Fabienne Königstein

deutsche Langstreckenläuferin From Wikipedia, the free encyclopedia

Fabienne Königstein (geb. Amrhein; * 25. November 1992 in Heidelberg) ist eine deutsche Leichtathletin, die sich auf Langstreckenläufe bis zum Marathon spezialisiert hat und auch Geländeläufe absolviert.

Schnelle Fakten Karriere, Medaillenspiegel ...
Fabienne Königstein


Fabienne Königstein (2013)

Nation Deutschland Deutschland
Geburtstag 25. November 1992 (33 Jahre)
Geburtsort Heidelberg, Deutschland
Größe 168 cm
Gewicht 53 kg
Karriere
Disziplin Marathon, Langstrecke und Crosslauf
Bestleistung 2:22:17 h (Marathon),
1:09:32 h (Halbmarathon)
Verein Hannover 96, vorm. MTG Mannheim, TSG Wiesloch
und SG Nußloch
Trainer Karsten Königstein,
vorm.: Wolfgang Heinig, Christian Stang
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
Europameisterschaften 0 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Crosslauf-Europameisterschaften 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
Deutsche Meisterschaften 2 × Goldmedaille 4 × Silbermedaille 4 × Bronzemedaille
Logo der World Athletics
 Halbmarathon-Weltmeisterschaften
Bronze Gdynia 2020 Team
Logo der EAA
 Europameisterschaften
Silber Rom 2024 Halbmarathon Team
Logo der EAA
 Crosslauf-Europameisterschaften
Bronze Tilburg 2018 Team
Logo des DLV
 Deutsche Meisterschaften
Bronze Markt Indersdorf 2015 Crosslauf
Silber Löningen 2017 Crosslauf
Bronze Hannover 2018 Halbmarathon
Gold Düsseldorf 2018 Marathon
Bronze Freiburg 2023 Halbmarathon
Silber Freiburg 2023 Halbmarathon Team
Bronze Wassenberg 2024 10.000 m
Silber Siegburg 2025 10 km
Silber Hannover 2026 Marathon
Gold Hannover 2026 Marathon Team
letzte Änderung: 15. April 2026
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Werdegang

Mit viereinhalb Jahren kam Königstein zur Leichtathletik, ging zunächst verschiedenen Disziplinen nach, und erst zehn Jahre später spezialisierte sie sich auf das Laufen.[1][2] Sie startet seit 2006 für die MTG Mannheim. Davor war sie bei der TSG Wiesloch und von 2001 bis 2006 bei der SG Nußloch.

Anfang Mai 2017 hatte sie beim Gutenberg-Marathon in Mainz nicht nur den Streckenrekord im Halbmarathon um mehr als sechs Minuten verbessert als Königstein nach 1:13:11 Stunden mit viertschnellster deutscher Halbmarathonzeit des Jahres die Ziellinie überquerte, sondern war auch 17 Sekunden schneller als die Norm für die Sommer-Universiade 2017 in Taiwan,[3] wo sie auf den sechsten Platz kam. Die bis dato sechsfache deutsche Hochschulmeisterin gab daraufhin im September beim Berlin-Marathon ihre Premiere auf der vollen Marathondistanz und lief bei widrigen Wetterbedingungen in einem Weltklassefeld in 2:34:14 Stunden auf den elften Platz. Damit schaffte Königstein auch die Qualifikation für die Europameisterschaften 2018 in Berlin.[4]

Beim Düsseldorf-Marathon am 29. April 2018 wurde die damals 25-Jährige in 2:32:34 Stunden erstmals Deutsche Marathonmeisterin.[5] Sie wurde vom DLV für den Europacup im Rahmen der Europameisterschaften 2018 nominiert[6], wo sie als beste Deutsche in 2:33:44 Stunden auf den elften Platz lief. Ende November 2018 qualifizierte sich Königstein beim Crosslauf in Darmstadt als Dritte zum insgesamt sechsten Mal seit 2013 für die Crosslauf-Europameisterschaften in Tilburg, bei denen sie zwei Wochen später Platz 19 belegte und somit einen substanziellen Anteil an der Bronzemedaille der deutschen Mannschaft hatte. Am 31. Dezember 2018 gewann sie in der Frauenkategorie wie schon im Vorjahr den traditionellen Silvesterlauf von Werl nach Soest.

Nach ihrem fünften Platz beim Berliner Halbmarathon im April 2019 mit einer neuen persönlichen Bestleistung (1:11:39 Stunden) musste Königstein ihren Start beim Düsseldorf-Marathon aufgrund eines Ermüdungsbruches im Fersenbein absagen. In der Folge konnte Königstein aufgrund einer Serie von Verletzungen keine internationalen Auftritte absolvieren, erreichte jedoch bei den Deutschen Straßenlaufmeisterschaften in Siegburg am 15. September 2019 über 10 Kilometer in 33:20 Minuten den fünften Platz.

