Fritz Erler (Maler)
deutscher Maler, Graphiker und Bühnenbildner (1868–1940)
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Fritz Erler (* 15. Dezember 1868 in Frankenstein, Provinz Schlesien; † 11. Dezember 1940 in München) war ein deutscher Maler, Grafiker und Bühnenbildner. Sein Bruder Erich Erler war ebenfalls Maler.


Familie und Werdegang
Erlers älterer Bruder Erich war ebenfalls künstlerisch tätig, Fritz war zudem der Patenonkel von dessen Sohn Martin Erler. Martin Erler wirkte später in der Loge AMORC und leitete die von ihm betriebene Ausgründung Ordo Rosae Aurae.[1] Erler studierte ab 1886 bei Albrecht Bräuer an der Königlichen Kunstschule Breslau und besuchte von 1892 bis 1894 die Académie Julian in Paris. 1895 kam er nach München und lebte seit 1918 in Holzhausen am Ammersee. 1893 entstanden seine ersten kunstgewerblichen Entwürfe: Vasen, Glasfenster, Buchdeckel, später Möbel, Bühnen und Innendekoration.[2] 1896 wurde er Mitbegründer der Zeitschrift Die Jugend und 1899 Gründungsmitglied der Künstlervereinigung Die Scholle.
Bedeutung
Erler war neben Arthur Kampf einer der offiziellen Militärmaler zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Die Oberste Heeresleitung nutzte seine Auftragsgemälde zur Kriegspropaganda. Das Werbeplakat zur sechsten Kriegsanleihe wurde zum Beispiel von seinem Gemälde Helft uns siegen! geziert. Es brachte der Reichsbank mit 13,1 Millionen Mark das zweithöchste Ergebnis aller neuen Anleihen.
Er malte auch zahlreiche Porträts: Um die Jahrhundertwende malte er Richard Strauss und Gerhart Hauptmann. Er wurde 1928 mit dem Bayerischen Maximiliansorden ausgezeichnet. Werke von Erler erzielten bei Zezschwitz 2006 Preise um 30.000 Euro. Für die Auferstehungskirche (München) schuf Erler das Abendmahlsfresko im Chorraum.[3]
Erler war Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste München und Mailand, korrespondierendes Mitglied der Wiener Secession, der Société du Salon d’Automne in Paris, Mitglied des Deutschen Künstlerbundes,[4] des Deutschen Werkbundes und der Münchner Secession und in der Zeit des Nationalsozialismus der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist seine Teilnahme an 17 Gruppenausstellungen sicher belegt[5], darunter 1939 die Große Deutsche Kunstausstellung in München, u. a. mit einem Porträt Hitlers, das der italienische Bildhauer Edorda Alfieri (1913–1998) für 25 000 RM erwarb,[6] und Porträts von Wilhelm Frick[7] und Adolf Wagner,[8] die Hitler erwarb.
Kunstgeschichtliche Einordnung
Erlers Gemälde und Fresken waren groß und dekorativ. Die Motive waren zumeist der germanischen Mythologie entliehen. Erler war mit vielen dieser frühen Werke in der Sammlung Heinrich Kirchhoffs vertreten. Seit 1898 schuf er Wandbilder, Fresken und Dekorationsmalereien, so z. B. 1907 die Fresken im Wiesbadener Kurhaus[9] und die Wand- und Deckenbilder für das Ausstellungsrestaurant der Ausstellung München 1908. Wie geschätzt und erfolgreich Erler bereits in dieser Zeit war, belegen nicht nur die regelmäßige Teilnahme an allen großen deutschen Kunstausstellungen, sondern auch die Tatsache, dass seit 1910 ein ständiger Ausstellungsraum in der Modernen Galerie Heinrich Thannhauser in München für seine Werke reserviert war.
- Die ersten Veilchen
Postume Ausstellung
- 2016: Fritz Erler in Verdun – Von der Scholle in den Krieg. Museum Wiesbaden, Wiesbaden.[10]
Literatur
- Karl Mayr (Vorwort): Kollektion Prof. Fritz Erler Ausstellung des Kunstvereins im Museum Leipzig. 1907 (Textarchiv – Internet Archive).
- Karl Mayr (Vorwort): Kollektion Prof. Fritz Erler ausgestellt in der Kunstausstellung des Vereins Berliner Künstler im Künstlerhaus Berlin. 1908 (Textarchiv – Internet Archive).
- Ewald Bender: Erler, Fritz. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 10: Dubolon–Erlwein. E. A. Seemann, Leipzig 1914, S. 607–608 (Textarchiv – Internet Archive).
- Fritz von Ostini: Fritz Erler. Mit 140 Abbildungen. Velhagen & Klasing, Bielefeld/Leipzig 1921, (archive.org).
- Friedrich Ahlers-Hestermann: Erler, Fritz. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 4. Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 595–596 (deutsche-biographie.de).
- Robert Thoms: Große Deutsche Kunstausstellung München 1937–1944. Verzeichnis der Künstler in zwei Bänden, Band I: Maler und Graphiker. Berlin, 2010, ISBN 978-3-937294-01-8.
- Alexander Klar (Hrsg.): Fritz Erler. Von der Scholle in den Krieg. Ausstellungskatalog. Museum Wiesbaden, Köln 2016.
Weblinks
- Literatur von und über Fritz Erler im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Erler, Fritz. Hessische Biografie. (Stand: 12. Juni 2025). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).