NVL (Unternehmen)

Unternehmen der Schiffbauindustrie mit Sitz in Bremen-Vegesack From Wikipedia, the free encyclopedia

Die NVL B.V. & Co. KG (Naval Vessels Lürssen) ist ein Unternehmen der Schiffbauindustrie mit Sitz in Bremen-Vegesack und Führungsgesellschaft der NVL, eines Werftenverbunds im norddeutschen Küstenraum sowie Standorten in Bulgarien, Brunei und Kroatien. Unter NVL wird der Neubau sowie die Reparaturaktivitäten von Marineschiffen und Küstenwachbooten der Rheinmetall-Gruppe betrieben.

Schnelle Fakten
NVL B.V. & Co. KG
Logo
Rechtsform B.V. & Co. KG
Gründung 1. Oktober 2021[1]
Sitz Bremen, Deutschland Deutschland
Leitung
  • Tim Wagner (CEO)
  • Harald Wilke
  • Ronny Ischganeit
Mitarbeiterzahl 2300
Branche Schiffbau
Website www.nvl.de
Schließen

Geschichte

Die NVL B.V. & Co. KG wurde im Herbst 2021 im Rahmen einer Trennung der Sparten Yachten und Defence aus der Fr. Lürssen Werft GmbH & Co. KG ausgegründet und ist Rechtsnachfolger des früheren Teilbetriebs der Lürssen-Sparte Defence. Das Unternehmen ist unverändert unter dem Dach der Lürssen Maritime Beteiligungen GmbH & Co. KG Teil der familiengeführten Unternehmensgruppe Lürssen.[2]

Anfang 2023 berichteten Medien über die Kritik des Bundesrechnungshofes (BRH) an einem unter Kabinett Merkel IV geschlossenen Vertrag von NVL mit dem Bundesverteidigungsministerium (BMVg) in Höhe von 2 Milliarden Euro, der ohne spezifische Leistungs- und Anforderungsbeschreibung geschlossen worden sei. Bereits ein Jahr zuvor hatten BRH und Bundesamt für Beschaffung die Vergabepraxis an NVL in einem anderen Fall kritisiert.[3]

Im September 2025 vereinbarte Rheinmetall mit Lürssen die Übernahme von NVL.[4][5] Die Übernahme wurde zum 1. März 2026 abgeschlossen.[6]

Portfolio

Die NVL konstruiert und fertigt Marineschiffe und Küstenwachboote für den nationalen und internationalen Markt. Das Neubauportfolio umfasst den Marine-Überwasserschiffbau, darunter Fregatten, Korvetten, Schnellboote, Einsatzgruppenversorger, Betriebsstoffversorger, Flottendienstboote, Tender, Minenabwehrfahrzeuge[7] sowie Offshore Patrol Vessels und Küstenwachboote.[8] Für die Deutsche Marine führt die NVL als Generalunternehmer den Bau von fünf neuen Korvetten (Boote 6–10) der Braunschweig-Klasse (K130) durch. Im Auftragsbestand befinden sich für die Deutsche Marine überdies zwei neue Marinebetriebsstoffversorger sowie drei neue Flottendienstboote.[2]

Verwaltungsgebäude der NVL in Bremen

International produziert die NVL im Auftrag des bulgarischen Verteidigungsministeriums zwei Korvetten (MMPV90) für die Bulgarische Marine in Warna, dem Standort der NVL-Tochter Naval Technology Bulgaria.

Durch die Gründung eines Joint Ventures mit der britischen Kraken Technology Group im Sommer 2025 stieg die NVL auch in den Bereich des unbemannten Überwasserschiffbaus ein. Ein erstes britisches Modell wird ab Jahresbeginn 2026 in Hamburg gefertigt.[9]

Neubaustandort der NVL: Die Hamburger Werft Blohm+Voss

Das Portfolio umfasst darüber hinaus Reparaturen, Instandsetzungen und Wartungen für Einheiten der Deutschen Marine und internationaler Seestreitkräfte.[10]

Die NVL Services bündelt den Bereich der Aftersales-Dienstleistungen, darunter weltweite Ersatzteillieferungen, Trainingsprogramme für Besatzungen sowie Beratungsdienstleistungen für maritime Infrastrukturprojekte.[10]

Werften und Auslandsstandorte

Neue Jadewerft: Werftstandort der NVL in Wilhelmshaven

Zur NVL gehören das Bremer Unternehmen NVL B.V. & Co. KG als Dachgesellschaft, Blohm+Voss in Hamburg, die Peene-Werft in Wolgast, die Reparaturwerften Neue Jadewerft in Wilhelmshaven und die Norderwerft in Hamburg sowie Standorte Bulgarien, Kroatien und Brunei.[11]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI