Eydelstedt

Gemeinde im Landkreis Diepholz in Niedersachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Eydelstedt (plattdeutsch: Eidelstee) ist eine Gemeinde in der niedersächsischen Samtgemeinde Barnstorf im Landkreis Diepholz.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
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Eydelstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eydelstedt hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 42′ N,  33′ O
Bundesland:Niedersachsen
Landkreis: Diepholz
Samtgemeinde: Barnstorf
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 76,23 km²
Einwohner: 1782 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49406
Vorwahlen: 05442, 05448
Kfz-Kennzeichen: DH, SY
Gemeindeschlüssel: 03 2 51 017
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Markt 4
49406 Barnstorf
Bürgermeisterin: Martina Thesing (Wählergemeinschaft Eydelstedt)
Lage der Gemeinde Eydelstedt im Landkreis Diepholz
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Geografie

Geografische Lage

Eydelstedt liegt zwischen dem Naturpark Dümmer und dem Naturpark Wildeshauser Geest ungefähr in der Mitte zwischen Bremen und Osnabrück. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Barnstorf an, die ihren Verwaltungssitz in dem Flecken Barnstorf hat.

Gemeindegliederung

Die fünf Ortsteile der Gemeinde sind:

  • Donstorf (mit Heitmannshausen, Egelriede, Clausen, Danhollen, Holte, Neu-Holte, und Donstorf)
  • Dörpel (mit Scharrel und Dörpel)
  • Düste (mit Helmsmühle, Aufurth, Herkamp, Neu-Aufurth und Düste)
  • Eydelstedt (mit Gothel, Holzort, Neu-Eydelstedt, Haßlau, Klöterbusch, Heide, Traxelsiedlung und Eydelstedt)
  • Wohlstreck (mit Brockmannshausen, Stubben, Bülten, Ohe, Hartingen, Hollen, Clausheide, Wuthenau, Loge, Schierholz, Neu-Schierholz und Krakeel)

Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete

Das Gebiet der Gemeinde Eydelstedt gehört zum Einzugsgebiet der Hunte und damit zum Flusssystem der Weser.

Die Hunte ist ein rund 189 km langer linker Zufluss der Weser und prägt die übergeordnete Gewässerstruktur der Region. Sie bildet streckenweise die westliche Gemeindegrenze zum benachbarten Barnstorf.

Eydelstedt wird von mehreren Oberflächengewässern geprägt, die Teil des regionalen Flusssystems sind. Das bedeutendste Fließgewässer im Gemeindegebiet ist die Wagenfelder Aue, ein etwa 26 km langer rechter Nebenfluss der Hunte, der im Süden bei Wagenfeld entspringt und nördlich von Barnstorf in die Hunte mündet. Die Wagenfelder Aue durchquert auch das Eydelstedter Holz und die Umgebung von Eydelstedt.

Ein weiteres typisches Gewässer ist der See „Großes Meer“ (auch Holter Meer), ein flachgründiger See und Naturschutzgebiet südöstlich von Eydelstedt (NSG HA 012)[2], der durch Grundwasserzuflüsse sowie Niederschlag gespeist wird und bei Hochwasser über einen künstlichen Durchlass in die Wagenfelder Aue entwässert.

Diese Gewässer sind ökologisch und wasserwirtschaftlich relevant und unterliegen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie als Oberflächengewässer (Flüsse, Bäche, Seen).

Zudem gibt es im Gemeindegebiet kleinere Gräben und Entwässerungsrinnen, die landwirtschaftliche Flächen entwässern und in die genannten Hauptgewässer einmünden (häufig in wasserwirtschaftlichen Verzeichnissen als Gräben gelistet).

In der Gemeinde Eydelstedt und ihrer Umgebung befinden sich Teile größerer Moor- und Feuchtgebietssysteme der Diepholzer Moorniederung, die zu den bedeutenden Niedermoor- und Hochmoorlandschaften Norddeutschlands gehören. Ein wesentliches Feuchtgebiet ist das Naturschutzgebiet Mittlere Wietingsmoor (NSG HA 127)[3], dessen Fläche sich unter anderem über Teile des Gemeindegebiets von Eydelstedt erstreckt und sowohl als Niedermoor als auch in Abschnitten als Hochmoor klassifiziert ist. Diese Moorflächen sind aus geologischer und ökologischer Sicht geprägt durch dauerhaft hohe Grundwasserstände, organische Böden und spezialisierte Moorflora und -fauna, die durch jahrtausendelange Torfbildung entstanden sind.

