For You (Prince-Album)
Album von Prince
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For You (englisch für Für Dich) ist das Debütalbum des US-amerikanischen Musikers Prince, der alle Songs arrangierte, komponierte, produzierte und vorträgt. Zudem spielte er alle Musikinstrumente selbst ein. Das Album erschien am 7. April 1978 bei Warner Bros. Records.
Veröffent-
lichung
Aufnahme
1. Oktober 1977 – Ende Februar 1978
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| Studioalbum von Prince | |||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
1. Oktober 1977 – Ende Februar 1978 | ||||
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Format(e) |
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Contemporary R&B, Disco, Funk, Pop, Rock | |||||
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Titel (Anzahl) |
9 | ||||
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33:24 | |||||
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Besetzung |
s. Mitwirkende | ||||
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Prince | |||||
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Studio(s) |
Record Plant (Sausalito) | ||||
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Die ersten Songs für For You nahm Prince 1976 im Alter von 18 Jahren auf. Die Albumaufnahmen dauerten fünf Monate; die Produktionskosten beliefen sich auf 170.500 US-Dollar (damals etwa 396.000 DM),[1] womit das von Warner Bros. Records veranschlagte Budget von 180.000 US-Dollar für die ersten drei Prince-Alben nahezu ausgeschöpft war. Musikalisch dominiert Contemporary R&B; zudem finden sich Elemente aus Disco, Funk, Pop und Rock. Die Liedtexte behandeln ausschließlich Liebe und Sex.
Im Vergleich zu späteren Prince-Alben bewerteten Musikkritiker For You überwiegend zurückhaltend; auch kommerziell blieb das Album erfolglos und erreichte international weder Gold- noch Platinstatus. Zudem war das Medieninteresse 1978 gering. Eine Tournee zum Album absolvierte Prince nicht, da Warner-Manager von seinen Live-Qualitäten noch nicht überzeugt waren.
Entstehung
Erste Songs von Prince
Die ersten Songs nahm Prince im Frühjahr 1976 mit seiner damaligen Begleitband in dem 8-Spur-Tonstudio Moon Sound nahe dem Lake Nokomis im Süden von Minneapolis (Minnesota) auf. Das Studio gehörte dem gebürtigen Engländer Chris Moon (* 1952), der es für 25 US-Dollar (damals etwa 58 DM)[1] pro Stunde vermietete. Nach der Trennung von seiner Band im selben Jahr durfte Prince dort kostenlos aufnehmen, da er für Moon von diesem verfasste Gedichte und Texte vertonte. Moon half Prince zudem, seine anfängliche Schüchternheit zu überwinden, indem er ihm empfahl, im abgedunkelten Studio auf dem Boden liegend zu singen. Außerdem vermittelte er ihm verschiedene Schlagzeuger; Prince entschied sich jedoch, das Schlagzeug bei seinen eigenen Songs selbst einzuspielen, und intensivierte entsprechend sein Üben.[2]
Ab Sommer 1976 verbrachte Prince den Großteil des Jahres im Moon Sound und stellte insgesamt 14 Songs fertig, deren Liedtexte überwiegend von Moon stammten. Ausnahmen bildeten die fünf Titel Baby, I’m Yours, Jelly Jam, Leaving for New York und Since We’ve Been Together, die Prince vollständig selbst schrieb. Die Songs Baby, I’m Yours, Soft and Wet und Love Is Forever, das Prince später mit leicht verändertem Liedtext in My Love Is Forever umbenannte, nahm er auf sein Debütalbum For You auf. Das Instrumentalstück Jelly Jam integrierte er in Just as Long as We’re Together, während die Erstaufnahme von Soft and Wet einen anderen Liedtext als die veröffentlichte Version aufweist. Die Piano-Ballade Leaving for New York enthält mit „purple“, „rain“ und „dawn“ für Prince’ spätere Karriere typische Begriffe, ist jedoch ebenso wie Since We’ve Been Together bis heute (2026) unveröffentlicht.[3]
Neben der Arbeit im Tonstudio nahm Prince auch Songs auf einem herkömmlichen Kassettenrekorder auf, darunter Don’t You Wanna Ride, Nightingale, Rock Me Lover und Spending My Time, die jedoch unveröffentlicht blieben. Im Herbst 1976 lehnte Chris Moon Prince’ Angebot ab, sein Manager zu werden. Daraufhin reiste Prince im Alter von 18 Jahren allein nach New York City, um seine Songs bei Schallplattenfirmen vorzustellen. Er präsentierte ihnen Demoaufnahmen der Titel Baby, Love Is Forever, Soft and Wet sowie des bis heute unveröffentlichten Aces. Vorübergehend wohnte Prince bei seiner Halbschwester Sharon Nelson (* 22. März 1940) in Manhattan und stellte sich unter anderem bei Atlantic Records vor, einem der größten Independent-Labels, wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, seine Musik sei „zu sehr Mittlerer Westen“. Während seines Aufenthalts in New York spielte Moon Demoaufnahmen von Prince’ Songs Owen Husney (* 8. September 1947) vor, der in Minneapolis eine Werbeagentur betrieb und Kontakte in die Musikindustrie hatte. Husney berichtete später, er habe Moon gefragt: „Wer ist diese Band?“, woraufhin dieser geantwortet habe, es sei „nur ein Typ, der spielt, singt und alles andere auch macht“.[4] Kurz darauf wurde Husney Prince’ Manager und gründete die Verwaltungsgesellschaft American Artists Inc., bei der Prince im Dezember 1976 einen Vertrag unterzeichnete, der ihm finanzielle Unterstützung sicherte. Fortan nahm Prince seine Songs in Minneapolis im Loring Park Rehearsal Room auf, einem provisorisch in Husneys Büro eingerichteten Probenraum.
