Friedrich von der Borch
deutscher Adliger und Oberst in schwedischen Diensten
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Friedrich von der Borch (* 1640; † 1713 in Schönebeck) gehörte dem alten, zuerst ums Jahr 1300 genannten westfälischen Adelsgeschlecht von der Borch an.

Biografie
Friedrich von der Borch war der Sohn von Franz Dietrich von der Borch und dessen Ehefrau Dorothea von der Wense.
Er trat 1656 als Fähnrich in den kaiserlichen Dienst ein und 1659 an als Capitän (Hauptmann) an der Belagerung von Stettin teil. Während des Türkenkrieges von 1664 stand er bei den westfälischen Truppen und nahm auch an der Schlacht bei Mogersdorf teil. Er wurde kurz danach Oberst-Wachtmeister und bereits 1665 Oberstleutnant und Kommandant von Paderborn. Anschließend ging er in Braunschweiger Dienste und nahm 1671 an der Eroberung von Braunschweig teil, bei der er ein Regiment kommandierte. Vom Bischof von Osnabrück Ernst August von Hannover erhielt er ein eigenes Regiment, mit dem er während des Holländischen Krieges an dem Entsatz von Trier und Belagerungen von Maastricht und Charleroi teilnahm.
1687 kam er als Obrist und Vize-Kommandant in Hamburger Dienste und wurde Drost von Amt Allersheim. In schwedischen Diensten stehend erwarb von der Borch am 29. April 1682 das Gut Schönebeck bei Bremen, dessen Südseite er im Jahre 1705 grundlegend erneuern ließ.
Auf einer Sandsteinplatte hinterließ er folgende Inschrift:
„ICH FRIEDRICH V. DER BORCH, OBRISTER Z. FUS, HABE DIESE MDCLXXXVI VON HOLTZ U. STEIN ERBAUTE U. NACHDEM WEGEN VERFAULUNG DES HOLTZES DEN FALL DREUENDE SEITE ABGE NOMMEN, DAS FUNDAMENT BE VESTIGT U. MIT EINER BRANDT MAUER VERWECHSELT ANNO MDCCV“
Um 1700 wurde von Friedrich von der Borch als Herr auf Schönebeck die Siedlung Friedrichsdorf gegründet, die heute zum Bremer Ortsteil St. Magnus gehört. In dieser Zeit waren die von der Borch auch Gerichtsherren der Börde Lesum.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts zogen sich die Herren von der Borch ins Westfälische auf ihren Stammsitz Holzhausen zurück. 1952 verkaufte die Familie das Schloss Schönebeck schließlich an das Land Bremen.
Die aufgerichteten Grabplatten von Friedrich von der Borch dessen Ehefrau Anna Elisabeth von Affeln (1644–1699) befinden sich an der Südseite des Turmes des historischen Friedhofs der St.-Martini-Kirche zu Lesum (Dehio 1977, S. 38).
Ehrungen
- Die Friedrichsdorfer Straße in Grohn und der Friedrichsdorfer Bahnweg in Schönebeck wurden nach ihm benannt.
Familie
Borch heiratete 1665 Anna Elisabeth von Affeln (1644–1699), eine Tochter des Kanzlers und Geheimen Rates Anton von Affeln (auch:Affelmann). Das Paar hatte mehrere Kinder:
- Anna Maria († 1733) ⚭ 1695 Dietrich Wilhelm von Witzendorff zu Zecher und Sedorf, fürstlich holsteinischer Geheimer Rat
- Sophie Charlotte (1679–1733) ⚭ 1700 Anton Dietrich von Wersebe-Mayenburg (1674–1741), Eltern von Hermann Melchior von Wersebe
- Friedrich Otto, Kurhannöverischer Kammerjunker, Drost in Diepenau ⚭ Sophia Elisabeth von dem Bussche-Ippenburg (* 1678), Schwester von Ernst August Philipp von dem Bussche-Ippenburg[1]
Wappen
Das Wappen der Familie von der Borch führt in einem silberweißen Schilde drei schwarze Raben mit roten Füßen und auf offenem Ritterhelm einen gleichen Raben zwischen zwei schwarzen Adlersflügeln.
Um 1840 taucht dieses Wappen auf dem Siegel des Gerichts der Börde Lesum auf.
Die Freitreppe des Schlosses ziert ein barockes Allianzwappen, das dem Generalmajor Ernst August Friedrich von der Borch (1695–1752) und Henriette Charlotte Christiane Freiin von Friesen (1709–1772) zuzuordnen ist. Beide haben 1726 geheiratet. Es handelt sich um einen Enkel des Friedrich von der Borch.
Literatur
- Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon. 2., aktualisierte, überarbeitete und erweiterte Auflage. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X.
- Alexander Hoffmann: Ein Allianzwappen an der Freitreppe des Schlosses Schönebeck (Bremen). In: Der Herold, Neue Folge, Band 20, Heft 1–2, (Jg. 65) Berlin 2022, S. 586–592.
- Anton Fahne, Geschichte der Westphälischen Geschlechter, S.68
- Lüder Halenbeck, Blumenthal und Schönebeck: Ein Beitrag zur bremischen Geschichte., S.64ff
- Luneberg Mushard, Bremisch- und Verdischer Ritter-Sahl, S.126