FC Nordsjælland
dänischer Fußballverein
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der FC Nordsjælland (FCN) ist ein dänischer Fußballverein mit Sitz in Farum, Furesø Kommune, einem Vorort von Kopenhagen. Die Herrenfußballmannschaft, die 2002 noch als Farum BK in die Superliga aufstieg, wurde 2011 Meister. Das Frauenteam spielt seit 2019 in der A-Liga und wurde 2024 dänischer Meister.
| FC Nordsjælland | |||
| Basisdaten | |||
|---|---|---|---|
| Name | Football Club Nordsjælland | ||
| Sitz | Farum, Dänemark | ||
| Gründung | 1991 (als Farum Boldklub) 2003 (als FC Nordsjælland) | ||
| Präsident | Jan Laursen | ||
| Website | fcn.dk | ||
| Erste Fußballmannschaft | |||
| Cheftrainer | Jens Fønsskov Olsen[1] | ||
| Spielstätte | Right to Dream Park | ||
| Plätze | 10.000 | ||
| Liga | Superliga | ||
| 2025/26 | 3. Platz | ||
| |||
Geschichte
Die Ursprünge des Vereins gehen auf den Farum Boldklub zurück, der am 1. Januar 1991 aus der Fusion des Farum Idrætsklub mit dem Stavnsholt Boldklub entstand.[2] Der Klub wurde stark von Farums Bürgermeister Peter Brixtofte unterstützt, der zugleich Klubpräsident war. Unter anderem wurde 1999 der Bau des Farum Park mit einer Kapazität von 10.000 Zuschauern aus Steuergeldern finanziert, obwohl der Verein erst drittklassig spielte. Brixtofte griff bei der Unterstützung des Vereins aber auch auf betrügerische Geschäfte zurück, so wurden Unternehmen bei kommunalen Aufträgen stärker entlohnt, wenn sie im Gegenzug den Farumer Verein unterstützten.[3] Das Aufdecken dieser Praktiken durch die BT führte im Februar 2002 zum Rückzug Brixtoftes.[2] Der Farum BK stieg 1999 in die 1. Division auf und erreichte in der Saison 2001/02 mit dem zweiten Platz den Aufstieg in die Superliga. Dort wurde Farum direkt Dritter und qualifizierte sich für den UEFA-Pokal.
Nachdem der Verein nach der Affäre um Brixtofte in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, übernahm Investor Allan K. Pedersen 2003 die Kontrolle über den Verein.[4] Der FC Nordsjælland wurde neu gegründet und übernahm die Lizenz der ersten Mannschaft des Farum BK in der Superliga.[5] Der neue Name sollte auch eine stärkere Verbindung mit der Region außerhalb Farums einleiten. Hierzu wurde auch ein unterstützendes Netzwerk mit lokalen Amateurklubs gebildet, das auf über 60 Vereine anwuchs.[6]
In seinen ersten drei Jahren war der FC Nordsjælland zwar durchgehend erstklassig, jedoch fand man sich in der unteren Tabellenhälfte wieder. Als Morten Wieghorst 2006 den Posten des Trainers übernahm, sollte stetig eine Verbesserung folgen. Gleich in der ersten Spielzeit war dem FC Nordsjælland der fünfte Tabellenplatz gelungen, was zunächst ein Ausrutscher sein sollte, da man in der Folgespielzeit Platz neun belegte. Morten Wieghorsts Zusammenarbeit mit dem neuen Co-Trainer Kasper Hjulmand und dem Vorstand führte zu einem sportlichen Aufschwung, der in den kommenden Jahren in den Platzierungen acht, sieben und sechs mündete. 2010 und 2011 gewann man jeweils dazu den dänischen Pokal, beide Male jeweils gegen den FC Midtjylland. 2011 verließ Wieghorst die Mannschaft, um die U-21-Nationalmannschaft Dänemarks zu übernehmen. Sein Assistenztrainer Kasper Hjulmand trat das Erbe an. Das Konzept von Wieghorst fand mit dessen Nachfolger Hjulmand seine Fortsetzung. Die Mannschaft verstärkte sich u. a. mit den dänischen Nationalspielern Mikkel Beckmann und Patrick Mtiliga und Talenten aus dem eigenen Nachwuchs; einer davon war der spätere Nationalspieler Jores Okore. Nach einem mäßigen Auftakt aus den ersten drei Spielen (zwei Niederlagen, ein Unentschieden) gewann man zwölf der nächsten 15 Spiele und belegte zum Ende der Hinrunde den zweiten Tabellenplatz. In der Rückrunde kam es zu einem Fernduell mit dem Tabellenführer FC Kopenhagen, den man am fünftletzten Spieltag mit 1:0 besiegte. In den folgenden letzten vier Spielen konnten drei Siege errungen werden, während Kopenhagen nur ein einziges Mal siegte. Der FC Nordsjælland eroberte dadurch die Tabellenführung und verteidigte diese bis zum Ende der Spielzeit. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte war perfekt und der FC Nordsjælland feierte den Gewinn der dänischen Meisterschaft. In der Saison 2012/13 wurde der Verein Vizemeister.
