Fuhrmann-Syndrom

seltene Erbkrankheit From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Fuhrmann-Syndrom ist eine sehr seltene vererbbare Erkrankung mit einer Kombination von Unterentwicklung des Wadenbeines (Fibula-Hypoplasie), Krümmung des Oberschenkelknochens (Femur) und Veränderungen der Finger (Oligodaktylie).[1]

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
Q74.8 Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungen der Extremität(en)
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Synonyme sind: Fibula-Hypoplasie – gekrümmter Femur – Oligodaktylie; Fuhrman-Rieger-de-Sousa-Syndrom

Die Bezeichnung bezieht sich auf die Erstbeschreibung von 1980 durch den Gießener Humangenetiker Walter Fuhrmann (1924–1995) und seine Mitarbeiter.[2][3]

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, bislang wurden etwa 11 Patienten beschrieben. Die Vererbung erfolgt vermutlich autosomal-rezessiv.[1]

Ursache

Der Erkrankung liegen – zumindest teilweise – Mutationen im WNT7A-Gen im Chromosom 3 am Genort p25.1 zugrunde mit teilweisem Funktionsverlust des WNT7A-Proteins.[4]

Allerdings wurde auch über Patienten ohne diese Mutation berichtet.[5]

Mutationen in diesem Gen finden sich auch beim Al-Awadi-Raas-Rothschild-Syndrom, auch als Phokomelie Typ Schinzel bezeichnet.[6]

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:[1]

Hinzu kommt häufig ein Hypoplasie des Beckens und der Finger und Fingernägel, mitunter auch eine angeborene Hüftluxation, Fehlen oder Fusion von Fußwurzelknochen und Zehen.

Therapie

Bei einer eventuellen operativ-prothetischen Versorgung ist zu beachten, dass der Markkanal des Femur bei diesem Syndrom typischerweise eng ist.[7]

Literatur

  • M. M. Al-Qattan, H. E. Shamseldin, F. S. Alkuraya: The WNT7A G204S mutation is associated with both Al-Awadi-Raas Rothschild syndrome and Fuhrmann syndrome phenotypes. In: Gene. Band 516, Nummer 1, März 2013, S. 168–170, doi:10.1016/j.gene.2012.12.020, PMID 23266637.
  • C. G. Woods, S. Stricker, P. Seemann, R. Stern, J. Cox, E. Sherridan, E. Roberts, K. Springell, S. Scott, G. Karbani, S. M. Sharif, C. Toomes, J. Bond, D. Kumar, L. Al-Gazali, S. Mundlos: Mutations in WNT7A cause a range of limb malformations, including Fuhrmann syndrome and Al-Awadi/Raas-Rothschild/Schinzel phocomelia syndrome. In: American Journal of Human Genetics. Band 79, Nummer 2, August 2006, S. 402–408, doi:10.1086/506332, PMID 16826533, PMC 1559483 (freier Volltext).
  • J. Huber, J. B. Volpon, E. S. Ramos: Fuhrmann syndrome: two Brazilian cases. In: Clinical dysmorphology. Bd. 12, Nr. 2, April 2003, ISSN 0962-8827, S. 85–88, doi:10.1097/01.mcd.0000059772.40218.96, PMID 12868468.

Einzelnachweise

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