Florian Stetter
deutscher Schauspieler
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Leben
Herkunft und Ausbildung
Florian Stetter ist der Sohn des Mikrobiologen Karl Stetter und einer Lehrerin.[1] Er wuchs mit seinen zwei Schwestern in Regensburg auf.[1] Er besuchte dort das Gymnasium, welches er aufgrund schlechter Noten im 10. Schuljahr vorzeitig verließ.[1] Nach dem Zivildienst begann er zunächst ein Studium an der Westfälischen Schauspielschule Bochum, das er jedoch für die Hauptrolle des jungen Hilfsarbeiters David in Philip Grönings deutsch-schweizerischem Roadmovie L’Amour vorzeitig abbrach.[1] Für sein Schauspieldebüt wurde er 2001 mit dem Max Ophüls Preis als „Bester Nachwuchsdarsteller“ ausgezeichnet.[1] Nach einer Irland-Reise und Praktika als Beleuchter studierte Stetter von 1999 bis 2002 Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München.[1][2]
Film und Fernsehen
Bereits während des Studiums stand Stetter für zahlreiche weitere Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera, unter anderem 2001 als junger Eiskunstläufer Nils Wehmeyer in dem Fernsehdrama Riekes Liebe von Kilian Riedhof. Für seine Rolle des Arthur in dem Fernsehfilm Die Freunde der Freunde (2002) erhielt er neben Dominik Graf, Hanno Lentz, Matthias Schweighöfer, Sabine Timoteo und Jessica Schwarz den Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion & Unterhaltung“. Es folgten Rollen als „Jungmann“ Justus von Jaucher in Napola – Elite für den Führer (2004) und als Christoph Probst in Sophie Scholl – Die letzten Tage (2005).
Von 2009 bis 2011 übernahm Stetter an der Seite von Ulrike Kriener eine durchgehende Rolle als Kriminalkommissar Leander Blohm in der ZDF-Krimireihe Kommissarin Lucas.
In Joseph Vilsmaiers Kinoproduktion Nanga Parbat (2010) war Stetter in der Rolle des italienischen Extrembergsteigers Reinhold Messner zu sehen. In Marc-Andreas Bocherts TV-Film Inklusion – gemeinsam anders (2011) übernahm die Rolle des Klassenlehrers Albert Schwarz.
In Dominik Grafs Historienfilm Die geliebten Schwestern (2014), der bei den 64. Internationalen Filmfestspielen in Berlin uraufgeführt wurde, spielte er an der Seite von Henriette Confurius und Hannah Herzsprung die männliche Hauptrolle des deutschen Dichters Friedrich Schiller. In der Literaturverfilmung Nackt unter Wölfen (2015) stellte er die Hauptrolle des Hans Pippig, der mit seinem Vater ins KZ Buchenwald eingeliefert wird, dar.
In der 4. Staffel der TV-Serie Weissensee (2018) übernahm Stetter eine durchgehende Serienrolle als ehemaliger Mitarbeiter des Stasi-Funktionärs Falk Kupfer (Jörg Hartmann).[3] In Petra Lüschows Kinokomödie Petting statt Pershing (2018), der bei den Internationalen Hofer Filmtagen seine Deutschlandpremiere hatte, verkörperte Stetter den „charismatischen“, links-alternativen Physiklehrer, der ein ganzes Dorf „sexuell befreit“, aber die 17-jährige Ursula, sich Hals über Kopf in ihn verliebt, nicht.[4][5] In dem Märchenfilm Die drei Königskinder (2019) aus der ARD-Fernsehreihe Sechs auf einen Streich übernahm er an der Seite von Adele Neuhauser und Friederike Becht die Rolle des Königs Alexander. In dem deutsch-tschechischen Fernsehfilm Kranke Geschäfte (2020) verkörperte Stetter neben Corinna Harfouch und Felicitas Woll die Rolle des linientreuen Stasi-Oberleutnants Armin Glaser, der schmerzlich feststellen muss, um seine Ideale betrogen worden zu sein.[6]