Der Verein wurde 2015 von der Right to Dream Academy übernommen, welche sich seit 2021 im Besitz der ägyptischen Manour Group befindet. Zahlreiche Talente aus Ghana (z. B. Mohammed Kudus), wo die Right to Dream Academy Ausbildungsstätten unterhält, wechselten in der Folge zum FC Nordsjælland.[7][8]
Herrenfußball
Meisterschaft

- Dänischer Meister (1): 2012
| Saison | Platz | Sp. | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|
| 2002/03 | 3. | 33 | 49:58 | −9 | 51 |
| 2003/04 | 9. | 33 | 35:59 | −24 | 32 |
| 2004/05 | 10. | 33 | 36:59 | −23 | 30 |
| 2005/06 | 9. | 33 | 49:55 | −6 | 38 |
| 2006/07 | 5. | 33 | 67:39 | +28 | 57 |
| 2007/08 | 9. | 33 | 47:51 | −4 | 43 |
| 2008/09 | 8. | 33 | 44:53 | −9 | 35 |
| 2009/10 | 7. | 33 | 40:41 | −1 | 43 |
| 2010/11 | 6. | 33 | 38:50 | −12 | 39 |
| 2011/12 | 1. | 33 | 49:22 | +27 | 68 |
| 2012/13 | 2. | 33 | 60:37 | +23 | 60 |
| 2013/14 | 6. | 33 | 38:44 | −6 | 46 |
| 2014/15 | 6. | 33 | 39:43 | −4 | 44 |
| 2015/16 | 9. | 33 | 35:50 | −15 | 38 |
| 2016/17 | 5. | 36 | 59:55 | +4 | 49 |
| 2017/18 | 3. | 36 | 76:58 | +18 | 59 |
| 2018/19 | 6. | 36 | 52:54 | −2 | 44 |
| 2019/20 | 6. | 36 | 59:54 | +4 | 47 |
| 2020/21 | 5. | 32 | 51:51 | 0 | 43 |
| 2021/22 | 9. | 32 | 38:47 | −9 | 36 |
| 2022/23 | 2. | 32 | 50:35 | +15 | 55 |
| 2023/24 | 4. | 32 | 60:34 | +26 | 58 |
| 2024/25 | 5. | 32 | 53:56 | −3 | 46 |
| 2025/26 | 3. | 32 | 51:46 | +5 | 50 |
Pokal
Der FC Nordsjælland gewann in der Saison 2009/10 den dänischen Fußballpokal Landspokalturneringen mit 2:0 n. V. gegen den FC Midtjylland. Dies war der allererste Titelgewinn des Vereins überhaupt. In der folgenden Saison 2010/11 konnte man den Titel sogar verteidigen, im Finale gewann Nordsjælland erneut gegen den FC Midtjylland mit 3:2.
Europapokalbilanz
Durch den dritten Platz in der Meisterschaftssaison 2003 erreichte der FCN die UEFA-Pokal-Qualifikation. Nach überstandener Qualifikation mit 4:0 und 2:0 gegen Schirak Gjumri aus Armenien scheiterte das Team in der ersten Hauptrunde des UEFA-Pokals mit 1:2 und 0:1 an Panionios Athen. In der Saison des UEFA-Pokals 2008/09 konnte man sich durch Siege gegen TVMK Tallinn und Queen of the South ebenfalls für die Hauptrunde qualifizieren, scheiterte aber erneut an einem griechischen Vertreter durch ein 0:2 und 0:7 gegen Olympiakos Piräus. In der Qualifikation zur UEFA Europa League 2010/11 unterlag das Team Sporting Lissabon in der dritten Qualifikationsrunde mit 0:1 und 1:2. 2011/12 unterlag der FCN in den Playoffs erneut gegen Sporting Lissabon nach einem 0:0 im Hinspiel mit 1:2 im Rückspiel.
Durch den dänischen Meistertitel in der Saison 2011/12 war der FC Nordsjælland direkt für die Gruppenphase der UEFA Champions League 2012/13 qualifiziert. Dort schied man mit fünf Niederlagen und einem Remis gegen Juventus Turin mit dem schlechtesten Ergebnis aller 32 Teilnehmer aus. Als Vizemeister der Saison 2012/13 nahm die Mannschaft wieder an der Qualifikation zur UEFA Champions League teil. In der 3. Qualifikationsrunde scheiterte man an der Mannschaft von Zenit St. Petersburg mit 0:1 und 0:5. Auch in der darauf folgenden Playoff-Runde der UEFA Europa League schied man aus.