Großflächige Moorgebiete im Landkreis Diepholz, zu denen auch das Wietingsmoor gehört, stehen im Rahmen von Natura-2000-Schutzgebieten und landesweiten Renaturierungsprojekten, die auf Wiedervernässung und Erhalt dieser Feuchtökosysteme abzielen. Die Moore im Raum Eydelstedt sind durch jahrhundertelange Entwässerung und landwirtschaftliche Nutzung zum großen Teil verändert worden, werden aber im Zuge von Moorentwicklungs- und Klimaschutzmaßnahmen teilweise wieder vernässt. Diese Moor- und Feuchtgebiete tragen wesentlich zur Biodiversität, Wasserspeicherung und Klimarelevanz der Region bei und sind charakteristische Elemente der Landschaft der Diepholzer Moorniederung.[4][5]

Eydelstedt ist insbesondere durch die Entwässerung von Moor- und Feuchtgebieten mit hydrologischen und ökologischen Herausforderungen konfrontiert, was zu abgesenkten Grundwasserständen, Torfabbaufolgen, CO₂-Emissionen und einem Verlust moortypischer Lebensräume geführt hat. Vor diesem Hintergrund werden im Gemeindegebiet und in der unmittelbaren Umgebung Maßnahmen zur Renaturierung und Wiedervernässung von Moorflächen im Rahmen von Moorentwicklungs- und Klimaschutzprogrammen der Diepholzer Moorniederung umgesetzt. Zudem ist Eydelstedt in regionale Vorhaben zur ökologischen Aufwertung von Fließgewässern, insbesondere der Wagenfelder Aue, eingebunden, um die Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen. Ergänzend erfolgen Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen wie Gehölzentfernung, Wasserstandsmanagement und ökologisches Monitoring zur Stabilisierung des Naturhaushalts.[6][7][8]

Untergrundverhältnisse

Eydelstedt liegt in der Norddeutschen Tiefebene und ist geologisch durch quartäre Lockersedimente geprägt, die während der Eiszeiten abgelagert wurden. Diese bestehen überwiegend aus Sanden und Kiesen, die lokal von gering durchlässigen Ton- und Schluffschichten unterlagert oder unterbrochen werden.

Hydrogeologisch handelt es sich um einen porösen Grundwasserraum mit mehreren übereinanderliegenden Grundwasserleitern. Der oberste Grundwasserleiter befindet sich in den oberflächennahen quartären Sanden und Kiesen und weist meist geringe Flurabstände von wenigen Metern auf. Ein zweiter, tiefer liegender Grundwasserleiter tritt in älteren quartären oder tertiären Sanden auf und liegt regionaltypisch in Tiefen von etwa 10 bis 50 Metern, wobei die genaue Lage lokal variieren kann.[9][10]

Geschichte

Erstmals erwähnt wurde die Gemeinde Eydelstedt im 12. und 13. Jahrhundert im Güterregister des Klosters Corvey.[11]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Donstorf, Dörpel, Düste und Wohlstreck eingegliedert.[12]

Während des Kalten Krieges gab es von 1961 bis 1988 in der Hülsmeyer-Kaserne die Nukleare Verwahrung der USA für das Flugabwehrraketenbataillon 25 mit Nike Hercules-Raketen.

Politik

Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Eydelstedt besteht aus elf Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1000 und 2000 Einwohnern.[13] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.

Die letzte Kommunalwahl vom 12. September 2021 ergab das folgende Ergebnis:[14]

Weitere Informationen Partei, Anteilige Stimmen ...
Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
WGE81,92 %9
SPD9,84 %1
Bündnis 90/Die Grünen8,24 %1
Schließen

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2021 lag mit 63,77 %[14] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 57,9 %.[15]

Bürgermeister

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Martina Thesing (WGE) zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin für die aktuelle Wahlperiode.[16]

bisherige Amtsinhaber
  • 1986–2001: Tronje Hagen (1924–2013), Ehrenbürgermeister
  • 2001–2011: Cord-Hinrich Egelriede
  • 2011–2021: Friedrich Bokelmann (1947–2024)[17]
  • seit 2021: Martina Thesing

Naturschutzgebiete

Großes Meer
  • Großes Meer. Es liegt fünf Kilometer südlich vom Ortskern von Eydelstedt, steht seit 1942 unter Naturschutz und hat eine Fläche von 24,6 ha.

Bauwerke

In der Liste der Baudenkmale in Eydelstedt sind 27 Baudenkmale aufgeführt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Am Westrand der Gemeinde befindet sich der Hülsmeyer-Park[18]. Nach Auflösung der Hülsmeyer-Kaserne haben sich in den umgebauten Unterkünften, Lagerhallen und Werkstätten mehrere Unternehmen angesiedelt.

Verkehr

Westlich der Gemeinde in etwa drei Kilometern Entfernung verläuft die Bundesstraße 51, BassumOsnabrück.

Bildung

In der Gemeinde Eydelstedt wurde 2021 ein Familien- und Bildungszentrum eingeweiht. Dieses beinhaltet neben der schon zuvor vorhandenen Grundschule eine Kindertagesstätte, eine Krippe und einen Raum für Vereinsaktivitäten.[19]

Vereine, Einrichtungen

  • Chorgemeinschaft Eydelstedt
  • Freiwillige Feuerwehren in allen Ortsteilen
  • Kyffhäuser-Kameradschaft Eydelstedt/Wohlstreck
  • Schützenverein Eydelstedt 1911
  • Schützenverein Dörpel von 1913
  • Schützenverein Donstorf
  • Schützenverein Düste-Rechtern von 1907
  • Schützenverein Wohlstreck von 1908
  • Sportverein SV DEDWD Jura 67

Söhne und Töchter der Gemeinde

Einzelnachweise

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