Flottendienstboot Klasse 424

Beschaffungsprogramm der Deutschen Marine für den Ersatz der Aufklärungsschiffe der Oste-Klasse From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Flottendienstboot Klasse 424 ist ein Beschaffungsprogramm der Deutschen Marine für den Ersatz der Aufklärungsschiffe der Oste-Klasse (auch als Klasse 423 bezeichnet). Hauptsächlicher Nutzer wird der Cyber- und Informationsraum (CIR) mit Spezialisten aus dem Kommando Strategische Aufklärung, während die Deutsche Marine die Boote betreibt. Die Klasse 424 ist deshalb ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Marine und des CIR mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) als Beschafferin.[1]

Schnelle Fakten Schiffsdaten ...
Flottendienstboot Klasse 424 p1
Schiffsdaten
Land Deutschland Deutschland
Schiffsart Flottendienstboot
Bauwerft NVL, Vegesack
Bauzeitraum seit 2024
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Geschichte

Hintergrund

Die bisherigen Boote der Oste-Klasse wurden zwischen 1986 und 1989 gebaut, noch unter den Vorzeichen des Kalten Krieges und sollen deshalb ab 2029 durch Boote ersetzt werden, die besser auf die aktuellen Anforderungen und Bedrohungen zugeschnitten sind, unter anderem auch durch die Ausstattung mit neuer Sensorik.[2] Die Beschaffung wurde insbesondere vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen mit Russland ab 2014 in Auftrag gegeben.

Beschaffungsverfahren

Nach der Genehmigung des Programms durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags am 23. Juni 2021 wurde bereits am nächsten Tag der Bauvertrag über drei Boote mit der Fr. Lürssen Werft, ab Herbst 2021 unter NVL (Naval Vessel Lürssen) firmierend, abgeschlossen.[3] Die Boote sollen ab 2029 zulaufen.[4]

Als Kosten für die drei Boote und eine „Ausbildungs- und Referenzanlage Aufklärung“ (ARAA) waren zunächst 2,1 Mrd. Euro veranschlagt.[5] Bei der Technik dieser Boote handelt es sich um so genannte „nationale Schlüsseltechnologien“. Deshalb werden sowohl der Schiffbau als auch die informationstechnische Ausstattung und die Technik der Verschlüsselung nicht europaweit ausgeschrieben, sondern die Vergabe gezielt vorgenommen. Der Haushaltsausschuss versah die Freigabe der öffentlichen Gelder deshalb auch mit umfangreichen Vorgaben.[6]

Im April 2023 wurde bekannt, dass der Hersteller von Mehrkosten im dreistelligen Millionenbereich ausgeht. Der Bundesrechnungshof hatte im Vorfeld vor einer Vergabe des Auftrags an NVL gewarnt.[7][8][9] Nachdem der Haushalts- und der Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestags am 6. Juli 2023 der Beschaffung zugestimmt hatten, wurde am 10. Juli 2023 ein Änderungsvertrag zwischen dem BAAINBw und NVL geschlossen, mit dem das Projekt auf ein neues Beschaffungsverfahren umgestellt wird. War es bisher so, dass der Auftraggeber genaue Spezifikationen vorgab und dann auch für Fehler und Folgekosten haftbar war, die während der Umsetzung auftraten, ist es jetzt so, dass durch die Bundeswehr vorgegeben wird, wie die Spezifikationen lauten sollen, die Umsetzung aber NVL als Auftragnehmer obliegt und damit auch die Verantwortung bei der Umsetzung. Als Volumen sind nach Abschluss des Änderungsvertrages zunächst bis zu 3,26 Milliarden Euro vereinbart worden.[10]

Bau

Der Bau des ersten Bootes begann im November 2024.[11] Am 25. Februar 2025 wurde auf der Wolgaster Peene-Werft die Kiellegung gefeiert.[4] Anfang September 2025 wurde mit dem Bau des zweiten und Mitte April 2026 mit dem Bau des dritten Bootes begonnen, jeweils mehrere Monate vor dem eigentlichen Zeitplan.[12][13] Am 19. November 2025 erfolgte die Kiellegung des zweiten Bootes.[14] Mitte April 2026 wurde mit dem Brennstart des dritten Bootes begonnen.[15][16]

Einheiten

Über die Namensgebung der drei Boote ist bisher bekannt, dass das erste Boot Oker[17] und das zweite Isar[18] heißen soll. Die Patenstädte sind Goslar bzw. Wolfratshausen. Das dritte Boot soll den Namen Saale bekommen.[19]

Weitere Informationen Kennung, Name ...
Kennung Name Rufzeichen Werft Kiellegung Stapellauf Auslieferung Indienststellung Heimathafen
Oker Peene-Werft (NVL) 25. Feb. 2025
Isar Peene-Werft (NVL) 19. Nov. 2025
Saale Peene-Werft (NVL)
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Siehe auch

Einzelnachweise

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