Further Beyond
Musikalbum der Formation The Bridge
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Further Beyond ist ein Musikalbum der Formation The Bridge um den Saxophonisten Rodrigo Amado mit Alexander von Schlippenbach, Ingebrigt Håker Flaten und Gerry Hemingway. Die live am 9. April 2023 im Bimhuis in Amsterdam entstandenen Aufnahmen erschienen am 10. Oktober 2025 auf Trost Records.
Veröffent-
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Aufnahme
Format(e)
CD, Download
| Further Beyond | ||||
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| Livealbum von The Bridge (Rodrigo Amado, Alexander von Schlippenbach, Ingebrigt Håker Flaten, Gerry Hemingway) | ||||
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Aufnahme |
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Format(e) |
CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
3 | |||
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51:48 | ||||
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Besetzung |
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Frank van Berkel, Jurre Wieman; Luís Lopes, Rodrigo Amado | ||||
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Aufnahmeort(e) |
Bimhuis, Amsterdam | |||
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Hintergrund
Alexander von Schlippenbach am Piano und Gerry Hemingway am Schlagzeug hatten 2023 mit dem Tenorsaxophonisten Rodrigo Amado und Ingebrigt Håker Flaten am Kontrabass ihr gemeinsames Album Beyond the Margins vorgelegt. Dessen Folgealbum Further Beyond enthält drei ausgedehnte Improvisationen, die bei einem Auftritt des Quartetts in Amsterdam entstanden.
Titelliste
- Rodrigo Amado, Alexander von Schlippenbach, Ingebrigt Håker Flaten, Gerry Hemingway – Further Beyond (Trost Records – TR266)[1]
- A Change is Gonna Come 17:11
- Further Beyond 26:41
- That’s How Strong Our Love Is 7:56
Die Kompositionen stammen von Rodrigo Amado, Alexander von Schlippenbach, Ingebrigt Håker Flaten und Gerry Hemingway.
Rezeption

Ohne die Stücke des ersten Albums wieder aufzugreifen, würde das Quartett seinen Spirit bewahren, meint Franpi Barriaux (Citizen Jazz). In dem substanziellen Stück „A Change Is Gone“ sei Amados warm klingendes Tenorsaxophon ein experimentierfreudiger Späher, der mit extremer Nonchalance nach Freiheit suche, ohne dabei einen Bruch heraufzubeschwören; neben ihm scheint Schlippenbach stärker auf Dringlichkeit fokussiert zu sein. Sein hochperkussives Spiel, gepaart mit seiner diskursiven Virtuosität, sei „ein Teilchenbeschleuniger, der sich wie ein Gewitter im Kontakt mit einem unerbittlichen Trommelschlag aufheizt“. Das Quartett The Bridge klinge wie ein brodelnder Kessel. Wenn Schlippenbach die Führung übernehme, verwandle dieser sich in eine eigensinnige, sprudelnde Maschine, die koche, bevor sie mit einer gewohnten Leichtigkeit überlaufe.[2]
Dieses zweite Album des Quartetts besitze ein starkes Fundament, das alles andere als nebensächlich ist, so Barriaux weiter. Es würde die Musik von Amado und seinen Mitstreitern fest in der Geschichte des Jazz verankern, in ihrer stolzesten und kraftvollsten Form. Diese Stärke entspringe einer entwaffnenden Natürlichkeit, die in „Further Beyond“ eine Art Coltrane-eske Ruhe und Sanftheit finde, als ob jenseits der Grenzen Frieden herrschte, sei es auch ein innerer Frieden. The Bridge rüttle auf, ohne dabei aufgesetzt oder übertrieben zu wirken.[2]
Freiheit sei kein monolithisches Konzept: „Was sie ist und repräsentiert, unterscheidet sich von Musiker zu Musiker und hängt maßgeblich von deren Herkunft sowie den Personen und Ereignissen ab, die sie zur Arbeit im Jazz und in der improvisierten Musik motivierten“, stellte Bill Shoemaker in den Liner Notes des Albums fest. Es gebe sicherlich beträchtliche Überschneidungen in der Auffassung von Rodrigo Amado, Alexander von Schlippenbach, Gerry Hemingway und Ingebrigt Håker Flaten zum musikalischen Ausdruck von Freiheit, vor allem geprägt durch die jeweilige Bewegung, die der Pianist maßgeblich beeinflusst hat. Doch erst die Schnittmengen dieser Überschneidungen würden das Bild davon schärfen, wie jedes Mitglied von The Bridge mit dem Thema Freiheit umgeht, angefangen bei dem Ort und der Zeit ihrer Jugend.

Further Beyond würde Amados Vertrauen in das Quartett bestätigen; schließlich verfügten die Mitglieder von The Bridge zusammen über fast zweihundert Jahre Erfahrung im spontanen Musizieren, so Shoemaker weiter. Ihre gegenseitige Verbundenheit sei von Anfang an vorhanden (ihre vorherige CD „Beyond the Margins“ habe übrigens ihren ersten gemeinsamen Auftritt dokumentiert), und diese habe sich seither weiterentwickelt. Schlippenbach habe vor Jahren bemerkt, dass es die sekundengenaue Interaktion mit Evan Parker und Paul Lovens war, die sein Trio über Jahrzehnte hinweg lebendig gehalten habe. Ähnliches lasse sich über The Bridge auf Further Beyond sagen. Es gebe einen ständigen Ideenaustausch, ein geistreiches Geplänkel und ein Wechselspiel zwischen Überraschung und Unausweichlichkeit. Dies würde von der Geschichte und Kultur der improvisierten Musik handeln – und ihrem Bekenntnis zur Freiheit des Improvisierens – mit einer Autorität, die man ehrlich gesagt auf zu wenigen neueren Aufnahmen finde.
Weblinks
- Rodrigo Amado, Alexander von Schlippenbach, Ingebrigt Håker Flaten, Gerry Hemingway – Further Beyond. In: Bandcamp. (englisch).