Daraufhin kontaktierte Husney den Toningenieur David Z. Rivkin (* 1953), dessen jüngerer Bruder Bobby Z. (* 1956) später Schlagzeuger in Prince’ Band wurde.[5] Rivkin arbeitete zu dieser Zeit in Minneapolis im Tonstudio Sound 80, wo er gemeinsam mit Prince die zuvor im Moon Sound aufgenommenen Songs neu einspielte. Dort nutzte Prince erstmals den damals neu erschienenen vierstimmigen Oberheim-Synthesizer, wobei ihn ein lokaler Synthesizer-Spieler unterstützte. Rivkin und Prince arbeiteten den gesamten Winter 1976/1977 im Sound 80 zusammen. Chris Moon zog sich in dieser Phase zurück und stand nur noch bis 1982 sporadisch mit Prince in Kontakt.[6]
Prince’ Image wird festgelegt

Prince wollte ursprünglich „Mr. Nelson“ nach seinem bürgerlichen Nachnamen als Pseudonym für seine Musikkarriere wählen. Wegen der Ähnlichkeit und einer möglichen Verwechslungsgefahr mit dem US-amerikanischen Country-Sänger Willie Nelson riet ihm Chris Moon davon ab und schlug stattdessen „Prince“ vor, dem sich der Musiker anschloss.[7]
Owen Husney und Prince führten ausführliche Diskussionen über das Image, das Prince im Musikgeschäft erhalten sollte, und darüber, wie er sich von anderen Musikern abgrenzen könne. Husney wollte der Öffentlichkeit möglichst wenig über Prince preisgeben, um ihn als mysteriösen Künstler wahrnehmen zu lassen und Neugier zu erzeugen. Zudem riet er Prince, sich um ein Jahr jünger auszugeben, was dieser zu Beginn seiner Karriere auch tat. Husney war der Ansicht, Prince werde dadurch stärker als Wunderkind wahrgenommen. „Ich dachte, wenn er mit 18 Jahren so viel wert war, wäre er mit 17 noch wertvoller“, erklärte er später in einem Interview.