Seit 2022 gehört er als Ehemann der Kriminalhauptkommissarin Katharina Tempel (Franziska Hartmann), ehemaliger Staatsanwalt und nunmehriger Pressesprecher der Hamburger Polizei zur Hauptbesetzung der ZDF-Krimireihe Katharina Tempel.[7][8] In der vierteiligen Miniserie Ein Schritt zum Abgrund (2023) spielte Stetter an der Seite von Petra Schmidt-Schaller den „charmanten“ Projektentwickler Christian, der seine Ehefrau betrügt und sein Familienglück durch sein Doppelleben aufs Spiel setzt.[9] In der 5-teiligen Miniserie Sexuell verfügbar (2024) war er als „renommierter“ Rechtsanwalt zu sehen, der die Strafverteidigung seiner Jugendliebe übernimmt, die der Vergewaltigung beschuldigt wird.[10][11] In dem TV-Dreiteiler Ku’damm 77 (2025), dem 4. Teil der ZDF-Familiensaga über eine Berliner Tanzschule, spielte Stetter als „ausgesprochen charmanter“, alleinstehender Zahnarzt Dr. Hannes Mikusch und potentieller Heiratskandidat für Tochter Helga (Maria Ehrich) eine der Hauptrollen.[12][13]
Neben seinen TV-Arbeiten war Stetter im Kino als Geschäftsmann und Barbesitzer, der einen jungen Musiker sexuell missbraucht, in Piotr J. Lewandowskis Arthouse-Drama Unspoken (2024) und an der Seite von Sabrina Amali als Partner der Titelfigur, einer ägyptischen Archäologin, in dem Beziehungs- und Migrationsdrama Maysoon, das 2025 in den Kinos anlief, zu sehen.[14][15]
Theater
Stetters Theaterlaufbahn begann 2002 am Schauspielhaus Hannover und am Volkstheater München. In den Jahren 2002 und 2003 gastierte er als Mammon in Christian Stückls Neuinszenierung des Jedermann bei den Salzburger Festspielen.[16][17] 2005 war er am Schauspielhaus Zürich als Cleante in Molières Der Geizige und in der Uraufführung von Igor Bauersimas Theaterstück Lucie de Beaune zu sehen. In der Spielzeit 2007/08 war Stetter Ensemblemitglied am Maxim Gorki Theater Berlin und arbeitete u. a. mit den Regisseuren Stefan Bachmann und Armin Petras.
Von April 2026 bis Juli 2026 spielte Stetter am TD Berlin in der Uraufführungsserie von John von Düffels Theaterstück Knechte der Kulturindustrie.[18][19]
Gesellschaftliches Engagement
Stetter ist seit vielen Jahren Botschafter und Unterstützer der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel und setzt sich aktiv für Präventionsprojekte ein, insbesondere als Botschafter für den Präventionsplan „Starke Kinder Kiste!“.[20][21][22][23]
Im Dezember 2019 las Stetter im Rahmen einer Veranstaltung der bundesunmittelbaren „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ in der Französischen Botschaft in Berlin öffentlich aus den Lebenserinnerungen des französischen Holocaust-Überlebenden Raphaël Esrail.[24]
Privates
Florian Stetter lebt, nach vielen Jahren in München, seit 2006 in Berlin und ist Vater von zwei Kindern.[25][26] Einige Jahre war er mit der Schauspielerin Jördis Triebel liiert, mit der er sich ehrenamtlich in der Aktion „Ein Schal fürs Leben“ der Kinderschutzorganisation Save the Children engagierte.[27] Das Paar, das 2018 seine Beziehung öffentlich gemacht hatte, trennte sich 2021.[28]
Theater (Auswahl)
- 2002: Hugo von Hofmannsthal: Jedermann, Rolle: Mammon, Regie: Christian Stückl, Salzburger Festspiele
- 2002: Igor Bauersima: Future de Luxe, Rolle: Felix, Regie: Igor Bauersima, Staatsschauspiel Hannover
- 2002: Friedrich Schiller: Die Räuber, Rolle: Franz Moor, Regie: Christian Stückl, Volkstheater München
- 2003: Edward Albee: Die Ziege [oder Wer ist Sylvia?], Rolle: Billy, Regie: Christian Stückl, Volkstheater München
- 2005: Igor Bauersima: Lucia de Beaune (UA), Rolle: Gaston le Bret, Regie: Igor Bauersima, Schauspielhaus Zürich
- 2005: Molière: Der Geizige, Rolle: Cleante, Regie: Werner Düggelin, Schauspielhaus Zürich
- 2007: Friedrich Schiller: Kabale und Liebe, Rolle: Ferdinand, Regie: Florian Fiedler, Maxim Gorki Theater
- 2007: Paul Claudel: Die Gottlosen, Rollen: Diverse, Regie: Stefan Bachmann, Maxim Gorki Theater