Nach mehr als zehn Jahren in der Betreuung von Trainer Christian Stang, wechselte Königstein im Mai 2020 zu Wolfgang Heinig.[7] Am 17. Oktober 2020 feierte sie ihr internationales Comeback bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Polen und gewann die Bronzemedaille mit dem deutschen Team.[8] Aufgrund eines Sehnenabrisses im Bereich der hinteren Oberschenkelmuskulatur musste sich Königstein im August 2021 einer Operation und in der Folge einer sechsmonatigen Rehabilitation unterziehen.

Seit Anfang 2022 wird Königstein von ihrem Ehemann trainiert. Aufgrund einer Schwangerschaft war auch im Anschluss ein sportliches Comeback nicht möglich, welches sie dann dreieinhalb Monate nach der Geburt ihrer Tochter am 1. November 2022 im Rahmen des Hockenheimringlaufs gab. Dort belegte sie den dritten Platz über die zehn Kilometer mit einer Zeit von 35:04 Minuten.[9]

Im Frühjahr 2023 gewann Königstein bei den Deutschen Halbmarathonmeisterschaften in Freiburg die Bronzemedaille und Silber mit der Mannschaft der MTG Mannheim. Anschließend gelang ihr im Rahmen des Paderborner Osterlaufs in einem Weltklassefeld über 10 Kilometer Platz zehn mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 32:36 Minuten. Nur neun Monate nach der Geburt ihrer Tochter entschloss sich Königstein kurzfristig zur Teilnahme beim Haspa Marathon Hamburg am 23. April 2023. Dort erreichte sie fünf Jahre nach ihrem letzten Marathon einen achten Gesamtrang im international hochklassigen Feld sowie eine Steigerung ihrer persönlichen Bestleistung um fast sieben Minuten auf 2:25:48 Stunden.[10] Mit dieser Zeit platzierte sich Königstein auf Rang sechs der ewigen deutschen Bestenliste und unterbot erstmals die Olympianorm.

Im März 2024 gewann Königstein den international hochklassig besetzten Warschau-Halbmarathon in einer persönlichen Bestleistung von 1:09:32 Stunden. Wenige Wochen später startete sie erstmals in den USA beim Boston-Marathon, musste das Rennen jedoch aufgrund einer Erkrankung vorzeitig abbrechen. Dennoch gewann sie nur zwei Wochen später die Bronzemedaille über die 10.000-Meter-Distanz bei den Deutschen Langstreckenmeisterschaften in Wassenberg. Weitere fünf Wochen später wurde Königstein mit der deutschen Mannschaft Vizeeuropameisterin in Rom über die Halbmarathondistanz. Aufgrund eines Knochenödems im rechten Oberschenkelhals musste sie die Saison 2024 im August beenden.

Zu Beginn des Jahres 2025 gelang Königstein ein beachtenswertes Comeback, indem sie als erste deutsche Frau gleich zwei erfolgreiche Marathons in einer Zeit von unter 2:29 Stunden innerhalb von vier Wochen absolvierte. Nach einem elften Platz beim Nagoya Women’s Marathon, belegte sie beim Vienna City Marathon den vierten Platz als beste Europäerin. Am 7. September wurde sie, obwohl mitten in der Marathonvorbereitung, Deutsche Vizemeisterin im 10-km-Straßenlauf und setzte bereits ein starkes Ausrufezeichen mit Blick auf den Berlin-Marathon am 21. September 2025. Dort gelang ihr schließlich unter anspruchsvollen Wetterbedingungen der sechste Platz in einer persönlichen Bestleistung von 2:22:17 Stunden. Mit dieser Weltklasseleistung platzierte sich Königstein auf Rang drei der ewigen deutschen Bestenliste. Aufgrund eines Knochenödems im linken Oberschenkelhals musste sie die Saison 2025 im September beenden. Sie wechselte anschließend zum Laufteam Niedersachsen und Hannover 96.

Zu Beginn des Jahres 2026 gelang Königstein ein starkes Debüt für ihren neuen Verein, indem sie beim Hannover Marathon in einer Zeit von 2:24:31 Stunden den zweiten Platz belegte, Deutsche Vizemeisterin wurde und außerdem Gold in der Teamwertung gewann.[11] Im Rahmen der Berichterstattung wurde ihr aufgrund des erneuten Comebacks von einer schweren Verletzung der Spitzname „Queen of Resilience“ gegeben.

Privates

Königstein absolvierte 2012 ihr Abitur am Ottheinrich-Gymnasium als Jahrgangsbeste in Wiesloch mit der Note sehr gut.[2] Anschließend ging sie für ein einjähriges Sportstipendium in die USA.[12] Den Bachelor schloss sie 2016 in der Regelstudienzeit mit der Note 1,1 ab. Anschließend studierte sie am Deutschen Krebsforschungszentrum der Universität Heidelberg im Masterstudiengang Molekularbiologie (Molecular Biosciences/Cancer Biology; Abschluss 2020, Note 1,2).[13][4][1] Seit 2019 ist sie verheiratet und brachte 2022 ihre Tochter zur Welt.

Persönliche Bestleistungen

(Stand: 23. September 2025)

Halle
Freiluft

Erfolge (Auswahl)

(Stand: 23. September 2025)
National
International

Einzelnachweise

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