Am 8. April 1977 veröffentlichte die lokale Zeitung Minnesota Daily ein Interview mit Prince. Darin erklärte er, im Idealfall wolle er Jazz unter einem Pseudonym bei einem Label veröffentlichen und Popmusik bei einem anderen. Die Journalistin Lisa Hendrickson beschrieb ihn als „ruhig, sogar unnahbar, mit einem schlauen Sinn für Humor und einem schnellen, intelligenten Lächeln“.[8]
Erster Schallplattenvertrag
Anfang April 1977 reisten Prince und Husney nach Kalifornien, um sich bei fünf Schallplattenfirmen vorzustellen: A&M Records, ABC/Dunhill, CBS Records, RSO Records und Warner Bros. Records. Husney strebte einen Dreifachalbum-Vertrag an, obwohl zu dieser Zeit üblicherweise nur Zwei-Alben-Verträge abgeschlossen wurden. Zudem sollte Prince seine Alben selbst produzieren dürfen, was als ungewöhnliche Forderung galt. Letztlich verhandelte Husney nur noch mit CBS Records und Warner Bros. Records; CBS wollte, dass der Earth-Wind-and-Fire-Bassist Verdine White das erste Prince-Album produzierte, was Husney ablehnte und sich für Warner Bros. Records entschied.[9]
Am 25. Juni 1977 unterzeichnete Prince bei Warner Bros. Records seinen ersten Schallplattenvertrag. Dieser sah vor, dass er innerhalb von 27 Monaten drei Alben veröffentlichen musste, wobei das erste Album innerhalb der ersten sechs Monate erscheinen sollte. Für das Debüt erhielt Prince eine Vorauszahlung von 80.000 US-Dollar (damals etwa 186.000 DM),[1] das Gesamtbudget für die ersten drei Alben betrug 180.000 US-Dollar (etwa 418.000 DM).[1]
Nach Ablauf der 27 Monate standen Prince zwei Optionen offen: Er konnte den Vertrag um zwei Jahre verlängern, in denen er drei weitere Alben aufnehmen sollte und dafür insgesamt 225.000 US-Dollar (damals etwa 523.000 DM)[1] erhalten würde, oder er verlängerte nur für ein Jahr, in dem er zwei Alben abliefern sollte, wofür ihm 250.000 US-Dollar (etwa 581.000 DM)[1] zugestanden hätten.[10] Letztlich blieb Prince bis zum 31. Dezember 1999 bei Warner Bros. Records unter Vertrag.
In seinem ersten Schallplattenvertrag sicherte Prince zu, sein Debütalbum zumindest koproduzieren zu dürfen. Die damaligen Leiter der Musikabteilung von Warner Bros. Records – Mo Ostin und Lenny Waronker (* 3. Oktober 1941) – hatten Bedenken, den jungen und unerfahrenen Musiker als Hauptproduzenten einzusetzen. Ostin schlug daher den Earth-Wind-and-Fire-Gründer Maurice White als Hauptproduzenten vor, was Prince ablehnte. Schließlich einigte man sich auf einen Executive Producer mit Erfahrung in Tontechnik, der den gesamten Aufnahmeprozess überwachen sollte. Diese Aufgabe übernahm Thomas Vicari (* 24. August 1948), ein erfahrener Toningenieur, der zuvor unter anderem mit Billy Preston und Carlos Santana zusammengearbeitet hatte.[11]
Albumaufnahmen beginnen

Nach der Vertragsunterzeichnung begannen Prince und Thomas Vicari im Sound-80-Studio in Minneapolis mit den Aufnahmen für For You. Nach wenigen Tagen traten jedoch technische Probleme am Mischpult auf, worauf Vicari vorschlug, die Arbeiten in Los Angeles fortzusetzen. „Ich glaube, dass das Sound 80 für Vicari nicht gut genug war“, erklärte ein Toningenieur des Studios. Auch Husney zeigte sich von dem Vorschlag wenig begeistert, akzeptierte ihn jedoch kompromissbereit.[12]
Die Aufnahmen für For You wurden schließlich im Tonstudio Record Plant in Sausalito (Kalifornien) fortgesetzt. Prince, Vicari sowie Husney und dessen Ehefrau wohnten in der Nähe des Studios in einem dreistöckigen Apartment in Mill Valley mit Blick auf die Bucht von San Francisco. Die Zusammenarbeit zwischen Prince und Vicari verlief jedoch angespannt: Steve Fontano, Toningenieurassistent am Album, berichtete, Prince habe deutlich vermitteln wollen: „Ich kann das alles allein, und ihr könnt mich am Arsch lecken“.[13] Prince selbst äußerte sich moderater: „Er [Vicari] war eigentlich mehr ein Tontechniker. Vieles von dem, was er in die Arrangements aufnehmen wollte, lehnte ich ab. Deshalb dauerte die Produktion letztlich fünf Monate.“[14] David Z. Rivkin aus Minneapolis wurde zusätzlich als Toningenieur für die Gesangsaufnahmen eingeflogen; beide kannten sich bereits von den Aufnahmen im Sound-80-Studio. „Tommy Vicari war in erster Linie ein klassischer Toningenieur, der für Gesangsaufnahmen aber Hilfe benötigte“, erklärte Rivkin.[15]
