FS 630
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Die Baureihe FS 630 war eine an die Ferrovie dello Stato (FS) ausgelieferte Dampflokomotivgattung, die durch die Ableitung einer Lokomotive der Rete Adriatica (Rete Adriatica-Reihe 380, spätere FS-Reihe 600) mit größeren Treibraddurchmesser entstanden ist.
| FS 630 | |
|---|---|
spätere FS 630.001 | |
| Nummerierung: | bis 1931: 6301–6400 ab 1931: 630.001–100 |
| Anzahl: | 100 |
| Hersteller: | Ansaldo (50), Henschel (25), OM (9), Energie (Charleroi) (16) |
| Baujahr(e): | 1906–1908 |
| Ausmusterung: | unbekannt, ab 1930: Umbau in FS 640 |
| Achsfolge: | 1’C n2v |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge über Puffer: | 16.580 mm |
| Gesamtachsstand: | 6750 mm |
| Treibraddurchmesser: | 1850 mm |
| Laufraddurchmesser: | 950 mm |
| Leermasse: | 49,67 t |
| Dienstmasse: | 54,82 t |
| Reibungsmasse: | 43,67 t |
| Radsatzfahrmasse: | 14,75 t |
| Anfahrzugkraft: | 70 kN |
| Kesselüberdruck: | 16 bar |
| Heizrohrlänge: | 4000 mm |
| Anzahl der Heizrohre: | 203 |
| Rostfläche: | 2,42 m² |
| Verdampfungsheizfläche: | 124,9 m² |
| HD-Zylinderdurchmesser: | 430 mm |
| ND-Zylinderdurchmesser: | 680 mm |
| Kolbenhub: | 700 mm |
| Bremse: | Westinghouse-Bremse Wurfhebelbremse |
| Steuerung: | Walschaerts-Steuerung im Außenbereich |
| Wasservorrat: | 15 m³ |
| Brennstoffvorrat: | 5 t |
| Besonderheiten: | Innentriebwerk und Außensteuerung |
Sie wurde von 1906 bis 1908 mit 100 Lokomotiven von den Firmen Ansaldo, Henschel, Officine Meccaniche sowie Société Anonyme Energie bei Charleroi hergestellt. Nach dem Baubeginn der FS 640 wurde die Beschaffung der Lokomotiven nicht mehr fortgesetzt. Das Einsatzgebiet der Lokomotiven war die Beförderung von leichten Schnellzügen.[1.1] Ab 1930 sind 15 Lokomotiven mit Caprotti-Steuerung in die FS 640 umgebaut worden. Diese Lokomotiven schieden in den 1960er Jahren aus.
Geschichte

Für die Lokomotive wurde die ausgereifte Konstruktion der Rete Adriatica-Reihe 380, der späteren FS-Reihe 600 zugrunde gelegt und das Aufgabengebiet lediglich für den Transport von leichten Schnellzügen mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h durch einen höheren Treibraddurchmesser spezifiziert. Die 100 gebauten Lokomotiven wurden von der FS anfangs in der Nummerngruppe 6301 bis 6400 eingeordnet.
Von 1930 an wurden sie als Reihe 630 bezeichnet. Bei der Bestellung der FS 640 wurde festgelegt, dass sämtliche Teile der FS 630 bis auf den Heißdampf verwendet werden sollten.[1.1]
Nach der Lieferung der FS 640 wurden beide Lokomotivbaureihen in intensiven Vergleichsfahrten getestet, und die FS 630 zeigte sich gegenüber der neuen Bauart mit Überhitzer erwartet unterlegen.[1.2] Daraufhin wurde die Maschine nicht weitergebaut.
In den Jahren ab 1930 wurden 15 Lokomotiven der Reihe auf Heißdampf mit einer Caprotti-Steuerung umgebaut und daraufhin in die FS 640 eingereiht. Diese Maschinen wurden nach dem Umbau als 640.305…379 umgezeichnet. Von diesen Lokomotiven ist die Ausmusterung in den 1960er Jahren bekannt.
Technik
Die Lokomotiven besitzen eine Laufwerksanordnung mit der als Kropfachse ausgebildeten Treibachse mit einem Durchmesser 1850 mm und den innerhalb der Rahmenwangen liegenden Innenzylindern in schräger Stellung sowie den außen liegenden Kolbenschiebern in gerader Stellung.[1.3] Die vordere Laufachse bildete mit der ersten Treibachse ein Zara-Gestell. Die Lagerung der Treib- und Kupplungslager waren um 180° versetzt angeordnet.
Mit dem Kessel wurde eine Leistung von 700 PS erreicht. Er bestand aus zwei Schüssen mit 203 Heizrohren einer Länge von 4 m, auf dem ersten Kesselschuss saß der Sandkasten, von dem zwei Sandfallrohre pro Lokseite herabführten und die erste Achse von vorn sowie die Treibachse von hinten sanden konnten. Auf dem zweiten Kesselschuss war der Dampfdom platziert. Direkt dahinter waren die Sicherheitsventile. Die Lokomotiven verfügten über eine Heusinger-Steuerung. Sie wurden mit Westinghouse-Bremse und direkter Bremse sowie Dampfheizung für die Beheizung von Reisezugwagen ausgestattet.
Siehe auch
Weblinks
Literatur
- Wolfgang Messerschmidt, Geschichte der italienischen Dampflokomotiven, Orell Füssli Verlag Zürich, 1968
