Gabi Vogt
Schweizer Fotografin
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Gabi Vogt (geboren 1976 in Baden) ist eine Schweizer Fotografin. Sie wurde im Jahr 2010 mit dem Swiss Photo Award ausgezeichnet.
Leben und Werk
Gabi Vogt wuchs in Mellingen im Aargau auf. Sie schloss zunächst 1997 eine Ausbildung als Dekorationsgestalterin ab und absolvierte im Anschluss ein Studium der Fotografie an der Zürcher Hochschule der Künste, welches sie 2003 mit Auszeichnung abschloss. Seitdem ist sie als freie Fotografin tätig.[1] Sie ist Mitglied des Fotografinnen-Netzwerks «Purple Eye»[2] und wird von der «13 Photo Agentur für Fotografie» vertreten. Sie lebt und arbeitet in Zürich.[3]
In vielen Arbeiten befasst sich Vogt mit Aspekten der Zeitzeugenschaft, die dokumentarisch entstehen, zum Teil als persönliche Porträts in der Kombination von Bild und Sprache (Ton und Text). So auch in der Fotoserie Vrenis Gärtli. Vogt erzählt über Bild- und Tondokumente die Geschichte von Verena und ihrem Mann, die einen privaten Kleingarten in einer Panzersperre bewirtschafteten. Diese Sperrriegel aus Beton, die wegen ihrer Formähnlichkeit in der Schweiz im Volksmund «Toblerone» genannt werden, wurden ab 1938 als Verteidigungsanlagen gegen einen möglichen Angriff aus Deutschland errichtet. Seit den 1990er Jahren werden sie überwiegend zivil genutzt.[4] Die Bildreihe wurde von Vogt so konzipiert, dass die 17 gezeigten Fotografien von einem Tondokument begleitet werden, das die Erzählung von Verena wiedergibt, wie sie und ihr Mann den Garten entdeckt haben und viele Jahre lang betreuten.[5]
Das Buch- und Ausstellungsprojekt Ich. Jetzt., zu dem sie sowohl die Fotos als auch die Texte beisteuerte, entstand Vogt zufolge im Sommer 2020. Sie habe sich schon immer für die «Lebensphase Jugend» als «Phase des Dazwischen» interessiert, sich der Lebenswirklichkeit heutiger Jugendlicher jedoch fern gefühlt. Im Rahmen des Projektes suchte sie Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren, «um Einblick in ihr Jungsein heute zu bekommen». Mehr als 40 Personen meldeten sich im Laufe der Projektphase bei ihr. Bei den Fotositzungen traf sie sich mit ihnen in aller Regel in Kleingruppen von zwei bis vier Personen. Nach dem Fotografieren unterhielt sie sich mit ihnen über das Thema «Jugend». Die Aufzeichnungen dieser Gespräche fanden Eingang in die Buchpublikation. Sie verstehe das Buch als «Einladung, den Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen und diesen Respekt mit in den Alltag zu tragen».[6]
Für die Bildserie Schaut uns ruhig an aus dem Jahr 2018 porträtierte die Fotografin Kinder und Jugendliche mit besonderen Hautmerkmalen.[1]
Werke von Gabi Vogt befinden sich in der Julius Bär Kunstsammlung und wurden von der Stadt Zürich und der Stadt Baden angekauft. Ihre Fotoserie Ich. Jetzt. wurde 2024 vom Förderverein der Schweizer Fotostiftung angekauft.[7]
Ausstellungen
Einzelausstellungen
- 2011: Vrenis Gärtli, Kunstraum Baden
- 2015: Sogni d’Oro, Galerie 13 Photo
- 2018: Gabi Vogt. Aurelio Kopainig, Zimmermannhaus Brugg[8]
Sammelausstellungen
- 2001: Galerie Van Zoetendaal, Amsterdam
- 2002: Psychoscape – Peripherie und Fotografie, Weltifurrer Areal, Zürich, und Kunstraum B2, Leipzig
- 2004: Auswahl 04, Aargauer Kunsthaus, Aarau
- 2005: Backflash, Galerie Fait, Krakau
- 2005: Cité International des Arts, Paris
- 2005: Swiss Photo Award, Top 5 Werbung, Zürich
- 2006: Jeune Création, Prix Jeune Création Paris
- 2006: Going Public, Kunstraum Baden
- 2007: Jeune Création, Prix Jeune Création Paris
- 2007: Die besten ungesehenen Fotos des Jahres, C/O Berlin
- 2009: Auswahl 09, Aargauer Kunsthaus
- 2010: Swiss Photo Award, Zürich
- 2011: Zwischenlager. Ankäufe der Stadt Zürich 06–10, Helmhaus, Zürich[9]
- 2013: Fotografien und Videos aus der Julius Bär Kunstsammlung, Museo Cantonale d’Arte, Lugano
- 2014: Swiss Photo Award, Zürich
- 2016: Auswahl 16, Aargauer Kunsthaus
- 2016: Kein schöner Land, Kunstraum Baden
- 2018: Auswahl 18, Aargauer Kunsthaus
- 2018: Stadt Land Fluss, Kunstplattform Akku, Emmen[10]
- 2018: Schaut uns ruhig an, Careum Auditorium Zürich
- 2019: Schaut uns ruhig an, Vögele Kulturzentrum, Pfäffikon
- 2019: Flachs Sugo Tandem, Kunst im Säli, Neubad Luzern, und im Never Stop Reading, Zürich
- 2020: Truffes & Trouvailles, Kunstraum Baden
- 2025: Vergangenheit im Vorgarten. Die Panzersperre als Relikt, Forum Schlossplatz, Aarau[11]
- 2025: Black Cotton Candy, mit Anne Gabriel-Jürgens, BelleVue – Ort für Fotografie, Basel[12]
Auszeichnungen
- 2005: Swiss Photo Award, Top 5
- 2006: Prix Jeune Création, Paris
- 2010: Swiss Photo Award 2009, Fotopreis der Julius Bär Stiftung in der Kategorie «Fine Arts» für die Serie Galerie des ancêtres[13]
- 2014: Swiss Photo Award, Shortlist[14]
Publikationen
- mit Stephanie Elmer: Flachs Sugo Tandem. Geschichten aus dem Schrebergarten. Edition Clandestin, Biel-Bienne 2019, ISBN 978-3-90529-793-5.
- Ich. Jetzt. Verlag Edition 8, Zürich 2023, ISBN 978-3-85990-491-0.
Weblinks
- Website Gabi Vogt Photography
- Vrenis Gärtli: Webseite Gabi Vogt Freie Arbeiten
- Profil Gabi Vogt bei der 13 Photo Agentur für Fotografie