Während der Aufnahmen im Record-Plant-Studio traf Prince drei Musiker, die ihn musikalisch inspirierten: Carlos Santana, Chaka Khan und Sly Stone. Khan wollte ursprünglich Stone treffen, was Prince humoristisch nutzte, indem er Stone imitierte und Khan vortäuschte, er sei Sly Stone. Khan zeigte sich darüber wenig begeistert, hörte sich aber dennoch Prince’ Musik an. Santana wurde von Thomas Vicari ins Studio eingeladen, um die Musiker einander vorzustellen, da Vicari vom Newcomer Prince beeindruckt war. Sly Stone wohnte gelegentlich im Studio und konnte jederzeit ein Zimmer beziehen. Toningenieurassistent Steve Fontano arrangierte ein Treffen zwischen Prince und Stone; laut Fontano war Stone „in einer seiner ‘Launen’ und fühlte sich nicht gut“, sodass sich Prince und Stone lediglich die Hände schüttelten.[16]
Die Aufnahmen für For You dauerten vom 1. Oktober bis zum 22. Dezember 1977. Anschließend mieteten Prince, Rivkin, Husney und dessen Ehefrau sowie Prince’ Schulfreund André Cymone (* 27. Juni 1958) ein Haus in den Hollywood Hills, während Prince in Los Angeles im Tonstudio Sound Labs Mixing und Overdubs durchführte. Am 4. Januar 1978 traf er dort die US-amerikanische R&B-Sängerin Patrice Rushen, die beim Programming der Synthesizer für den Song Baby half,[14] die Synthesizer aber nicht selbst einspielte, wie sie erst 2021 angab. Ihr damaliger Freund Charles Veal Jr. (* 3. August 1947; † 23. Januar 2009) arrangierte die Saiteninstrumente in Baby. Ende Februar 1978 beendete Prince sämtliche Arbeiten am Album, womit die Albumaufnahmen insgesamt fünf Monate dauerten.[17] „Ich war körperlich völlig erledigt, als die Platte fertig war“, sagte Prince später der US-Zeitschrift Musician. Er habe eine „fehlerlose“ Platte machen wollen, die jedoch „zu wissenschaftlich“ gewesen sei, und habe das Album nach der Fertigstellung nicht mehr hören können.[18][19]
Die Produktionskosten beliefen sich auf 170.500 US-Dollar,[20] womit das von Warner Bros. Records für die ersten drei Prince-Alben vorgegebene Budget von 180.000 US-Dollar nahezu ausgeschöpft war. Die technische Unterstützung von David Z. Rivkin, Patrice Rushen und Charles Veal Jr. wird in den Liner Notes von For You nicht erwähnt.[17]
Chris Moon erhob später Ansprüche auf eine Beteiligung am Liedtext von My Love Is Forever; eine Regelung wurde getroffen, die der Öffentlichkeit jedoch nicht bekannt gegeben wurde.[17] Im Februar 2018, knapp zwei Jahre nach Prince’ Tod, bot er seine zertifizierte Co-Autorenschaft am Song Soft and Wet für 490.000 US-Dollar (damals etwa 393.000 Euro) bei eBay an, zog das Angebot jedoch später zurück.[21]
Gestaltung des Covers
Für die Covergestaltung engagierte Warner Bros. Records einen Artdirector, den Prince jedoch ablehnte; stattdessen wählte er den Fotografen Joe Giannetti, der sämtliche Aufnahmen für das Albumcover von For You anfertigte. Das Frontcover ist in dunklen, gedämpften Farben gehalten und zeigt Prince mit Afrolook als verschwommenes Porträt in einem dunklen Raum, beleuchtet von Kerzenlicht. „Er hatte einen riesigen Afro“ und „machte klar, dass er ihn nicht schneiden“ würde, sagte Giannetti.[22][23]
Auf der LP-Innenhülle und im CD-Booklet ist ein schwarz-weißes Bild von Prince zu sehen, auf dem er scheinbar nackt vor einem großen ovalen Fenster auf einem Bett sitzt und eine Akustikgitarre hält, die seinen Genitalbereich verdeckt. Laut Giannetti trug Prince bei den Aufnahmen jedoch einen Badeanzug. Das Foto vermittelt den Eindruck, Prince schwebe durch das Universum. Das Fotoshooting dauerte „einen ganzen Nachmittag“, und „je länger wir drehten, desto entspannter wurde Prince“, berichtete Giannetti.[23][24][25] Die Liedtexte der einzelnen Songs sind nicht abgedruckt.
