Fjord (Film)

Film von Cristian Mungiu (2026) From Wikipedia, the free encyclopedia

Fjord ist ein Spielfilm von Cristian Mungiu aus dem Jahr 2026. Das Drama stellt ein streng evangelikales[1] rumänisch-norwegisches Ehepaar in den Mittelpunkt, das unter Verdacht gerät, eines seiner Kinder zu misshandeln. Die Hauptrollen übernahmen Sebastian Stan und Renate Reinsve. Die internationale Koproduktion zwischen Rumänien, Frankreich, Norwegen, Dänemark, Finnland und Schweden wurde im Mai 2026 im Hauptwettbewerb der Internationale Filmfestspiele von Cannes uraufgeführt und gewann mit der Goldenen Palme den Hauptpreis des Festivals.

TitelFjord
OriginalspracheEnglisch, Rumänisch, Norwegisch
Erscheinungsjahr2026
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Fjord
Produktionsland Rumänien, Frankreich, Norwegen, Schweden, Dänemark
Originalsprache Englisch, Rumänisch, Norwegisch
Erscheinungsjahr 2026
Länge 146 Minuten
Stab
Regie Cristian Mungiu
Drehbuch Cristian Mungiu
Produktion Dyveke Bjørkly Graver, Cristian Mungiu, Andrea Berentsen Ottmar, Tudor Reu
Musik Kaspar Kaae
Kamera Tudor Vladimir Panduru
Schnitt Mircea Olteanu
Besetzung
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Handlung

Das rumänisch-norwegische Ehepaar Gheorghiu lässt sich mit seinen Kindern in einem Dorf am inneren Ende eines Fjords nieder. Die streng gläubige Familie schließt schnell Freundschaft mit ihren Nachbarn, den Halbergs. Ungeachtet ihrer verschiedenen Erziehungsstile entwickeln die Kinder beider Familien eine enge Bindung zueinander. Als eines Tages Lehrkräfte Spuren körperlicher Misshandlung bei Elia, dem ältesten Kind der Gheorghius feststellen, keimt in der Gemeinde ein Verdacht auf. Könnten die konventionellen Erziehungspraktiken der Eltern die Grenze zur Gewalt überschritten haben?[2] Die folgende Untersuchung stürzt die gesamte Familie ins Chaos.[3]

Rezeption

Veröffentlichung

Die Weltpremiere von Fjord fand am 18. Mai 2026 im Hauptwettbewerb des 79. Filmfestivals von Cannes statt.[4] Das Premierenpublikum zollte Mungius Regiearbeit nach dem Ende der Vorstellung einen 12-minütigen Beifall.[5]

Der reguläre Kinostart in Frankreich ist am 19. August 2026 im Verleih von Le Pacte vorgesehen.[2]

Kritiken

Im zum Festival von Cannes herausgegebenen Kritikenspiegel des Branchenmagazins Screen International erhielt Fjord 2,5 von 4 möglichen Sternen und belegte unter allen 22 gezeigten Wettbewerbsbeiträgen einen Platz im Mittelfeld. Unter anderem vergaben Nt Binh von der französischen Filmzeitschrift Positif und Robbie Collin und Tim Robey von der britischen Tageszeitung The Daily Telegraph die Höchstnote.[6] Der amerikanische Branchendienst IndieWire platzierte das Werk im vorderen Drittel seiner Rangliste.[7] In einem rein französischsprachigen Kritikenspiegel der Website Le film français sah mit Philippe Lemoine (Ouest-France) nur einer von 15 Kritikern das Werk als Palmen-Favoriten an.[8]

Auf der Website Metacritic erhielt Fjord eine Bewertung von 82 von 100 möglichen Punkten, basierend auf unter einem Dutzend ausgewerteter englischsprachiger Kritiken. Das Echo der Rezensenten wurde mit „einhelligem Beifall“ („universal acclaim“) beurteilt und es wurde eine eindeutige Filmempfehlung („must-see“) ausgesprochen.[9] Von den auf der Website Rotten Tomatoes nach der Premiere aufgeführten über 30 Kritiken wurden 94 Prozent als positiv („fresh“) eingeschätzt.[10]

Katja Nicodemus (Die Zeit) vergab als Mitglied des Screen-Kritikenspiegels drei von vier Sternen. Regisseur Cristian Mungiu führe vor, „dass die Weltverbesserung scheitern“ müsse, „wenn man sich zu sicher auf der richtigen Seite“ wähne. Er mache auch die Zuschauer zu „Richtern oder Schöffen“ und „vor der gewaltigen Schönheit des Fjordes“ vollziehe „sich ein Trauerspiel“. Nicodemus befand, dass „die vermeintlich progressive Gesellschaft“ sich in Fjord „übergriffig“ verhalte, stehe „und mit sich allein“ bleibe.[11]

Nach Thomas Abeltshauser (Berliner Morgenpost) richte Mungiu „den Blick auf die blinden Flecken liberaler Gesellschaften“ und sorgte „für einen der umstrittensten Wettbewerbsbeiträge“ in Cannes. In Fjord entwickle „sich ein kafkaeskes Verfahren zwischen Jugendamt, Polizei und Gerichten“. Den Regisseur interessiere „dabei weniger die Frage nach Schuld als die Kollision zweier Weltbilder: konservative Religiosität auf der einen, ein liberaler Staat auf der andern Seite, der seine eigenen Werte zunehmend kompromisslos“ durchsetze. Während manche das Werk „als komplexes Drama über Intoleranz und kulturelle Arroganz“ feiern würden, kritisierte Abeltshauser die allzu eindeutige Zeichnung der „progressiven Institutionen [...] als empathielose Unterdrückungsmaschine“.[12]

Daniel Kothenschulte (Frankfurter Rundschau) sah ein „Themenstück“ und kritisierte das Drehbuch, bei dem Überraschungen fehlten. Die Dialoge seien „zwar exzellent, aber bedienen dabei wenig mehr als die gesellschaftskritische Absicht“.[13]

Tim Caspar Boehme (die tageszeitung) störte sich an den „aufgeräumt ruhigen Bildern“ der „unbequemen Geschichte“. Sie böte „kaum Figuren [...], mit denen man sich identifizieren“ könne.[14]

Auszeichnungen

Cristian Mungiu mit seiner gewonnenen Goldenen Palme nach der Preisverleihung

Mit Fjord gewann Cristian Mungiu bei seiner fünften Festivalteilnahme zum zweiten Mal die Goldene Palme von Cannes.[15] Der Rumäne hatte den Hauptpreis bereits bei seiner ersten Einladung 2007 für 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage erhalten. In Cannes wurde Fjord auch mit dem FIPRESCI-Preis[16] und dem Preis der Ökumenischen Jury[17] jeweils als bester Wettbewerbsfilm bedacht. Darüber hinaus erhielt das Werk den Prix François Chalais, eine Auszeichnung für Filme, die journalistische Werte fördern.[18]

Auch beim australischen Sydney Film Festival einen Monat später wurde die Produktion mit weiteren Berlinale- und Cannes-Beiträgen in den Hauptwettbewerb aufgenommen.[19]

Weitere Informationen Festival, Kategorie ...
Festival Kategorie Resultat Person
Cannes (2026) Goldene Palme – Bester Film Gewonnen Cristian Mungiu
FIPRESCI-Preis Gewonnen Cristian Mungiu
Preis der Ökumenischen Jury Gewonnen Cristian Mungiu
Prix François Chalais Gewonnen Cristian Mungiu
Sydney (2026) Sydney Film Prize – Bester Film Nominiert Cristian Mungiu
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Einzelnachweise

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