Fritz Schönbeck

deutscher Agrarwissenschaftler, Biologe und Phytomediziner From Wikipedia, the free encyclopedia

Fritz Schönbeck (* 8. März 1926 in Helpsen, Krs. Bückeburg, Schaumburg-Lippe; † 30. Dezember 2006) war ein Agrarwissenschaftler und Biologe und befasste sich insbesondere mit der Phytopathologie. Er war Hochschullehrer an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover und gilt als Innovator der Induzierung von Resistenzen der Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge.[1]

Leben und Wirken

Schönbeck besuchte bis 1944 die Oberschule, die er mit dem sogenannten Kriegsabitur verließ. Anschließend wurde er zum Wehrdienst eingezogen und geriet mit dem Ende des Krieges in Gefangenschaft. Nach der Rückkehr machte er von 1945 bis 1948 eine landwirtschaftliche Lehre, die mit der Gehilfenprüfung endete. Eine Tätigkeit als Volontärverwalter in den Rieselfeldern der Stadt Dortmund rundete seine praktischen Erfahrungen in der Landwirtschaft ab.

Schönbeck absolvierte 1949 bis 1956 ein Doppelstudium der Landwirtschaft und Biologie an den Universitäten Kiel, Bonn und Köln und promovierte 1956 in Köln bei dem Mikrobiologen Arrien-Gerhard Winter mit dem phytopathologischen Thema: Untersuchungen über Vorkommen und Bedeutung von Hemmstoffen in Getreiderückständen innerhalb der Fruchtfolge, das bereits Phänomene der Pflanzengesundheit in einer ganzheitlichen Betrachtungsweise beinhaltete. Im Jahr 1969 wurde Schönbeck zum Dozenten an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität zu Bonn ernannt und mit den Aufgaben der Leitung des Laboratoriums für bodenbürtige Krankheitserreger und Antibiotikaforschung sowie der Koordinierung der Verwendung und rationellen Ausnutzung der Arbeitseinrichtungen der wissenschaftlichen Geräte des Instituts für Pflanzenkrankheiten betraut.

1975 folgte Schönbeck einem Ruf auf den Lehrstuhl für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz des Gartenbaus an die Universität Hannover, wo er 1994 emeritiert wurde. Schönbeck hat sich in mehr als 100 Publikationen vor allem mit der Reaktion der Pflanze bei Einwirkung von Schaderregern und abiotischer Stressfaktoren sowie der Induzierung von Resistenz befasst. Dazu hat er zahlreiche Untersuchungsergebnisse publiziert. So z. B.: Endomykorrhiza – Ökologie, Funktion und phytopathologische Aspekte, Forum Mikrobiologie, 1980, S. 90–96; Zur Auswirkung von Resistenzreaktionen auf Pflanzenwachstum und Ertrag in inkompatiblen Wirt-Parasit-Beziehungen (mit Grunwald-Stöcker u. Wilde), Jb. f. Phytopathol., 1987, S. 32–49. Auch sein Buch „Pflanzenkrankheiten. Einführung in die Phytopathologie“ (1979, 184 S.) gibt darüber Aufschluss.

Schönbeck pflegte auch die Verbindung von Forschung zur Praxis durch seine regelmäßige Teilnahme an den Arbeitssitzungen des Deutschen Pflanzenschutzdienstes. Für drei Jahre war er 1. Vorsitzender der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft, über Jahre Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und anderer Stiftungen. Enge Verbindungen bestanden auch zur Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, wo mehrere seiner Doktoranden ihre experimentellen Arbeiten durchgeführt haben. Und für die er seinen fachlichen Rat in einer Denkschrift zum biologischen Pflanzenschutz einbrachte. Die Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft (DPG) verlieh ihm im Jahr 1994 die Anton-de-Bary-Medaille für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Resistenzinduktion. Zahlreiche Forschungsansätze wurden von seinen Schülern Georg F. Backhaus und Edgar Maiß fortgeführt.

Einzelnachweise

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