Musik und Liedtexte

Prince spielte alle Songs des Albums ohne weitere Studiomusiker allein ein. Meist nahm er zuerst das Schlagzeug auf und fügte dann nacheinander Keyboards, Synthesizer, E-Bass, E-Gitarre, Akustische Gitarre und Congas hinzu; insgesamt spielte er 23 Instrumente selbst ein. Erst nach der Aufnahme aller Instrumente fügte Prince den Gesang hinzu. Viele Songs folgen einem Grundmuster, das um eine einzelne musikalische Figur oder Phrase herum aufgebaut ist und als Basis für Strophen und Refrain dient.[15][26][27][28][29]
Die Musik ist vorwiegend dem Genre Contemporary R&B zuzuordnen, zudem sind Disco, Funk, Pop und Rock präsent. Erkennbar sind Einflüsse von Bee Gees, Carlos Santana, Earth, Wind and Fire, George Benson, Michael Jackson, Sly & the Family Stone, Smokey Robinson, Stevie Wonder und The Stylistics. Die Arrangements sind sparsam und größtenteils synthetisch geprägt; Prince setzt Synthesizer als Hauptinstrument ein, spielt Akkorde, Fills und Lead-Lines und zeigt, dass Synthesizer nicht nur für Soundeffekte oder Soli genutzt werden. Seine Technik, Synthesizer zu schichten und fließende Linien einzubauen, die oft traditionelle Blasinstrumente ersetzen, wurde als „Minneapolis Sound“ bekannt.[18][29][30]
Prince’ Gesang wirkt schüchtern und ungekünstelt statt hitzig oder leidenschaftlich, wodurch vielen Songs eine ähnliche Klangfarbe verliehen wird. Er vertonte alle Liedtexte melodisch in seinem charakteristischen Falsettgesang, der ausschließlich Themen wie Liebe, Sex und zwischenmenschliche Beziehungen behandelt. Die ausgedrückten Emotionen sind dabei nicht tiefgründig. Die sechs Songs Crazy You, For You, In Love, Just as Long as We’re Together, My Love Is Forever und So Blue sind Liebeserklärungen oder Sehnsuchtsäußerungen; die meisten Stücke wirken jedoch egozentrisch, mit wenigen Bezügen zu anderen Menschen und deren Handlungen oder Gedanken. Die Songs In Love und Soft and Wet enthalten sexuelle Anspielungen.[31][32]
- For You
- Der ungewöhnlichste Song des Albums ist das A-cappella-Titelstück, in dem Prince seine Stimme mit 46 Overdubs schichtete. Das Stück besitzt eine träumerische, schwebende Melodie; der Liedtext ist zwar vorhanden, tritt aber hinter die Klangmuster zurück, die Prince allein mit seiner Stimme erzeugte.[29][33] Der vollständige Liedtext lautet: „All dies und mehr ist für dich. Mit Liebe, Aufrichtigkeit und tiefster Fürsorge teile ich mein Leben mit dir“.
- In Love
- Die Up-tempo-Nummer verfügt über einen Reggae-angehauchten Rhythmus, der von Synthesizern dominiert wird. Im Liedtext ist Prince in eine Frau verliebt und möchte sie „flachlegen“. Die Ursache seiner Verliebtheit bleibt unerwähnt; stattdessen wiederholt er nur, dass er sich verliebt hat, und ergänzt: „Ich kann einfach nicht ohne dich sein“.[32]
- Soft and Wet
- Der Song ist dem Funk zuzuordnen und weist einen ruckartigen, abgehackten Beat auf, der auf einem 6-Note-Bass und Synthesizer-Riff basiert. Ein zweiter Abschnitt entwickelt einen fast Boogie-artigen Groove. Im Liedtext weicht Prince vom überwiegend romantischen Ton des Albums ab: Es handelt sich um eine offene Lusterklärung, in der er seiner Geliebten mitteilt, er habe ein „Zuckerrohr“ und ihre „Liebe ist weich und nass“. Sexuelle Anspielungen und Metaphern dienen als stilistische Mittel, die Prince während seiner gesamten Karriere einsetzte.[29]
- Crazy You
- Bei der sanften, ruhigen Akustiknummer steht eine Gitarrenphrase im Zentrum, die Prince auf einer Akustikgitarre spielt. Im Liedtext begehrt er eine Frau mit einer „seltsamen Art“, die er nicht näher beschreibt,[29] versichert ihr jedoch: „Ich liebe dich trotzdem“.
