Fatima Hellberg
schwedische Kuratorin und Museumsleiterin
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Fatima Hellberg (geb. als Anna Fatima Hellberg am 14. Januar 1986[1] in Malmö, Schweden[2]) ist eine Kuratorin, Kunsthistorikerin, Autorin und Herausgeberin. Seit Oktober 2025 ist sie die Generaldirektorin des Museums moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (mumok) in Wien.[3]
Leben
Hellberg wuchs in einer Künstlerfamilie auf und verbrachte ihre Schulzeit in Stockholm und Berlin.[4] Sie studierte Visuelle Kulturen und Kunstgeschichte an der Universität Oxford sowie Curating Contemporary Art am Royal College of Art in London.
Im Jahr 2009 begann sie in Großbritannien für die Kulturorganisationen Electra und Cubitt zu arbeiten. Von 2015 bis 2019 war sie am Künstlerhaus Stuttgart künstlerische Leiterin, anschließend leitete sie den Bonner Kunstverein bis 2025.[5]
Im Verlauf ihrer Karriere kuratierte Hellberg Ausstellungen an der Tate Modern, London, am Institute of Contemporary Art, London, am CCA Wattis Institute for Contemporary Arts, San Francisco, an der Malmö Konsthall und am Museion, Bozen.[6]
Hellberg unterrichtete unter anderem am Sandberg Institute, Amsterdam, an der Städelschule, Frankfurt, der Oxford University sowie der Kunstakademie Düsseldorf und der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie ist Herausgeberin und Autorin zahlreicher Kataloge und verfasste Beiträge für Magazine wie Texte zur Kunst, Frieze Magazine, Kunstkritikk, Afterall und Kunstforum.
Hellberg formuliert ihre kuratorische Praxis in engem Dialog mit den Künstlern. Häufig kommt es dabei zu langfristigen Kollaborationen. Zudem legt sie ein besonderes Augenmerk auf die Erfahrbarkeit einer Ausstellung durch die Betrachter.[7] Zu denjenigen, mit denen Hellberg über längeren Zeitraum zusammengearbeitet hat, zählen der Künstler, Schriftsteller und Aktivist Gregg Bordowitz sowie die Künstler Tolia Astakhishvili, James Richards, Ellen Cantor und Annika Eriksson. Mit letzterer hat Hellberg unter dem Alias Ada Frände zusammen Kunstwerke realisiert.[8]
Am 11. April 2024 wurde sie von Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer in der Nachfolge von Karola Kraus als Mumok-Generaldirektorin designiert.[9] Ihr Amt trat sie am 1. Oktober 2025 an. Anlässlich ihrer Berufung ans mumok sagte Hellberg: „Ich glaube an ein offenes und lebendiges Museum und dessen Fähigkeit, als Mikrokosmos für komplexe soziopolitische Beziehungen zu fungieren und Momente der Energie und Transformation zu ermöglichen. Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht der Geist oder die Haltung des Museums, und wie diese eine Leidenschaft zum Ausstellungsmachen fördert und eine tiefgehende Forschung sowie eine visionäre Kulturproduktion antreibt, mit einem Selbstverständnis von Offenheit, Wärme und Neugierde.“[10]
Auszeichnungen
Die von Hellberg kuratierte Ausstellung Parables of Friendship des philippinischen Künstlers David Medalla wurde 2021 von der deutschen Sektion des internationalen Kunstkritikverbands AICA als „Besondere Ausstellung“ ausgezeichnet. Unter Hellbergs Leitung wurde der Bonner Kunstverein 2022 zudem mit dem ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstvereine ausgezeichnet.[11]
Rezeption
Der Kritiker Andreas Schlaegel findet in Fatima Hellbergs kuratorischer Praxis drei auszeichnende Charakteristika: Erstens, die präzisen Inszenierungen des Raums, innerhalb derer komplexe Narrative erkundet werden können und die das „Markenzeichen“ ihrer kuratorischen Praxis darstellen. Zweitens, die Art und Weise, wie eine Fülle von Materialien zu einer fein gesponnenen Erzählung verdichtet werden; und drittens, Hellbergs Fokus auf Zusammenarbeit und Austausch mit Institutionen, Künstlern und/oder Kuratoren. Schlaegel schreibt: „Zusammengefasst offenbart sich an Hellbergs kuratorischen Projekten ein ausgeprägtes Interesse am Ausstellungsmachen als künstlerischer Form.“[12]
Werke
- A history of the world as it has become known to me. Cantor, Ellen, author, artist. | Gangitano, Lia, 1968- editor. | Hellberg, Fatima, editor. | Stevens, Jamie (Art curator) editor. | Cantor, Ellen. | Künstlerhaus Stuttgart, host institution. | CCA Wattis Institute for Contemporary Arts, host institution. 2018. Berlin: Sternberg Press; Stuttgart: Künstlerhaus Stuttgart; San Francisco, CA: The Wattis Institute; New York, NY[13]
- "Conversations with Ellen," in Ellen Cantor, ed. Fatima Hellberg and Jamie Stevens (Kunstlerhaus Stuttgart, Wattis Institute, Sternberg Press), 2018. ISBN 978-3-95679-323-3