Franz Sales Brunner
römisch-katholischer Missionar aus der Schweiz
From Wikipedia, the free encyclopedia
Franz Sales(ius) Brunner CPPS (auch Francis de Sales Brunner; * 10. Januar 1795 in Mümliswil-Ramiswil; heimatberechtigt ebenda; † 29. Dezember 1859 in Schellenberg, Liechtenstein) war ein Schweizer Missionar und Ordensoberer sowie Klostergründer in Liechtenstein und in den Vereinigten Staaten.

Leben und Werk
Franz Sales Brunner war Sohn der Anna Maria geborene Probst und des Landwirts Johann Baptist Brunner. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Mariastein trat er ins Kloster Mariastein ein und legte 1813 seine Profess ab. Er studierte Theologie und wurde 1819 zum Priester geweiht.[1]

Brunner entschloss sich 1829 zum Übertritt ins Trappistenkloster Oelenberg im Elsass. Im folgenden Jahr wurde er von dort vertrieben und ging in die rätische Mission. Er erwarb 1832 das Schloss Löwenberg in Schluein. Sechs Jahre später wurde Brunner in die Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut aufgenommen und machte es zu deren Missionshaus. Seine Mutter gründete als Witwe die Schwesternkongregation «vom Kostbaren Blut».[2] Er siedelte 1843 in die Vereinigten Staaten über, gründete Missionsstationen unter den deutschen Auswanderern und wurde Superior der amerikanischen Provinz. Auch das Personal von Löwenberg übersiedelte wegen des Kulturkampfs 1850 in die Staaten.[1] Auf Brunner geht unter anderem die Gründung des Klosters Maria, Helferin der Christen in Maria Stein (Ohio) zurück. Der Ortsname nimmt Bezug auf das Kloster Mariastein, genauer auf eine Reproduktion des Gnadenbilds von Mariastein, die Franz Sales Brunner diesem Kloster in Ohio überliess.[3]
Brunner gründete 1858 das Frauenkloster Schellenberg. Er nahm dort seinen Wohnsitz und war bis zu seinem Tod Superior der Missionare vom Kostbaren Blut für Deutschland und die Vereinigten Staaten.[4]
Er wurde auch als asketischer Schriftsteller bekannt.[1]
Schriften (Auswahl)
- Die fromme Mutter Anna Maria Brunner. Schibler, Aarau 1937.
Literatur
- Daniel Otto: Zur Liebe erlöst. Das kostbare Blut Jesu und die Ordensgründerin Anna Maria Brunner. Eine geistliche Betrachtung über das kostbare Blut mit Lebensbild der Gründerin der Schwestern vom Kostbaren Blut (S.PP.S.) zu Schellenberg, Fürstentum Liechtenstein. Miriam-Verlag, Jestetten 2012. ISBN 978-3-87449-387-1.
- Franz Näscher: Beiträge zur Kirchengeschichte Liechtensteins. Band 1: Seelsorger in den Pfarreien. Vaduz 2009. S. 123–124.
- Beiträge zur Geschichte C.PP.S. Missionare vom Kostbaren Blut. 1987. S. 191–209, 223–246.
- Johann Jakob Simonet: P. Franz Mar. Salesius Brunner, apostolischer Missionar in Graubünden und seine Mutter Anna Maria Brunner-Probst, Stifterin der Schwestern vom kostbaren Blute. In: Raetica Varia. 13. Lieferung (1935).
- Helvetia Sacra. Band VIII/2. S. 410–420.