Ezekiel Isidore Epstein

englischer Rabbiner; Übersetzer From Wikipedia, the free encyclopedia

Ezekiel Isidore Epstein, (hebräisch יחזקאל יצחק אפשטיין, geboren 7. Mai 1894 in Kaunas (Litauen); gestorben 13. April 1962 in London) war ein litauisch-englischer orthodoxer Rabbiner, Gelehrter der jüdischen Studien und ein jüdischer Pädagoge. Epstein gab die erste vollständige englische Übersetzung des Babylonischen Talmud (den Soncino-Talmud) heraus, er war Rektor des Jews’ College in London und Autor von The Faith of Judaism, einem Werk der jüdischen Philosophie des 20. Jahrhunderts. Er verfasste außerdem zahlreiche wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Bücher über das Judentum.

Ezekiel Isidore Epstein

Leben und Wirken

Epstein wurde als Sohn von Millie (Malka)[1] (1867–1954) und David (Hacohen) Epstein (1858–1938), einem Schuhmacher, geboren, beide Eltern waren orthodoxe Juden. Epstein hatte noch vier Schwestern Rebecca, Margaret, Millie und Hanna.[2] Die Familie zog in Epsteins früher Kindheit nach Paris und 1903 weiter nach London. Dort besuchte er die „Old Castle Street School“ sowie die „Raine’s Foundation School“. Im Alter von fünfzehn Jahren begann er ein intensives Talmudstudium im Beit Midrasch in der Great Garden Street. Aufgrund der Qualität seiner Mitarbeit wurde er zum weiteren Studium an die Jeschiwa in Pressburg zu Rabbi Akiva Sofer entsandt. Zuvor hatte er bereits in Paris bei Rabbi Zadoc Kahn, dem Oberrabbiner Frankreichs, studiert. Die Semicha (Rabbinerordination) erhielt er von Rabbi Isaiah Silberstein aus Vác, Rabbi Yisrael Chaim Daiches aus Leeds sowie von Rabbi Abraham Isaac Kook, der während des Ersten Weltkriegs in London wirkte.[3]

Auf Empfehlung des Oberrabbiners des Vereinigten Königreichs, Joseph Hertz, nahm Epstein eine akademische Ausbildung auf. Er studierte an der University of London und erwarb dort in Semitischen Sprachen einen Bachelor of Arts (BA) mit Auszeichnung, im Anschluss wurde er zweimal promoviert und erhielt sowohl den PhD als auch den DLitt.

Von 1920 bis 1928 war Epstein Rabbiner der Hebräischen Gemeinde in Middlesbrough. Danach trat er in den Lehrkörper des Jews’ College in London ein, wo er 1945 zum Studiendirektor und später zum Rektor ernannt wurde. 1961 trat er in den Ruhestand.[4]

Epstein war zweimal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er 1921 in Belfast mit Jeanie; aus dieser Verbindung gingen zwei Kinder hervor, Helen und Jack. Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahr 1924 heiratete er am 3. Juni 1925 erneut. Mit seiner zweiten Frau, Gertrude, hatte er einen weiteren Sohn, Samuel Stanley Epstein (1926–2018).[5]

Werke (Auswahl)

  • The Responsa of Rabbi Simon B. Zemah Duran As a Source of the History of the Jews in North Africa. Oxford University Press, Oxford 1930
  • Hrsg., Moses Maimonides: Anglo-Jewish Papers in Connection with the Eighth Centenary of His Birth. London 1935
  • Judaism. The Epworth Press, London 1939
  • Social Legislation in the Talmud. Tnuath Torah Va'Avodah, 1943
  • Man and His Creator: A guide-book for teachers. (Jewish Educational Publications), Woburn House, London 1944
  • Hrsg., Joseph Herman Hertz, 1872–1946, in Memoriam. Soncino Press, London 1947
  • The Jewish Way of Life. Edward Goldston, 1947
  • The Faith of Judaism: an interpretation for our times. Soncino Press, London 1954
  • Step By Step in the Jewish Religion. Soncino Press, London 1958
  • Judaism: A Historical Presentation. Penguin, 1950

Einzelnachweise

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