Franz Bolgiano
Galeriebesitzer und Kunstsammler (1778–1857)
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Franz Bolgiano (* 8. Mai 1778 in Zweibrücken; † 11. Januar 1857 in München) war ein Galeriebesitzer und Kunstsammler.
Leben
Franz Bolgiano war unter Max Joseph IV. nach München gekommen, wo er 1815 heiratete. Sein ältester Sohn war Carl Theodor Bolgiano (1816–1897), der als ordentlicher Professor für bayerisches, deutsches und französisches Zivilrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität in München lehrte. Dessen Sohn und damit Franz Bolgianos Enkel ist der Maler und Zeichner Ludwig Bolgiano (1866–1948). Franz Bolgiano war Kollegialsekretär im Bayerischen Kriegsministerium, Galeriebesitzer und Kunstsammler. Er war ein Freund der Brüder Melchior Boisserée und Sulpiz Boisserée.[1]
Bolgiano besaß neben seiner beruflichen Stellung im Kriegsministerium eine eigene Galerie an der Galeriestraße 1 in München. Im Laufe von 25 Jahren handelte er an die 800 Ölgemälde zeitgenössischer Meister. Darunter waren Werke von Peter von Hess, Albrecht Adam, Heinrich Bürkel, Max Josef Wagenbauer, Clemens von Zimmermann, Domenico Quaglio, Carl Rottmann, Eduard Schleich, Max Ainmiller, Dietrich Monten und Christian Morgenstern.
König Ludwig I. kaufte ihm eine große Anzahl der Bilder ab, die heute einen Hauptbestandteil der Neuen Pinakothek in München bilden.
August Lewald berichtet über Bolgiano in seinem Buch "Panorama von München"[2]: »Einer der (Kunstmakler) ist Herr Bolgiano, der gute Geschäfte machen soll; ihm vorzüglich sendet Maes in Rom seine Arbeiten zum Verkaufe ein. Die liebenswürdigen Effektstücke dieses italienisierten Niederländers machen großes Aufsehen. Wird ein neues Bild von ihm ausgestellt, so kann man darauf rechnen, in den ersten acht Tagen zu keiner ruhigen Beschauung desselben gelangen zu können, weil ein immerwährend wechselnder Haufen gaffend davor steht.«
Franz Bolgiano starb 1857 im Alter von 78 Jahren in München.
Grabstätte

Die Grabstätte von Franz Bolgiano befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 7 – Reihe 1 – Platz 54) Standort.[3] In dem Grab liegen auch Franz Bolgianos Sohn Carl Theodor Bolgiano (* 11. November 1816 in München; † 29. Oktober 1897 in München) und dessen Frau Babette Bolgiano geb. Müller (* 14. Oktober 1831; † 24. Juni 1912)[4].
Stammbaumliste
Die Verwandtschaftsbeziehungen in der Familie Bolgiano.
- Franz Bolgiano (1786–1862)
- Carl Bolgiano (1816–1897) ⚭ Babette Bolgiano, geborene Müller (1831–1912)
- Ludwig Bolgiano (1866–1948)
- Marie Bolgiano (1862–1916)
- Carl Bolgiano (1816–1897) ⚭ Babette Bolgiano, geborene Müller (1831–1912)
Literatur
- Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München; Franz Bolgiano; Nr. 153, Seite 114. Zeke Verlag, 4. Auflage, Würzburg 1983, ISBN 3-924078-00-9.