- Just as Long as We’re Together
- Das Up-tempo-Tanzstück lehnt stilistisch stärker an den Disco-Sound von 1978 als alle anderen Albumstücke. Prince setzt nach jedem Refrain eine schnell absteigende Gitarrenfigur ein. Der Song mündet in einen langen, funkigen Instrumental-Vamp, in dem Prince mit sich selbst jammt. Der Liedtext beschreibt eine Liebesbeziehung eines jungen Paares, in der „solange wir zusammen sind“ alles in Ordnung ist, ohne zu erläutern, warum.[32][34]
- Baby
- Die sanfte R&B-Ballade wird von Streichern getragen. Prince’ mehrspuriger Gesang wirkt dekorativ, die Musik bleibt jedoch stellenweise ereignislos und verfehlt die Dramatik des Liedtexts. Dieser behandelt das emotional reifste Thema des Albums: eine ungewollte Schwangerschaft bei einem jungen Paar. Darin singt Prince unter anderem: „Sollen wir weiter zusammenleben? Sollen wir sofort heiraten? Wie auch immer du dich entscheidest, ich werde dich immer lieben. Und wir werden jeden Tag stärker werden. Ich hoffe, unser Baby hat auch solche Augen wie du“.[32][35]
- My Love Is Forever
- Das Funkstück zählt zu den einprägsamsten des Albums. Mit seinem eingängigen „do-do-do“-Refrain und den Synthesizer-Fills vermittelt der Song eine ungezwungen verspielte Stimmung, die vielen anderen Stücken fehlt. Der Liedtext behandelt lebenslange Hingabe:[32][34] „Du bist das Einzige, was mich am Leben hält. Du bist das Einzige, was meine Liebe am Leben hält. Du bist das Einzige, was ich jemals brauchen werde. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, denn meine Liebe ist für immer“, lautet der Refrain.
- So Blue
- I’m Yours
- Im Gegensatz zu den vorherigen Stücken ist I’m Yours dem Rock-Genre zuzuordnen, in dem Prince seine musikalischen Fähigkeiten mit wiederholten Bass- und Gitarrensoli demonstriert. Als erster Rocksong in seiner Karriere wirkt er stellenweise, als wolle Prince seine Kompetenz im Genre unter Beweis stellen. Es ist der einzige Song mit einem ausgeprägten musikalischen Refrain. Im Liedtext gibt Prince an, noch Jungfrau zu sein, ist jedoch bereit, alles zu tun, was seine Geliebte wünscht.[32][34]
Titelliste und Veröffentlichungen

| # | Titel | Dauer | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | For You | 1:07 | |||||||
| 2 | In Love | 3:36 | |||||||
| 3 | Soft and Wet a | 3:02 | |||||||
| 4 | Crazy You | 2:16 | |||||||
| 5 | Just as Long as We’re Together | 6:23 | |||||||
| 6 | Baby | 3:09 | |||||||
| 7 | My Love Is Forever | 4:09 | |||||||
| 8 | So Blue | 4:27 | |||||||
| 9 | I’m Yours | 5:01 | |||||||
| Spieldauer: 33:24 min. | |||||||||
| Autor aller Songs ist Prince a Liedtext: Prince und Chris Moon | |||||||||
For You erschien am 7. April 1978 in den USA.[36] Veröffentlicht wurde das Album zunächst auf LP und MC, später auch auf CD und als Download.

Singles
Zwei Singles wurden ausgekoppelt. Soft and Wet erschien am 7. Juni 1978, Prince’ 20. Geburtstag, mit So Blue als B-Seite; die Debütsingle wurde nur in den USA und Südafrika veröffentlicht.[37] Die zweite Single, Just as Long as We’re Together, erschien am 21. November 1978 in einer auf 3:25 Minuten gekürzten Version, mit In Love als B-Seite, und wurde nur in den USA und Kanada veröffentlicht.[38]
Musikvideos
Für Prince’ Debütalbum wurden keine Musikvideos produziert; erst zu Singleauskopplungen seines Nachfolgealbums 1979 entstanden Videos.
Coverversionen
Einige Musiker nahmen Coverversionen von Songs des Albums auf.[39][40][41] So basiert der 1990 von MC Hammer veröffentlichte Song She’s Soft and Wet auf Prince’ Originalversion, und 2005 interpretierte N’Dambi Soft and Wet neu. Crazy You wurde mehrfach gecovert: 1991 von dem US-amerikanischen Musiker Jimmy ‘Z’ Zavala, 1996 von der dänischen R&B-Sängerin Shirley (Szirley), 1998 von Valerie Carter, 2006 von Osunlade sowie Thom Hell und 2009 von Zo! featuring Sy Smith. Das Stück How Deep (1993) von Color Me Badd basiert ebenfalls auf Crazy You.
