Franz Everth
Lehrer an der Theaterakademie Düsseldorf
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Leben
Franz Everth wurde 1880 in Berlin geboren. Nach der Ausbildung war er ab 1900 Schauspieler am Königlichen Schauspielhaus in Berlin, ab 1901 am Meininger Hoftheater und ab 1906 wieder in Berlin an den Barnowsky-Bühnen. 1908 wechselte er an das Düsseldorfer Schauspielhaus. Ab 1913 war er in Wiesbaden und am National-Theater Mannheim engagiert, bis er 1919 nach Wien wechselte. Ab 1921 war er am Schauspielhaus in Zürich, wo er in über 50 Rollen spielte. In Zürich ging er zur Schauspielregie über. Ab 1925 war er Schauspieloberspielleiter in Düsseldorf. Dort wurde er 1928 Direktionsstellvertreter und war auch Lehrer an der Theaterakademie Düsseldorf.
1932 wurde Everth Spielleiter und im Jahr darauf Theaterdirektor in Köln. Zwei Jahre später wechselte er als Oberspielleiter und ab 1935 als Generalintendant an das Landestheater Darmstadt. Kurz nach Everth kam Hermann Dollinger (1906–1990) nach Darmstadt und blieb dort bis 1944. In seiner Darmstädter Zeit machte Everth zwar Konzessionen an die NS-Machthaber. „Aber das Theater wurde weitgehend von nationalsozialistischem Einfluss freigehalten“ (Y. Haase). Everth, der in Darmstadt auch einige Rollen auf der Bühne übernahm, und die Spielleiter Jochen Poelzig (bis 1941 in Darmstadt), Reinhard Lehmann, seit 1936 Dramaturg der Oper, sowie Generalmusikdirektor Fritz Mechlenburg (1890–1968) feierten einige Erfolge u. a. mit Komödien von Molière und der Uraufführung von Der goldene Topf von Wilhelm Petersen. Das Bühnenbild wurde häufig von Elli Büttner gestaltet. Am 1. September 1944 mussten die Theater ihre Aktivitäten auf Weisung von Joseph Goebbels einstellen. Durch die Darmstädter Brandnacht wäre ein Theaterleben am 11. September 1944 auch nicht mehr möglich gewesen. Franz Everth wechselte 1946 an die Städtischen Bühnen in Freiburg und wurde dort 1949 Intendant. 1951 wechselte er nach Karlsruhe, 1953 wurde er dort Theaterdirektor. Von 1952 bis 1955 war er Gastregisseur in Mainz. Danach setzte er sich zur Ruhe und verbrachte seinen Lebensabend in Lenzkirch.
Franz Everth starb am 19. Juni 1965 in Lenzkirch. Everth war mit der Sängerin Erna von Georgi (1903–1990) verheiratet.
Hörspiele (Auswahl)
- 1931: Charles De Coster: Tyll Ulenspiegel. Funkspiel nach Motiven des de Costerschen Epos – Regie: Rudolf Rieth (Hörspielbearbeitung – Westdeutsche Rundfunk AG (WERAG))
- 1951: Ernst von Khuon: Der Schnitt durch das Labyrinth (Prof. Magnus) – Regie: Karl Peter Biltz (Original-Hörspiel, Dokumentarhörspiel – SWF)
- 1951: Constantin Virgil Gheorghiu: Fünfundzwanzig Uhr (Stein) – Regie: Gert Westphal (Hörspielbearbeitung – SWF)
- 1951: Walther Franke-Ruta: Der Gang durch das Fegefeuer (Chirurg) – Regie: Werner Hausmann (Originalhörspiel – SWF/RB/Schweizerische Rundspruchgesellschaft)
- 1952: Wilhelm Wehmeyer: Ich kannte die Stimme (Gerichtsvorsitzender) – Regie: Gert Westphal (Originalhörspiel – SWF)
- 1952: Otto Schrag: Die Antwort (Arzt in Amerika) – Regie: Christian Boehme (Hörspielbearbeitung – SWF)
- 1952: Georges Bernanos: Die begnadete Angst – Regie: Oskar Wälterlin (Hörspielbearbeitung – SWF)
- 1952: Rudolf Brunngraber: Radium (Cynac) – Regie: Theodor Steiner (Hörspielbearbeitung – HR)
- 1952: Günter Eich: Blick auf Venedig (Prof. Masch) – Regie: Christian Boehme (Originalhörspiel – SWF)
- 1952: William Shakespeare: Viel Lärm um Nichts (Leonato, Gouverneur von Messina) – Regie: Theodor Steiner (Hörspielbearbeitung – HR)
Quelle: ARD-Hörspieldatenbank
Literatur
- Elli Büttner: Darmstädter Theaterjahre, Darmstadt 1970.
- Renkhoff, Nassauische Biographie, 2. Auflage, Wiesbaden 1982, S. 181.
- Everth, Franz: in: Hessische Biografie.
- Yorck A. Haase: Hessisches Landestheater, in: Stadtlexikon Darmstadt.
- Hermann Kaiser (Theaterkritiker): Vom Zeittheater zur Sellner-Bühne, Darmstadt 1961.
- Blubacher, Thomas: Franz Everth, in: Kotte, Andreas (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz, Zürich 2005, Band 1, S. 548.
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Everth, Franz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler und Intendant |
| GEBURTSDATUM | 22. Mai 1880 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 19. Juni 1965 |
| STERBEORT | Lenzkirch |
