Friedrich Christoph Karl Schunck
deutscher Jurist, Hochschullehrer, Oberappellationsgerichtsrat und bayerischer Abgeordneter
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Kindheit und Schule
Friedrich Christoph Karl Schunck wurde am 14. Januar 1790 in Rehau bei Hof geboren.[1][2] Schunck war das erste Kind des Hochfürstlich Brandenburgischen Rektors und Gerichtsschreiber zu Rehau und späteren Archidiakons in Münchberg[3][4] Nicolaus Schunck und dessen Ehefrau Rosina Maria Wilhelmina Schunck, geb. Vogel.[1]
Von 1806 bis 1809 besuchte Schunck das Gymnasium in Bayreuth.[3]
Studium
Philosophie
1809 nahm Schunck ein Studium der Philosophie und Theologie an der Universität Erlangen auf,[5] das er im Frühjahr 1812 abschloss.[6] Neben den philosophischen Studien befasste er sich auch mit philologischen Studien. Er übersetzte griechische Dichter ins Deutsche und verfasste eigene Gedichte.[6]
1812 war Schunck zunächst für ein halbes Jahr Hauslehrer in Höchstadt an der Aisch, bevor vom Freiherrn von Aufseß als Erzieher für seinen ältesten Sohn angestellt wurde,[6] den späteren Abgeordneten, Altertumsforscher und Gründer des Germanischen Museums Hans von Aufseß.[5] Parallel dazu setzte er seine philosophischen Studien fort.[6] Am 1. Mai 1814 wurde Schunck von der philosophischen Fakultät der Universität Bayreuth die Doktorwürde verliehen.[7]
Rechtswissenschaften
Zusammen mit Hans von Aufseß kam Schunck 1816 erneut an die Universität Erlangen, wo die beiden gemeinsam Rechtswissenschaften studierten.[8][5] Sein abgeschlossenes Philosophie-Studium ermöglichte es ihm neben seinem Studium der Rechtswissenschaften ab 1817 bereits als Privatdozent Vorlesungen über das Naturrecht zu halten.[8] Schunck promovierte 1819 in Göttingen und wurde noch im Dezember desselben Jahres in Erlangen habilitiert.[8][9]
Lehre der Rechtswissenschaften
Nach seiner Habilitation lehrte Schunck zunächst als Privatdozent an der Erlanger Universität. Sein Schwerpunkt lag dabei auf dem öffentlichen Recht.[8] Ab 1821 lehrte Schunck als außerordentlicher Professor der Rechtswissenschaft in Erlangen. Die Professur war ihm unter der Auflage erteilt worden, das französische Recht zu lehren, das er sich dazu eigens aneignen musste.[8] Am 11. April 1825 wurde Schunck eine ordentliche Professor für Rechtswissenschaft in Erlangen übertragen.[5][8] Am 25. Oktober 1826 übernahm er das Fach des Staatsrechts nach öffentlich gehaltener lateinischer Rede und öffentlicher Disputation.[10]
Schunck bekleidete mehrere Ämter an der Fakultät sowie der gesamten Universität. Er war u. a. Mitglied des Verwaltungsausschusses der Universität, Syndicus der Universität, zweimal Dekan der juristischen Fakultät, Prokanzler und Prorektor.[10]
Politische Tätigkeiten
1829 wurde Schunck vom König zum Landratsmitglied des Rezatkreises berufen.[10] In den beiden Versammlungen des Landrats 1829 und 1830 hatte Schunck jeweils die Stelle des Sekretärs.[11]
1830 wurde Schunck in die zweite Kammer (Kammer der Abgeordneten) der bayerischen Ständeversammlung gewählt, der er von 1831 bis 1834 angehörte.[12][2] Die Wahl zum Präsidenten der ersten Versammlung 1831 verlor er, wurde aber zum zweiten Sekretär gewählt.[11] 1834 hatte er schließlich das Amt des ersten Sekretärs inne.[5]
Oberappellationsgerichtsrat
1834 zog Schunck mit seiner Familie nach München, wo er eine Stelle als Oberappellationsgerichtsrat antrat,[13] die er bis zu seinem Tod innehatte.
Familie und Tod
Schunck heiratete am 4. März 1821 Emma Juliane Henriette Meynier (Rufname Julie),[14] die Tochter des hugenottischstämmigen Universitätslektors, Pädagogen und Schriftstellers Johann Heinrich Meynier.[15] Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor, u. a.:
- Julius Schunck (1822–1857)
- Luise Florentine Charlotte (* 2. Mai 1825 in Erlangen[16]; heiratete 1850 in Erlangen den Birnbacher Pfarrer Philipp Ernst Seifert[17])
- Theodor Schunk (1829–1891)
Schunck starb am 17. Februar 1836 in München an Nervenfieber (Typhus).[18]
Werke
De notione et existentia iuris gentium, Erlangen 1819.
Staatsrecht des Königreichs Baiern. Erster Band, Erlangen 1824 (online)
Qvaestionvm jvris pvblici Bavarici de depvtatis ad comitia regni e gremio academiarvm eligendis sylloge prima qva ad orationem pro loco in senatv Academiae Friderico-Alexandrinae rite obtinendo, Erlangen 1826 (online).
Jahrbücher der gesamten deutschen juristischen Literatur, 27 Bände, Erlangen 1826–1836.
Quellen
Dr. Friedrich Christoph Carl Schunk, in: Heinrich Holzschuher (Hrsg.): Denkmal der Bayerschen Stände-Versammlung im Jahre 1831. Zweytes Heft, München 1831, S. 115–120.