Mitwirkende
Musiker
Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und vorgetragen. Zudem spielte er alle Musikinstrumente selbst ein.[42]
Technisches Personal
- Prince – Schallplattencover-Design, Toningenieur
- Bernie Grundman – Mastering der Wiederveröffentlichung von 1984
- David Roeder (als „Dave Roeder“) – Toningenieur-Assistenz
- Jeff Farmakers von The Ad Company – Artdirector
- Joe Giannetti – Fotografie
- Michael Reese (als „Mike Reese“) († 1991) – Mastering
- Steve Fontano – Toningenieur-Assistenz
- Thomas Vicari – Executive Producer, Mixing und Toningenieur
- Persönliches Management von Prince – Owen R. Husney American Artist Inc.
Konzerte

Prince gab sein Konzertdebüt am 5. Januar 1979 im Capri Theater in seiner Heimatstadt Minneapolis vor 250 Zuschauern. „Ich finde es extrem schwierig, vor Publikum zu spielen“, gestand er der überregionalen Tageszeitung Star Tribune.[43] Am Folgetag trat er erneut im Capri Theater auf; zwei weitere Konzerte im August 1979 im Leeds Rehearsal Facility in North Hollywood fanden ausschließlich vor Angestellten von Warner Bros. Records statt. Die Warner-Manager waren von seinen Auftritten nicht überzeugt und untersagten zunächst eine Tournee. Prince’ Begleitband bestand aus fünf Mitgliedern:[44]
- André Cymone (* 27. Juni 1958 als André Simon Anderson in Minneapolis, Minnesota)[45] – Backing Vocals, E-Bass
- Bobby Z. (* 9. Januar 1956 als Robert B. Rivkin in St. Louis Park, Metropolregion Minneapolis-Saint Paul) – Schlagzeug
- Dez Dickerson (* 7. August 1955 als Desmond D’andrea Dickerson in Minneapolis, Minnesota) – Backing Vocals, Gitarre
- Dr. Fink (* 8. Februar 1957 als Matthew Robert Fink in St. Louis Park, Metropolregion Minneapolis-Saint Paul) – Backing Vocals, Keyboard
- Gayle Chapman (* 1957 in San Diego, Kalifornien)[46][47] – Backing Vocals, Keyboard
Bobby Z. und Dr. Fink gehörten von 1983 bis 1986 ebenfalls der Band The Revolution an.
Rezensionen
| Professionelle Bewertungen | |
|---|---|
| Durchschnittsbewertung | |
| Quelle | Bewertung |
| AOTY[48] | 58 % |
| Weitere Bewertungen | |
| Quelle | Bewertung |
| AllMusic[49] | |
| The Guardian[50] | |
| Musikexpress[51] | |
| Wilson & Alroy’s Record Reviews[52] | |
| Robert Christgau[53] | B− |
Im Jahr 1978 zeigte die Massenmedien nur geringes Interesse an Prince’ Album For You, das von Fachzeitschriften kaum beachtet wurde.[54] Einzige belegbare Rezension erschien in der Tageszeitung Saint Paul Dispatch – später St. Paul Pioneer Press. Der Bericht lobte vor allem, dass Prince das Album im Alleingang bei einem Major-Label eingespielt hatte und nannte dies „ein technisches Wunder“, da es „nur ein Mensch gemacht hat“.[20] Auf den musikalischen Stil der Songs ging die Zeitung nicht ein, und eine Bewertung wurde nicht vergeben.
