Ferdinand Hartzenberg
südafrikanischer Politiker und Landwirt
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Ferdinand „Ferdie“ Hartzenberg (* 8. Januar 1936 in Lichtenburg; † 12. März 2021 ebenda) war ein südafrikanischer Agrarwissenschaftler, Landwirt und Politiker der Nasionale Party (NP) und später der Konserwatiewe Party (KP), der unter anderem zwischen 1979 und 1982 Minister für Bildung und Ausbildung sowie von 1993 bis 2003 Vorsitzender der Konservativen Partei war.

Leben
Ferdinand „Ferdie“ Hartzenberg, Sohn von Ferdinand Hartzenberg und Maria Aletta Coetzee, begann nach dem Besuch der Hoër Volkskool in Potchefstroom ein Studium der Agrarwissenschaften an der Universität Pretoria, das er 1953 mit einem Bachelor (B.Sc. Agriculture) sowie 1957 mit einem Master (M.Sc. Agriculture) beendete, und engagierte sich in der Studentenorganisation ASB (Afrikaanse Studentebond). Er war danach als Maisbauer in Lichtenburg tätig. Er begann sein politisches Engagement für die Nationalpartei NP (Nasionale Party), der er 1959 als Mitglied beigetreten war, 1964 als Mitglied des Transvaalse Provinsiale Raad, des Parlaments der damaligen Provinz Transvaal. Bei der Parlamentswahl am 22. April 1970 wurde er für die NP als Nachfolger von M. C. van Niekerk zum Mitglied des Volksrates (Volksraad) gewählt, des Unterhauses des damaligen Parlaments von Südafrika, und vertrat den Wahlkreis „Lichtenburg“ nach seinen darauf folgenden Wiederwahlen bis zu dessen Auflösung zur Parlamentswahl vom 26. bis 29. April 1994. Neben seiner Abgeordnetentätigkeit schloss er 1972 seine Promotion zum Doktor der Agrarwissenschaften (D.S. Agriculture) mit der Dissertation „’n Statistiese Analise van Faktore wat die Vroeë Groei by Vleisbeeste Beinvloed“ ab, eine statistische Analyse von Faktoren, die das frühe Wachstum von Rindern beeinflussen.
Als Abgeordneter befasste sich Hartzenberg insbesondere mit den Themen Landwirtschaft, Genossenschaften, Entwicklung, Wasser- und Wirtschaftsangelegenheiten und wurde 1974 Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Zusammenarbeit und Entwicklung, der sich mit Vorschlägen zur geographischen Konsolidierung der während der Apartheid der schwarzen Bevölkerung überlassenen Homelands befasste. 1976 übernahm er sein erstes Regierungsamt als stellvertretender Minister für „Bantu-Verwaltung und Entwicklung“ und war damit bis 1979 Vertreter der jeweiligen Minister Michiel Coenraad Botha[1] beziehungsweise zwischen 1978 und 1979 Stellvertreter des Ministers für Bildung und Ausbildung Willem Cruywagen. Im Zuge einer Umbildung des Kabinetts Botha I löste er im Juli 1979 Willem Cruywagen als Minister für Bildung und Ausbildung (Minister van Onderwys en Opleiding) ab und verblieb in diesem Amt bis 1982.
Nachdem Ferdie Hartzenberg aus dem Kabinett und der Nationalpartei ausgetreten war, gründete er am 20. März 1982 mit dem bisherigen Minister Andries Treurnicht[2] die Konservative Partei KP (Konserwatiewe Party) und war als Vertreter von Treurnicht stellvertretender Parteivorsitzender. Nach Treurnichts Tod am 22. April 1993 wurde er selbst Vorsitzender der Konserwatiewe Party und fungierte bis 2003 als zweiter und letzter Vorsitzender der Partei. Damit wurde er zugleich Oppositionsführer in der „Weißen Kammer“ des Parlaments – eine Position, die er bis zu den ersten freien Wahlen April 1994 innehatte. Die Konservative Partei weigerte sich, an den Parlamentswahlen im April 1994 teilzunehmen und verlor dadurch ihre parlamentarische Vertretung. Ohne nationale Vertretung geriet die KP an den Rand des politischen Spektrums, woraufhin der weiße politische rechte Flügel im Parlament vom ehemaligen General und Oberkommandierenden der Streitkräfte SADF/SAW (Suid-Afrikaanse Weermag), Constand Viljoen, von der Freiheitsfront VF (Vryheidsfront) vertreten wurde. Im September 2003 fusionierte die Konservative Partei von Hartzenberg mit der Freiheitsfront unter dem nunmehrigen Vorsitzenden Pieter Mulder[3] und der Einheitsbewegung der Afrikaaner AEB (Afrikaner Eenheidsbeweging) von Cassie Aucamp zur Freiheitsfront Plus VF+ (Vryheidsfront Plus),[4] die unter dem Vorsitz von Pieter Mulder bei der Parlamentswahl sm 14. April 2004 mit 0,89 Prozent der Stimmen vier Sitze errang.
Weblinks
- Ferdinand Hartzenberg. In: Prabook. Abgerufen am 9. April 2026 (englisch).
- Alani Janeke: Hulde aan dr. Ferdi Hartzenberg, politikus en Bonsmara-man. In: Landbou. 17. März 2021, abgerufen am 9. April 2026 (englisch).