Frances Olive Outerbridge
walisisch-britische Krankenschwester und Suffragette
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Frances Olive Outerbridge (* 1846 in Swansea, Glamorgan; † August 1934 in Forest Hill, Lewisham, London) war eine walisisch-britische Krankenschwester und Suffragette.[1]

Leben
Outerbridge war die Tochter von Stephen Outerbridge und Ann Williams. Ihre Mutter stammte aus Swansea, ihr Vater wurde auf den Bermudas geboren, wo die Familie seit dem frühen 17. Jahrhundert ansässig war. Die Familie Outerbridge besaß auf den Bermudas beträchtlichen Einfluss und hatte bis zur Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1833 auch Sklaven gehalten.[2][3]
Ihre Cousine Anna Maria Outerbridge engagierte sich auf den Bermudas ebenfalls für das Frauenwahlrecht, was dazu führte, dass 1895 und 1896 im Kolonialparlament der Bermudas zwei entsprechende Gesetzentwürfe beraten wurden, die jedoch scheiterten. Anna Marias Vater Thaddaeus Outerbridge, Mitglied des Parlaments, unterstützte diese Gesetzentwürfe.[4]
Die Familie lebte in Swansea, wo Outerbridge in der Volkszählung von 1861 im Alter von 14 Jahren und schulpflichtig verzeichnet ust. In der Volkszählung von 1881 erscheint sie als wohnhaft bei ihrem Bruder Thomas in St Pancras, London; sie wird dort als ohne Beruf angegeben.[5]
Zur Zeit der Volkszählung von 1891 lebte Frances im selben Haushalt wie Caroline Lowder Downing, eine ebenfalls aus Wales stammende Suffragette; beide werden als ausgebildete Krankenschwestern verzeichnet.[6]
1898 erhielten Downing und Outerbridge gemeinsam ein versilbertes Tablett by the Congregation and Parishioners of St Mark’s, Victoria Park as a token of affection and in appreciation of their self-sacrificing labours among the sick and poor of the parish for ten years.[7] Zu dem Zeitpunkt waren die beiden Frauen wohl bereits nach London gezogen, wo sie in der Volkszählung von 1901 in Lewisham erfasst sind. Dwoning ist als Haushaltvorstand verzeichnet, Outerbridge als „Gefährtin“ und zum Haushalt gehört eine adoptierte Tochter, Olive Vaughan, 3 Jahre alt.[8] Wie viele andere Aktivistinnen des Suffragetten verweigerten Downing und Outerbridge die Teilnahme an der Volkszählung von 1911, was auf dem Formular mit „Suffragette – Auskunft verweigert“ dokumentiert wurde.[9] Zum Zeitpunkt der Volkszählung von 1921 lebten die beiden Frauen weiterhin an derselben Adresse, zusammen mit der adoptierten Tochter Olive, deren Ehemann William sowie deren einjähriger Tochter Dorothy.[10]
Anfang März 1912 beteiligten sich Outerbridge und Downing zusammen mit über 100 anderen Frauen an einer Protestaktion der WSPU in Form von Einschlagen von Schaufenstern im Zentrum Londons. Die Frauen verbargen große Steine und Hämmer unter ihren Röcken und zerstörten in einer koordinierten Aktion Schaufenster in der Regent Street, der Oxford Street und in der Umgebung. Outerbridge wurde als „Frances Williams“, dem Mädchennamen der Mutter, am 1. März 1912 verhaftet nud wegen des Einschlagens eines Fensters im Wert von 8 Pfund bei Pound and Co., Koffermacher in der Regent Street, angeklagt und zu vier Monaten Gefängnis verurteilt.[11] Unter diesem Namen wird Outerbridge, die zur älteren Generation der militanten Suffragetten zählte, auch in der WSPU‑Zeitung Votes for Women erwähnt:
„[…] it was a political protest against injustice, made in her old age, and not with any malice.“
„[…] es handelte sich um einen politischen Protest gegen Ungerechtigkeit, ausgeführt in hohem Alter, und nicht aus Böswilligkeit.“
Aus dem Gefängnis schrieb Outerbridge wie andere an den Innenminister, um für „volle Rechte als politische Gefangene“ zu protestieren. Aus den Unterlagen geht zudem hervor, dass sie zu den 26 Gefangenen gehörte, die in den Hungerstreik traten, jedoch als zu krank für eine Zwangsernährung galten. Ihre Entlassung wurde vom Home Office am 22. Juni 1912 genehmigt.[13] Als Gründe für ihre Entlassung wurden vermerkt:
„Over 65 years of age and presented indication of arterial degeneration. Would not be fed without considerable resistance involving some danger. Refused food. Likely to suffer from continued abstinence.“
„Über 65 Jahre alt und Anzeichen arterieller Degeneration. Eine Ernährung wäre nur unter erheblichem Widerstand möglich und mit Gefahren verbunden. Verweigerte Nahrung. Bei fortgesetztem Nahrungsentzug wahrscheinlich gesundheitliche Schäden.“
Nach ihrer Freilassung wurde Outerbridge wie viele andere von der WSPU-Führung mit der sogenannten „Hungerstreik-Medaille“ For Valour, datiert auf den 1. März 1912, den Tag der Tat, ausgezeichnet.[7] Der Sydenham- und Forest‑Hill‑Zweig der WSPU gab einen Empfang für Downing und sie.[14]
Outerbridge war eine von 68 Frauen, die als „Frances Williams“ auf das von den Gefangenen in Holloway im März 1912 bestickte sogenannte „Suffragetten-Taschentuch“ setzten.[15] „Frances Williams“ ist auch in der sogenannten Roll of Honour of Suffragette Prisoners der Suffragette Fellowship aufgeführt.[16]
Outerbridge und Downing lebten weiterhin in Forest Hill, Lewisham, wo Outerbridge 1934 im Alter von 88 Jahren starb. Die Nachlassverwaltung wurde am 11. Oktober 1934 Dwoning übertragen.
Outerbridges Hungerstreik‑Medaille wurde im Januar 2022 bei einer Auktion in Stroud, Gloucestershire, für 13.400 £ verkauft. Ebenfalls versteigert wurde bei dieser Auktion das versilberte Tablett, das den Frauen überreicht worden war.[4][7]