Fenbuconazol

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Fenbuconazol ist ein Gemisch von zwei isomeren chemischen Verbindungen aus der Gruppe der Triazole und Nitrile.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Fenbuconazol
Strukturformel ohne Stereochemie
Allgemeines
Name Fenbuconazol
Andere Namen
  • (RS)-4-(4-Chlorphenyl)-2-phenyl-2-((1H-1,2,4-triazol-1-yl)methyl)butannitril
  • (±)-4-(4-Chlorphenyl)-2-phenyl-2-((1H-1,2,4-triazol-1-yl)methyl)butannitril
  • (RS)-4-(4-Chlorphenyl)-2-phenyl-2-((1H-1,2,4-triazol-1-yl)methyl)buttersäurenitril
  • (±)-4-(4-Chlorphenyl)-2-phenyl-2-((1H-1,2,4-triazol-1-yl)methyl)buttersäurenitril
Summenformel C19H17ClN4
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 114369-43-6
EG-Nummer 406-140-2
ECHA-InfoCard 100.100.769
PubChem 86138
ChemSpider 77712
Wikidata Q3068332
Eigenschaften
Molare Masse 336,82 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,28 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

124–126 °C[2]

Dampfdruck

0,034 mPa (25 °C)[2]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser[1][2], mäßig löslich in n-Heptan, gut löslich in Ethylacetat, Aceton, Xylol[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[4]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 410
P: 273391501[4]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Fenbuconazol kann beginnend mit einer Phenylethylierung von Phenylacetonitril z. B. durch 1-(2-Bromethyl)-4-chlorbenzol[S 1] gewonnen werden. Eine zweite Alkylierung am gleichen Kohlenstoffatom mit Dibrommethan liefert eine Verbindung mit einer reaktiven Brommethyl-Gruppe. Fenbuconazol als eine Mischung von Enantiomeren kann dann durch nukleophile Substitution des Halogens durch Triazolylnatrium[S 2] gewonnen werden.[5]

Stereochemie

Fenbuconazol weist ein Stereozentrum auf, bildet dementsprechend zwei Enantiomere. Verwendet wird ein 1:1-Gemisch (Racemat) aus den (S)- und (R)-Enantiomeren:[6][7]

Weitere Informationen Enantiomere von Fenbuconazol ...
Enantiomere von Fenbuconazol


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Eigenschaften

Fenbuconazol ist ein weißer Feststoff, der unlöslich in Wasser ist.[1] Die Verbindung ist stabil gegenüber Hydrolyse und Lichteinwirkung.[8] Die Halbwertszeit in wässriger Suspension beträgt 3,4 Tage.[2] Das technische Produkt besteht aus einer Mischung von Enantiomeren.[5]

Verwendung

Apfelschorf (Venturia inaequalis)

Fenbuconazol ist ein Triazolfungizid zur Verwendung in Landwirtschaft und Gartenbau. Es wirkt gegen die Blattfleckenkrankheit, Gelbrost und Braunrost des Weizens, Mehltau und Netzfleckenkrankheit an Weizen und Gerste sowie Schorf und Mehltau an Äpfeln und Birnen.[9]

Zulassung

Die EU-Kommission beschloss 2008 nach Rücknahme des Zulassungsantrags, Fenbuconazol nicht in den Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG[10] aufzunehmen. Nach einem erneuten Antrag wurde die Substanz mit Wirkung zum 1. Mai 2011 für Anwendungen als Fungizid in die Liste der zulässigen Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln aufgenommen.[11]

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist kein Pflanzenschutzmittel-Produkt mit diesem Wirkstoff mehr zugelassen.[12]

Einzelnachweise

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