Fritz Ernst Rentsch

deutscher Maler und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Fritz Ernst Rentsch (* 17. April 1867 in Dresden; † 26. Dezember 1946 in Naumburg) war ein deutscher Maler, Kunstgewerbler und Hochschullehrer.

Fritz Ernst Rentsch (1911)

Leben und Werk

Bereits der Urgroßvater von Fritz Ernst Rentsch, Johann Adolph Darnstedt (Kupferstecher), sein Großvater Johann Friedrich Jacob Rentsch (1792–1856, Porträt- und Historienmaler) und der Vater Friedrich Rentsch (Bildhauer) hatten in Dresden als bildende Künstler gewirkt. Seine Mutter war Ida Henriette Rentsch (1844–1870), geb. Schumann.

Er studierte nach seiner Privatschul- und Gymnasialausbildung zunächst an der Kunstakademie Dresden, wo er sich von japanischer Kunst beeinflussen ließ, und von 1887 bis 1891 an der Kunstakademie München unter Ludwig von Herterich und Ludwig von Löfftz. Danach ging er nach Leipzig zurück und arbeitete zunächst als Kunstgewerbler. Zudem unterhielt er eine Damenschule für kunstgewerbliche Entwürfe und dekoratives Malen. Bereits während des Studiums in Dresden hatte er vom Jugendstil beeinflusste künstlerische Entwürfe für Stickereigemälde gemacht, die dann zumeist von seiner Ehefrau Helene, geb. Püschel, ausgeführt wurden. Diese Arbeiten fanden international Beachtung. Anlässlich der Weltausstellung in St. Louis 1904 schrieb die Zeitschrift Dekorative Kunst: „Die gestickten und gemalten Panneaux von Fritz Rentsch, besonders das eine große mit der Darstellung lustwandelnder Frauengestalten, sind in ihrer Zeichnung und besonders in ihrer feinen Tonstimmung wertvoll. Rentsch hat sich das Genre selbst zurecht gemacht und steht in dieser vornehmen Dekorationsweise noch unerreicht da.“[1] Das Kunstgewerbemuseum Berlin und das Kunstgewerbemuseum zu Leipzig kauften schon damals einige der Arbeiten an. Wie die meisten Stickereien mit Ausnahmen einer Fahne der Universität Leipzig (1909) und eines Ehrenteppichs der Stadt Leipzig zum Einzug der Truppen (1917) sind diese nicht erhalten.

Ab 1904 war Rentsch Lehrer, von 1908 bis zu seiner Pensionierung 1933 Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Leipzig. Er leitete die Klasse für Temperamalerei und lehrte vor allem Malerei nach Modell und Natur. Zu seinen Schülern gehörten Johannes Weidenbörner und Karl Walther. In dieser Zeit schuf er auch einige Wandgemälde, u. a. in Leipzig in der Deutschen Bücherei und in Auerbachs Keller (Faust und Gretchen-Bild), im Centraltheater Dresden (Deckengemälde) und im Rathaus Döbeln (Hochzeit zu Kana im Hochzeitszimmer).

1933 zog Rentsch mit seiner Lebensgefährtin, der Konzertpianistin Anny Schäfer († 1977) nach Naumburg und widmete sich zunehmend der Landschaftsmalerei, vor allem in Öl und Aquarell.

Selbstbildnis. Zeichnung, 1938

Rentsch war Mitglied des Deutschen Künstlerbunds, des Leipziger Künstlerbunds[2], des Leipziger Kunstvereins und in der Zeit des Nationalsozialismus der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist seine Teilnahme mit einzelnen Werken an 11 Ausstellungen und 1941 eine Gruppenausstellung in der Kunsthütte Chemnitz mit Josef Eduard Tammer und Hans Völcker sicher belegt.[3]

Rentsch starb infolge seines Alters und des Mangels an Lebensmitteln im Hungerwinter 1946–1947.

Werke Rentschs befinden sich u. a. im Stadtmuseum Naumburg, im Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg oder im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig.

Ehrungen für Textilkunst

Rezeption

“In neuerer Zeit wandte sich Rentsch aufs Intensivste der Temperamalerei zu, deren Vermögen an Ausdrucksmitteln ihm eine erhebliche Bereicherung verdankt. Farben des vergehenden Herbstes und des blassen Frühlings liebt er am meisten, alles in gebrochenen, halblauten, zarten, morbiden Tönen, in denen ihm die Verwirklichung ungeahnter Stimmungen sterbender oder orgiastischer Landschaften, Stimmungen der seelischen Atmosphäre um einen Menschen, bis zu einem sehr hohen Suggestionsgrade gelingt.”[4]

Darstellung Rentschs in der bildenden Kunst

Werkbeispiele

Malerei und Zeichnungen

  • La Panne (Tafelbild, Tempera, 1915)[7]
  • Im Park (Pinselzeichnung, schwarze Kreide, Aquarell, 1925; Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg)[8]
  • Winterlandschaft (Tafelbild, Öl, 1929; Museum der Bildenden Künste Leipzig)[9]
  • Haus am Meer (Tafelbild, Öl; Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg)[10]
  • Am Dorfrand (Tafelbild, Öl, 1913; Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg)[11]
  • Am Strand (Tafelbild, Öl; Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg)[12]

Wandgemälde

Textilkunst und ähnliches (Auswahl)

Weitere Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen

  • 1948: Naumburg, Salztorhäuschen
  • 1996: Naumburg, Gutshaus Großjena

Gruppenausstellungen vor 1933 und nach 1945

Posthum

Literatur

Einzelnachweise

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