Ferdinand Bork

deutscher Gymnasiallehrer und Altorientalist From Wikipedia, the free encyclopedia

Ferdinand A. Bork (* 26. November 1871 im Forsthaus Königsbruch, Kreis Tuchel; † 28. Februar 1962 in Benhausen) war ein deutscher Gymnasiallehrer und Altorientalist.

Leben

Die Löwentafel mit zweisprachigen Inschriften (links: elamische Strichschrift, rechts: Keilschrift) und farbiger Hervorhebung zweier Eigennamen (1905)
Inšušinak“ (deutsch „Herr von Susa) war der Name einer der Haupt­gott­heiten in Elam

Geboren in der Provinz Westpreußen, wuchs er im Deutschen Kaiserreich als Sohn des Försters Ferdinand Bork und dessen Ehefrau Ottilie Zimmermann auf. Er besuchte das Gymnasium in Marienburg (Westpreußen) und schloss dieses im Jahr 1892 mit dem Abitur ab. Danach studierte er bis 1896 Geographie und Sprachen an der Albertus-Universität Königsberg. Anschließend arbeitete er als Lehrer in Konitz und heiratete im Jahr 1902 Alice Böhnke. Ab 1905 wirkte er als Studienrat und Gymnasialprofessor in Königsberg (Preußen) und befasste sich mit weiterführenden Studien.

Ein Schwerpunkt war die Altorientalistik, speziell Assyriologie sowie indoiranische und altorientalische Sprachen, darunter die elamische Sprache. Eines seiner Studienobjekte war die „Löwentafel“ (Bild), eine akkadisch-elamische Bilingue, die Texte in Keilschrift und in der damals noch ungelösten elamischen Strichschrift aufweist. Da er in der Lage war, die Keilschrift zu lesen, wusste er, was der elamische Text beschrieb. Insbesondere fielen ihm zwei Eigennamen auf: „Inšušinak“, der Gott von Susa, und „Puzur-šušinak“, ein elamischer Herrscher. Beide Namen enden auf „šušinak“. Nun suchte er im elamischen Text nach zwei identischen Zeichenfolgen, die für diese Lautfolge „šu-ši-na-k“ stehen konnten, und wurde fündig (siehe die letzten vier Zeichen im Bild rechts).

Damals wurde seine Interpretation nicht von allen Fachleuten anerkannt. Über hundert Jahre später legte der französische Archäologe François Desset (* 1982) im Jahr 2022 eine umfassende Deutung der elamischen Strichschrift vor, die die Richtigkeit von Borks Arbeit aufzeigte.

Ferdinand Bork überlebte beide Weltkriege und wohnte später in Schleswig-Holstein. Er starb im Alter von 90 Jahren in Westfalen.[1]

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

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