Fruschnitzkees
Gletscher in Österreich
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Das Fruschnitzkees ist ein Gletscher der Glocknergruppe in der Gemeinde Kals am Großglockner im Bezirk Lienz (Osttirol). Es handelt sich um den größten Gletscher der Glocknergruppe in Osttirol.
| Fruschnitzkees | ||
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Großglockner mit Fruschnitzkees (Bildmitte) von Südwesten | ||
| Lage | Tirol, Österreich | |
| Gebirge | Glocknergruppe | |
| Fläche | 2,28 km² [1] | |
| Höhenbereich | 3550 m ü. A. – 2700 m ü. A. [1] | |
| Koordinaten | 47° 4′ 55″ N, 12° 40′ 17″ O | |
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| Entwässerung | Laperwitzbach/Fruschnitzbach → Kalserbach | |
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Fruschnitzkees und benachbarte Gletscher um 1870 | ||
Lage
Das Fruschnitzkees befindet sich an der Südwestseite der Glocknergruppe. Es befindet sich zwischen dem Laperwitzkees im Westen, der Pasterze und das Teufelskampkees im Norden und dem Teischnitzkees im Osten. Es wird im Westen von der Romariswand und im Süden bzw. Südosten von der Gratlinie zwischen Gamsspitze (3157 m ü. A.), Gramul (3276 m ü. A.) und Gramulsattel begrenzt. Im Norden, an der Gratlinie zwischen Romariswandköpfen (3511 m ü. A.), Teufelskamp (3511 m ü. A.) und dem Aufschwung zur Hofmannspitze (3722 m ü. A.) stößt das Fruschnitzkees mit der nördlich gelegenen Pasterze zusammen. Im Nordosten besteht eine Verbindung zum Teischnitzkees. Während das Fruschnitzkees im Norden an der Gratlinie zwischen Teufelskamp und Hofmannspitze bis in eine Höhe von rund 3550 Metern reicht, reicht es im Süden bis auf eine Höhe von rund 2700 Meter hinab.
Das Fruschnitzkees wird im Norden vom Laperwitzbach und im Süden vom Fruschnitzbach entwässert. Beide Bäche münden im Kalser Dorfertal in den Kalserbach.
Geschichte
Der Name des Fruschnitzkees leitet sich vom gleichnamigen Bach, dem Fruschnitzbach ab, dessen Name aus dem slawischen *brusьnica stammt und Steinbach bedeutet.[2]
Anfang der 1870er Jahre reichte das Fruschnitzkees noch wesentlich weiter nach Südwesten bis auf unter 2400 Meter Seehöhe in das Kalser Dorfertal hinab. Das Ende der Gletscherzunge lag damit südwestlich unterhalb des Spitz. Südlich der Romariswand bestand zudem noch eine Verbindung zum westlich gelegenen Laperwitzkees.[3] Im Zuge des Gletscherschwundes seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zog sich das Fruschnitzkees nur langsam nach Norden zurück. Im Jahr 1850 umfasste das Fruschnitzkees noch 3,3 km²,[4] bis zum Jahr 1969 schrumpfte es auf 2,8 km²,[5] wobei die Verbindung zum Laperwitzkees zumindest noch Mitte des 20. Jahrhunderts bestand.[6] Während bis zu dieser Zeit der Gletscher einen Felserhebung mit rund 2990 Metern noch umfloss, teilte sich das Fruschnitzkees in der Folge im Südosten in eine nördliche und eine südliche Gletscherzunge.
Zwischen 1969 und 2022 verlor das Fruschnitzkees rund 21 % seiner Fläche und wies 2022 noch eine Fläche von 2,28 km² auf.

