Fire Point
Gewerbebetrieb
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Fire Point ist ein ukrainisches Rüstungsunternehmen. Das Unternehmen stellt unbemannte Luftfahrzeuge und Marschflugkörper her.
Geschichte
Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 formierten sich Freiwillige, um dem ukrainischen Militär zu helfen. Aus manchen dieser Bemühungen entstanden innovative Start-ups, unter anderem Fire Point.[1]
Fire Point wurde im Oktober/November 2022 von Denys Schtiljerman und Jehor Skalyha gegründet. Skalyha hat ein Unternehmen für Location Scouting. Nach eigenen Angaben nutze er Drohnen für Filmaufnahmen. Seit Beginn des Russisch-Ukrainischen Krieges in 2014, hat er als Freiwilliger Drohnen für die ukrainische Aufklärung beschafft. Seit dem Überfall im Februar 2022 verstärkten Skalyha und Schtiljerman ihr Engagement in der Drohnenbeschaffung. Da kommerzielle Drohnen teuer sind, planten sie diese selbst kostengünstiger herzustellen. Im Januar 2023 wurde Skalyha als Eigentümer von Fire Point registriert.[2]
Fire Point erlebte ein rasantes Wachstum. 2023 beschäftigte das Unternehmen nur 18 Mitarbeiter, im September 2025 bereits 2200. Die Drohnen werden in etwa 30 geheim gehaltenen Standorten, auf insgesamt 175.000 m² entwickelt und produziert. Das Unternehmen stellt Feststofftreibstoffe, Triebwerke, Navigationssysteme, Verbundwerkstoffe und andere Komponenten selbst her. 2025 war es mit 1 Milliarde US-Dollar Auftragsvolumen, etwa 10 % des Gesamtbudgets der ukrainischen Rüstungsaufträge, eines der größten Rüstungsunternehmen der Ukraine. Die Drohnen von Fire Point sollen für etwa 60 % der Langstreckenangriffe auf Russland verwendet werden.[1][3][2]
Das schnelle Wachstum des Unternehmens warf Fragen auf. Laut den Aussagen der Eigentümer ist Fire Point vollständig eigenfinanziert. Im August 2025 untersuchte das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine mögliche Verbindungen zum Geschäftsmann Timur Minditsch. Minditsch war Miteigentümer von Studio Kwartal 95 und ist wegen Korruption gesucht. Da Fire Point von Personen aus dem Umfeld der Filmwirtschaft gegründet wurde, lag ein Korruptionsverdacht nahe. Laut Aussagen von Fire Point wollte zwar Minditsch Anteile an dem Unternehmen erwerben, aber die Eigentümer wiesen das Angebot ab.
Dem Unternehmen wird auch vorgeworfen, überzogenen Preise für die Drohnen zu verlangen.[1][3] Um Transparenz und die Einhaltung von Unternehmensstandards zu bezeugen, berief Fire Point im November 2025 Mike Pompeo in den neu gegründeten Aufsichtsrat.[4]
Dänemark gab am 3. September 2025 eine Vereinbarung mit Fire Point bekannt, wonach dieser eine Produktionsstätte in Dänemark errichten wird.[5]
Produkte

- FP-1: Langstrecken-Einweg-Angriffsdrohne, 140–180 km/h, 1.400 km Reichweite, 60 kg Gefechtskopf
- FP-2: Mittelstrecken-Einweg-Angriffsdrohne, 140–180 km/h, 200 km Reichweite, 105 kg Gefechtskopf
- FP-5 Flamingo: Marschflugkörper, 3000 km Reichweite
- FP-7 (200 km Reichweite, bis zu 1500 m/s) und FP-9 (bis zu 800 km Reichweite, 1200 m/s)[6]. Ballistische Raketen, in Entwicklung,[7][2] wurden im September 2025 vorgestellt.[8][9][10]
- FP-7.X: Abfangrakete, bis 2.000 m/s, 200 km Reichweite, in Entwicklung, Testflug im Juni 2026.[11]
Weblinks
- Ukrainer geben Einblick in geheime Waffenfabrik - Werk für neuen Marschflugkörper, ntv auf YouTube, 21. August 2025