Erst in den folgenden Jahren, als Prince’ Bekanntheit wuchs, bewerteten einige Musikjournalisten das Album überwiegend zurückhaltend; das Stück Soft and Wet galt meist als Höhepunkt. Häufig wurde betont, dass For You nicht repräsentativ für seine späteren, meist positiver bewerteten Alben sei. Die Website Album of the Year (AOTY) ermittelte aus fünf englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 58 %.[48]
Simon Price vom The Guardian bewertete 37 Prince-Alben und platzierte For You auf Rang 14. Er vergab vier von fünf Sternen und beschrieb es als „gelungenes Funk- und Soul-Debüt eines frühreifen 19-Jährigen, ohne jedoch Anzeichen des späteren außergewöhnlichen Talents“.[50]
Die Musikjournalisten Albert Koch und Thomas Weiland von der deutschen Zeitschrift Musikexpress vergaben drei von sechs Sternen. Sie bezeichneten For You als „konventionelles, zeittypisches, aber noch unterhaltsames R’n’B-Soul-Album“; Soft and Wet sei der herausragende Song.[51]
Stephen Thomas Erlewine von AllMusic bewertete For You mit zwei von fünf Sternen. Er lobte Prince’ „außergewöhnliche Fähigkeiten beim Arrangieren und Aufführen von Mainstream-R&B und Funk“, kritisierte jedoch das konventionelle Songwriting. Er schloss, dass For You „kein schlechtes Album, aber nur ein angenehmes Werk sei, das wenig von seinen späteren Talenten erkennen“ lasse.[49]
Die Musikkritiker David Wilson und John Alroy vergaben zwei von fünf Sternen und beschrieben die Arrangements als „unauffälligen Light Soul, alles Liebeslieder, anständig, aber gewöhnlich“. Seine Stimme sei zwar „hübsch“, lasse jedoch keine Rückschlüsse auf seine späteren Leistungen zu. Neben Soft and Wet sei der „Headbanger“ I’m Yours ein weiteres herausragendes Stück, während Just as Long as We’re Together „einige sehr kitschige“ Liedtexte verbinde. Abschließend betonten sie: „Die niedrige Bewertung soll nur verdeutlichen, wie viel stärker sein späteres Werk ist.“[52]
Robert Christgau bewertete das Album auf der Skala von „A+“ bis „F“ mit „B–“ und beschrieb es als „Disco-Rock-Pop-Funk-Mischung“. Besonders lobte er die Songs Baby und Soft and Wet; außerdem sei Prince’ Falsettgesang besser als der von Stevie Wonder.[53]
Kommerzieller Erfolg
Chartplatzierungen
| ChartsChartplatzierungen | Höchstplatzierung | Wochen |
|---|---|---|
| 138 (6 Wo.) | 6 |
1978 erreichte For You in den USA Platz 163. Die höchste Platzierung erzielte das Album im Mai 2016, einen Monat nach Prince’ Tod. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und im Vereinigten Königreich platzierte sich For You weder vor noch nach seinem Tod in den Charts.
| Jahr | Titel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[56] (Jahr, Titel, , Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1978 | Soft and Wet For You |
DEn.v.DE | ATn.v.AT | CHn.v.CH | UKn.v.UK | US92 (4 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 7. Juni 1978 Nur in den USA und Südafrika ausgekoppelt |
| Just as Long as We’re Together For You |
DEn.v.DE | ATn.v.AT | CHn.v.CH | UKn.v.UK | — |
Erstveröffentlichung: 21. November 1978 Nur in den USA und Kanada ausgekoppelt | |
Die Single Soft and Wet verkaufte sich 1978 rund 350.000 Mal.[37]
Musikverkäufe
For You verkaufte sich 1978 in den USA rund 150.000 Mal.[57] Bis 2025 stiegen die weltweiten Albumverkäufe auf rund 950.000 Exemplare.[58] Auszeichnungen wie Gold- oder Platinstatus sind nicht bekannt.
Literatur
- Alex Hahn: Besessen – Das turbulente Leben von Prince. Hannibal Verlag, Höfen 2016, ISBN 978-3-85445-610-0.
- Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
- Dave Hill: Prince – A Pop Life. Droemer Knaur, München 1989, ISBN 3-426-04036-0.
- Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
- Jon Ewing: Prince – CD Books. Carlton Books, Rastatt 1994, ISBN 3-8118-3986-1.
- Jürgen Seibold: Prince. Verlagsunion Erich Pabel-Arthur Moewig, Rastatt 1991, ISBN 3-8118-3078-3.
- Matt Thorne: Prince – Die Biografie. Edel Germany GmbH, Hamburg, 2017, ISBN 978-3-8419-0523-9.
- Per Nilsen: DanceMusicSexRomance – Prince: The First Decade. Firefly Publishing, London 1999, ISBN 0-946719-23-3.
- Roland Mischke: Vom Nobody zum Pop-Prinzen. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1989, ISBN 3-404-61157-8.
- Ronin Ro: Prince – Inside the Music and the Masks. St. Martin’s Press, New York 2011, ISBN 978-0-312-38300-8.
- Steve Parke: Picturing Prince. Cassell Octopus Publishing Group Ltd, London 2017, ISBN 978-1-84403-959-3.
- Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.
Weblinks
- Informationen zum Album For You bei Princevault.com