Evangelische Kirche Saverne
Kirchengebäude im Département Bas-Rhin, Frankreich
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Evangelische Kirche in Saverne (deutsch: Zabern) im Département Bas-Rhin in Frankreich ist ein Kirchengebäude der Protestantischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses von Elsass und Lothringen.
Geschichte

Zabern erhielt seine erste evangelische Kirche im Jahr 1847 auf einem Grundstück des Unternehmers Goldenberg am Schleiferweg (heute: Zornhoff). Hierbei handelte es sich um eine einfache, kastenförmige Saalkirche mit aufgesetztem Giebel-Dachreiter. Das Innere war durch die umlaufende Galerie und den nach protestantischer Tradition übereinander angeordneten Prinzipalstücken von Altar, Kanzel und Orgel geprägt.
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg erhielt Zabern 1871 den Status einer Kreisstadt im Reichsland Elsaß-Lothringen und wurde ab 1877, und vermehrt ab 1890, zur Garnison ausgebaut. Durch den Zuzug von Verwaltungsbeamten und Militärpersonal, das mehrheitlich der evangelischen Konfession angehörte, vergrößerte sich zugleich der Anteil der Protestanten in der bis dahin vorwiegend römisch-katholischen Bevölkerung Zaberns auf etwa ein Drittel. Damit ergab sich die Notwendigkeit zur Errichtung einer eigenen evangelischen Pfarrkirche, die 1897 neben dem Exerzierplatz der Dragoner errichtet wurde.
Architektur
Nach dem Entwurf des Architekten Conrad Wahn (Stadtbaurat in Metz) war die in rotem Sandstein ausgeführte Zaberner Kirche ähnlich der gleichzeitig entstandenen Christuskirche in Saarburg in neugotischen Formen gestaltet. Der vorgesetzte und von einem Steilhelm bekrönte Kirchturm, begleitet von Treppentürmen zu den Emporen, ist mit Wimpergportal, Fensterrose und gekuppelten Schallarkaden ausgestattet. Der Kirchenraum ist als flachgedeckte Wandpfeilerhalle mit Emporen in den Abseiten konzipiert. Entsprechend den Forderungen des Wiesbadener Programms von 1891 wurde die Kanzel mit zweiläufiger Treppe hinter dem Altar aufgestellt.
Ausstattung
Der Kirchenbau hat seine bauzeitliche Ausstattung bewahrt.
Orgel
Auch der erste Kirchenbau war 1847 mit einer Orgel aus der Werkstatt von Georges Wegmann in Straßburg ausgestattet. Die Prospektgestaltung entsprach der 1845 von Wegmann erbauten Orgel in der Evangelischen Kirche von Berg. Das Instrument besaß folgende Disposition:[1]
|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Bei der Fertigstellung des Kirchenneubaus 1897 erhielt er eine Orgel aus der Werkstatt von Eberhard Friedrich Walcker mit der folgenden Disposition:[2]
|
|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
- Koppeln: II/I
- Spielhilfen: 4 feste Kombinationen (p – mf – f – tutti).
1964 erfolgte eine Umgestaltung der Orgel durch Ernest Mühleisen, wobei die charakteristisch romantischen Register Aeoline, Voix céleste, Fugara bzw. Hautbois zeitbedingt durch Nasard, Doublette, Tierce und Zimbel ersetzt wurden. 1997 erfolgte eine Wiederherstellung der Orgel nach der ursprünglichen Disposition durch die Werkstatt Walcker.