Friedrich Brater
bayerischer Jurist, Richter und Beamter
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Christian Friedrich Carl Brater (* 15. September 1785 in Erlangen, Fürstentum Bayreuth,[1]; † 16. Dezember 1834 in Meran, Gefürstete Grafschaft Tirol) war ein bayerischer Jurist, Richter und Beamter.
Während seiner Tätigkeit als Stadtgerichtsdirektor von Kulmbach untersuchte er die Morde der Giftmischerin Anna Zwanziger. Während seiner Tätigkeit am Appellationsgericht des Rezatkreises veröffentlichte Brater einen Kommentar über das Hypotheken-Gesetz. Brater war zudem der Vater des liberalen Politikers und Journalisten Karl Brater (1819–1869).
Frühes Leben und Ausbildung
Brater wurde 1785 als jüngster von zwei Söhnen von in Erlangen geboren. Manche Quellen geben fälschlicherweise 1786 als Geburtsjahr an. Seine Eltern waren Johannes Christoph Brater (* 2. März 1734 in Erlangen;[2] † 20. März 1803 in Erlangen[3]) und dessen Ehefrau Margaretha Christiana Magdalena Brater geb. Wels (* 17. Januar 1751 in Erlangen[4]; † 3. Februar 1791 in Erlangen[5]).[1] Sein Vater war Kammeramtmann in der Universitätsstadt,[1][6] was der Familie einen soliden bürgerlichen Hintergrund in einem intellektuellen Umfeld verschaffte. Nach dem Besuch des Gymnasiums (1796–1803[7]) studierte er Rechts- und Kameralwissenschaften an der Universität Erlangen, wo er sich auf Verwaltungs- und Justizrecht spezialisierte. Diese Ausbildung legte den Grundstein für seine spätere Karriere in der bayerischen Bürokratie, die nach der Säkularisation und der Integration Bayerns in das napoleonische System umstrukturiert wurde.[6]
Beruflicher Werdegang
Braters beruflicher Aufstieg begann kurz nach seinem Studium in der Übergangszeit zwischen preußischer und bayerischer Herrschaft in Franken. 1806 trat er als Auskultator in Bayreuth ein, 1807 wurde er Referendarius bei der königlich-preußischen Regierung in Bayreuth (damals das Landesjustizkollegium). 1808 übernahm er die Interimsdirektion des Justizamts Weidenberg und wurde noch im selben Jahr Direktor des Stadtgerichts in Kulmbach.[8]
In Kulmbach stand Brater vor erheblichen Herausforderungen: Während der französischen Okkupation war das Gericht verwahrlost, und er musste persönlich einige der wichtigsten Kriminaluntersuchungen leiten. Bekannt wurde er durch seine Beteiligung am Prozess gegen die Serienmörderin Anna Margaretha Zwanziger, die er 1811 verurteilte.[9][10] Nach der Auflösung des Gerichts im Zuge der bayerischen Reformen wurde er am 23. Januar 1812 unter Beibehalt seines Ranges und Gehaltes ans Stadtgericht Ansbach versetzt,[11] wo er als Dritter Assessor tätig war.[12]
Seine Karriere führte ihn weiter: Am 27. April 1813 wechselte er auf die Stelle als Erster Assessor ans Stadtgericht München, am 24. Januar 1815 als Erster Assessor ans Stadtgericht Nürnberg. Ab dem 18. Juni 1816 war er als Appellationsrat des Handelsgerichts Nürnberg tätig. Ab dem 17. Juni 1819 war Brater als Rat am Appellationsgericht des Rezatkreises (mit Sitz in Ansbach).[11] Dort avancierte er zum Oberappellationsgerichtsrat.[13] Diese Position hatte er bis zu seinem Tod inne, war jedoch aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme ab Herbst 1833 unter Beibehaltung seines Titels und Gehaltes vom Dienst freigestellt.[14][15]
Familie und Privatleben
Brater heiratete am 14. September 1815 Friederica Christiana Charlotta Wilhelmina Meynier[16] (Rufname Charlotte; * 3. Januar 1798 in Erlangen[17]; † 2. April 1863 in München[18]), die Tochter des hugenottischstämmigen Schriftstellers und Universitätslektors Johann Heinrich Meynier aus Erlangen.[19][20] Aus der Ehe gingen insgesamt sieben[19] Kinder hervor:
- Wilhelmina Henrietta Friederica Mathilda (* 4. Juli 1817 in Nürnberg[21]; † 17. Oktober 1824 in Ansbach[22])
- Ludwig Karl Theodor (Rufname Karl; * 27. Juni 1819 in Ansbach[23]; † 20. Oktober 1869 in München[24]), der spätere liberale Politiker, Journalist und Mitgründer der Süddeutschen Zeitung
- Henrietta Julia Luisa Emilia (Rufname Julie[25]; * 12. Mai 1821 in Ansbach[26]; blieb unverheiratet; † 24. November 1893 in München[27])
- Hermann Friedrich Wilhelm Brater (* 28. November 1825 in Ansbach;[28] † 21. März 1826 in Ansbach[29])
- Christiana Luisa Charlotta Antonia Juliana (Rufname Luise[25]; * 8. März 1827 in Ansbach[30]; blieb unverheiratet; † nach 1893,[31] wahrscheinlich 1916/17[32][33])
- Wilhelmine Luise Charlotte Henriette Emilie Schunk[34] (Rufname Emilie[25]; * 6. Oktober 1830 in München,[35] heiratete am 27. Mai 1850 den Schiffbauingenieur Theodor Schunk;[34] † nach 1890, evtl. in Heidelberg.[36])
- Conrad Friedrich Otto (* 3. Juni 1833 in München[37]; † 8. Januar 1837 in Erlangen)[38]
Die Familie war durch Braters frühen Tod geprägt, da er mit 49 Jahren einer Lungenkrankheit in Meran erlag, wohin er zur Kur gereist war.[39] Seine Witwe Charlotte zog mit den Töchtern nach Erlangen[25], wo enge Bande zur Familie Pfaff geknüpft wurden. Pauline Pfaff wurde später die Ehefrau von Karl Brater.[40]
Werke
- Repertorium der Königl. Baierischen Hypotheken- und Prioritäts-Gesetze und Verordnungen: Nach alphabetischer Materienfolge, und mit Berücksichtigung der ständischen Verhandlungen vom J.1822, dann des Commentars über das Hypotheken-Gesetz; nebst einem systematischen Inhaltsverzeichnisse jener Gesetze; ein Hülfsmittel für Geschäftsmänner und Staatsbürger überhaupt. Gasset-Verlag, Ansbach 1824.
Literatur
- Joachim Heinrich Jäck: Wichtigste Lebensmomente aller königl. baierischen Civil- und Militär-Bedienstigten dieses Jahrhunderts. Nr. 3. Augsburg 1819 (Online).
- Christian Friedrich Carl Brater in Neuer Nekrolog der Deutschen, 12. Jahrgang, Zweiter Theil, Weimar 1836.
- Karl Wagner: Register zur Matrikel der Universität Erlangen 1743–1843. In: Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte. Band 4. München 1918 (Online).
- Agnes Sapper: Frau Pauline Brater. Lebensbild einer deutschen Frau. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck, München 1908.
- Theodor Schieder: Brater, Karl Ludwig Theodor in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 538 (Online)