- 2026: John von Düffel: Knechte der Kulturindustrie (UA), Rolle: Intendant, Regie: Georg Scharegg, TD Berlin
Filmografie (Auswahl)
Kinofilme
- 2000: L’Amour
- 2001: Der schöne Tag
- 2004: Napola – Elite für den Führer
- 2005: Sophie Scholl – Die letzten Tage
- 2005: Liebes Spiel
- 2007: Rückkehr der Störche
- 2010: Nanga Parbat
- 2013: Der Geschmack von Apfelkernen
- 2014: Die geliebten Schwestern
- 2014: Kreuzweg
- 2016: SMS für dich
- 2018: Idioten der Familie
- 2018: Petting statt Pershing
- 2021: Der Boandlkramer und die ewige Liebe
- 2024: Unspoken
- 2025: Maysoon
- 2025: Plan F
Fernsehfilme
- 2001: Riekes Liebe
- 2002: Die Freunde der Freunde
- 2004: Vater werden ist nicht schwer …
- 2004: Mein Vater, meine Frau und meine Geliebte
- 2005: Wellen
- 2005: Schiller
- 2007: Paparazzo
- 2007: Der geheimnisvolle Schwiegersohn
- 2008: Der Seewolf
- 2009: Die Wölfe (Dreiteiler, Teil 2 Zerbrochene Stadt)
- 2011: Inklusion – gemeinsam anders
- 2012: Die Verführerin Adele Spitzeder
- 2014: Die Frau aus dem Moor
- 2014: Die reichen Leichen. Ein Starnbergkrimi
- 2015: Eine wie diese
- 2015: Nackt unter Wölfen
- 2015: Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut
- 2016: Die Ermittler – Nur für den Dienstgebrauch
- 2016: Das Sacher (Zweiteiler)
- 2017: Das doppelte Lottchen
- 2018: Lost & Found
- 2018: Unterwerfung
- 2019: Wiener Blut
- 2019: Kranke Geschäfte
- 2019: Die drei Königskinder
- 2020: Im Abgrund
- 2022: Gesicht der Erinnerung
- 2022: In falschen Händen
- 2023: Nach uns der Rest der Welt
Fernsehserien und -reihen
- 2006: SOKO Kitzbühel (Folge Tod einer Hexe)
- 2009: Tatort: … es wird Trauer sein und Schmerz
- 2009–2011: Kommissarin Lucas
- 2009: Vergessen und Vergeben
- 2010: Aus der Bahn
- 2010: Spurlos
- 2010: Wenn alles zerbricht
- 2011: Am Ende muss Glück sein
- 2011: Gierig
- 2011: Polizeiruf 110: Zwei Brüder
- 2011: SOKO Leipzig (Folge Mission to Mars)
- 2018: Weissensee (Fernsehserie, 6 Folgen)
- 2019: Die Chefin (Folge Fremder Sohn)
- 2020: Dunkelstadt (Folge Traumfänger)
- 2021: Friesland: Haifischbecken
- 2021: Helen Dorn: Die letzte Rettung
- 2021: Jenseits der Spree (Folge Blutsbande)
- 2021: Vienna Blood – Vor der Dunkelheit
- seit 2022: Katharina Tempel
- 2022: Was wir verbergen
- 2024: Was wir fürchten
- 2025: Was wir begehren
- 2022: Ein Schritt zum Abgrund (Miniserie, 4 Folgen)
- 2023: Ein starkes Team: Im Namen des Volkes
- 2023: Zimmer mit Stall (Folge Das Blaue vom Himmel)
- 2024: Sexuell verfügbar (Miniserie, 5 Folgen)
- 2024: Schneekind – Ein Schwarzwaldkrimi (TV-Zweiteiler)
- 2025: Ingo Thiel: Die Frau ohne Gesicht
- 2025: Ku’damm 77
Auszeichnungen
- 2001: Max Ophüls Preis als „Bester Nachwuchsdarsteller“ für L’Amour
- 2003: Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion & Unterhaltung“ für Die Freunde der Freunde (gemeinsam mit Dominik Graf, Hanno Lentz, Matthias Schweighöfer, Sabine Timoteo und Jessica Schwarz)
- 2009: Goldene Nymphe beim Festival de Télévision de Monte-Carlo in der Kategorie „Beste Mini-Serie“ für Die Wölfe
- 2014: Festival International du Film Historique de Waterloo als „Bester Hauptdarsteller“ für Die geliebten Schwestern
- 2016: 44th International Emmy Awards, Nominierung in der Kategorie „Best performance by an Actor“ für Naked among wolves
Literatur
- Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 417 f.
Weblinks
- Florian Stetter im Munzinger-Archiv, abgerufen am 20. November 2018 (Artikelanfang frei abrufbar)
- Florian Stetter bei IMDb
- Florian Stetter bei filmportal.de
- Florian Stetter bei Crew United
- Florian Stetter bei Filmmakers
- Florian Stetter bei der Agentur Above The Line