| Saison | Wettbewerb | Runde | Gegner | Gesamt | Hin | Rück |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2003/04 | UEFA-Pokal | Qualifikation | 6:0 | 4:0 (H) | 2:0 (A) | |
| 1. Runde | 1:3 | 0:1 (A) | 1:2 (H) | |||
| 2008/09 | UEFA-Pokal | 1. Qualifikationsrunde | 8:0 | 3:0 (A) | 5:0 (H) | |
| 2. Qualifikationsrunde | 4:2 | 2:1 (A) | 2:1 (H) | |||
| 3. Qualifikationsrunde | 0:7 | 0:2 (H) | 0:5 (A) | |||
| 2010/11 | UEFA Europa League | 3. Qualifikationsrunde | 1:3 | 0:1 (H) | 1:2 (A) | |
| 2011/12 | UEFA Europa League | Play-offs | 1:2 | 0:0 (H) | 1:2 (A) | |
| 2012/13 | UEFA Champions League | Gruppenphase | 2:7 | 0:2 (A) | 2:5 (H) | |
| 1:10 | 0:4 (H) | 1:6 (A) | ||||
| 1:5 | 1:1 (H) | 0:4 (A) | ||||
| 2013/14 | UEFA Champions League | 3. Qualifikationsrunde | 0:6 | 0:1 (H) | 0:5 (A) | |
| 2013/14 | UEFA Europa League | Play-offs | 1:2 | 1:1 (A) | 0:1 (H) | |
| 2018/19 | UEFA Europa League | 1. Qualifikationsrunde | 3:1 | 1:0 (A) | 2:1 (H) | |
| 2. Qualifikationsrunde | 2:0 | 1:0 (H) | 1:0 (A) | |||
| 3. Qualifikationsrunde | 3:5 | 1:2 (H) | 2:3 (A) | |||
| 2023/24 | UEFA Europa Conference League | 3. Qualifikationsrunde | 2:0 | 0:0 (A) | 2:0 (H) | |
| Play-offs | 6:0 | 5:0 (H) | 1:0 (A) | |||
| Gruppenphase | 7:4 | 1:3 (A) | 6:1 (H) | |||
| 7:2 | 7:1 (H) | 0:1 (A) | ||||
| 3:1 | 2:0 (A) | 1:1 (H) | ||||
| 2026/27 | UEFA Conference League | 2. Qualifikationsrunde | 6:1 | 0:1 (A) | 6:0 (H) | |
| 3. Qualifikationsrunde | 7:0 | 2:0 (A) | 5:0 (H) | |||
| Play-offs | 4:2 | 1:0 (H) | 3:2 (A) | |||
| Ligaphase | -:- | -:- (A) | ||||
| -:- | -:- (H) | |||||
| -:- | -:- (A) | |||||
| -:- | -:- (H) | |||||
| -:- | -:- (A) | |||||
| -:- | -:- (H) | |||||
Gesamtbilanz: 46 Spiele, 21 Siege, 5 Unentschieden, 20 Niederlagen, 76:63 Tore (Tordifferenz +13)
Stand: 27. August 2026
Kader der Saison 2026/27
Stand: 13. August 2026[9]
|
|
Frauenfußball
Im Oktober 2017 verkündete der FC Nordsjælland die Absicht, eine Frauenmannschaft in den Verein zu integrieren. Zum Aufbau der Abteilung wurde auf den Farum Boldklub zurückgegriffen, der als Amateurverein weiter existiert. Im Nachwuchsbereich wurde eine neue Mädchenauswahl gegründet, die 2018 in die dänische Meisterschaft startete.[10] Im Erwachsenenbereich wurde die bereits bestehende Mannschaft des Farum BK, die in der viertklassigen Kvindesjællandsserien spielte, gefördert.[11] Farum rückte 2017 in die Kvindeserie Øst auf, wo man als Zweiter ebenfalls aufstieg.[12] In der 1. Division 2018/19 wurde die Mannschaft Erstplatzierte in ihrer Gruppe und gewann anschließend die Kvalifikationsliga zum Aufstieg in die Kvindeliga.[13] Auch in der Hauptrunde der ersten Erstligasaison spielte die Mannschaft noch unter dem Namen Farum BK, wechselte Anfang 2020 allerdings final in den Profiverein zum FC Nordsjælland.[14]
In seiner ersten Spielzeit in der obersten Spielklasse wurde der FC Nordsjælland 2020 Dritter und gewann zudem den Kvindepokalen. Weitere Pokalsiege folgten 2023 und 2024. In der Saison 2023/24 wurde Nordsjælland zum ersten Mal dänischer Meister nach einem Remis gegen Brøndby IF im Spitzenspiel am letzten Spieltag. Damit ging auch die erstmalige Qualifikation für die UEFA Women’s Champions League einher. 2025 wurde der FCN Vizemeister.[15] Die Mannschaft trägt ihre Heimspiele im Farum Park aus.
Erfolge
- Dänischer Meister: 2024
- Dänischer Pokalsieger: 2020, 2023, 2024
Kader der Saison 2025/26
Stand: 16. Mai 2026[16]
|
|