von 1899 bis 1901 wirkte der Philosoph Karl Sapper (1876–1964), später Professor in Graz, als Pfarrvikar in Unterweissach.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übertrug Landesbischof Theophil Wurm die Leitung der Gemeinde an den aus Ostpreußen vertriebenen Max Fischer (1900–1967) von der Bahnauer Bruderschaft. Unter ihm konnte die Bruderschaft in Unterweissach neu angesiedelt werden.[22]

Sage

Nach einer alten Sage soll zuerst in Oberweissach eine Kirche gestanden sein, welche später nach Unterweissach verlegt worden sei.[23]

Literatur

  • Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Backnang. Verlag H. Lindemann, Stuttgart 1871, S. 328
  • Adolf Schahl (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises, Band II. In: Die Kunstdenkmäler in Baden-Württemberg. (Hrsg.) Landesdenkmalamt Baden-Württemberg; München/Berlin 1983, S. 1430–1437.
  • Pfarrer Albrecht Duncker, Rudolf Veit, Erich Heim: Die evangelische St. Agatha-Kirche in Unterweissach. In: Gemeinde Weissach im Tal (Hrsg.): Die Weissach-Chronik. Weissach im Tal 2006, ISBN 3-929478-39-0, S. 454 f.
  • Margarethe Ebinger: Die Epitaphe in der Evangelischen St. Agatha-Kirche in Unterweissach. In: Gemeinde Weissach im Tal (Hrsg.): Die Weissach-Chronik. Weissach im Tal 2006, ISBN 3-929478-39-0, S. 180–186.
Commons: St. Agatha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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