Gandy Brodie
US-amerikanischer Maler
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Gabriel Solomon „Gandy“ Brodie (* 20. Mai 1925 in New York City; † 25. Oktober 1975 ebenda) war ein US-amerikanischer Maler und Kunstpädagoge.[1]
Leben
Gabriel Solomon Brodie wurde als Sohn einer rumänisch-jüdischen Familie, die im Lebensmittelhandel tätig war, in Brooklyn geboren. Er war zunächst Autodidakt und wandte sich nach Studien im Bereich Tanz – unter anderem bei Martha Graham – der Malerei zu. Weitere Anregungen erhielt er durch seine Beschäftigung mit Jazz und insbesondere Bebop. Später studierte er Malerei bei Hans Hofmann und besuchte kunsthistorische Lehrveranstaltungen, unter anderem bei Meyer Schapiro, an der Columbia University und der New School for Social Research in New York. Gandy Brodie unterhielt persönliche und künstlerische Kontakte zu Vertretern des Abstrakten Expressionismus, darunter Willem de Kooning. In der kunsthistorischen Einordnung wird sein Werk häufig der zweiten Generation des Abstrakten Expressionismus zugeordnet. Als Einflüsse auf seine Arbeit werden unter anderem Camille Corot, Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Piet Mondrian, Chaim Soutine, Georges Rouault, Pablo Picasso und Paul Klee genannt. Gandy Brodies Werk umfasst Gemälde und Zeichnungen. Charakteristisch sind dichte Farbschichten beziehungsweise überlagerte Zeichenspuren. Wiederkehrende Motive sind Alltagsgegenstände und -situationen wie Blumen, Bäume, Vögel, Meeresansichten und städtische Architektur. Einzelne Bildthemen bearbeitete er über längere Zeiträume hinweg wiederholt.[1]
Gemeinsam mit seiner Ehefrau Jocelyn Brodie (geb. Levine) gründete er 1964 die Gandy Brodie School of Fine Art in Newfane, Vermont, eine Sommerkunstschule. Darüber hinaus war Brodie als Hochschullehrer tätig, unter anderem an der Carnegie Mellon University, der University of Pennsylvania, der New School und dem Elmira College, wo er zum Zeitpunkt seines Todes als Dozent für Bildende Kunst beschäftigt war. Gandy Brodie erhielt mehrere Auszeichnungen und Förderungen, darunter ein Guggenheim-Stipendium, einen National Council on the Arts Award sowie Förderungen der Longview Foundation und der Ingram Merrill Foundation. Gandy Brodie starb 1975 im Alter von 50 Jahren. Eine Gedenkveranstaltung fand an der New School for Social Research in New York statt, bei der Meyer Schapiro und Elaine de Kooning zu den Rednern gehörten.[1]
Werk
Gandy Brodies frühe Werke sind durch einen dunklen, teilweise primitivistischen Stil gekennzeichnet. In seinen späteren Lebensjahren entwickelte er eine reduzierte Bildsprache, in der einfache Motive wie Bäume, Vögel oder Alltagsgegenstände in Umrissformen überführt wurden. Brodies Œuvre bewegt sich zwischen gegenstandsbezogener Malerei und Abstraktion. In diesem Zusammenhang wird gelegentlich eine Nähe zu Positionen wie jener von Philip Guston erwähnt.[2]
Sammlungen
Gemälde und Zeichnungen von Gandy Brodie befinden sich heute in öffentlichen Sammlungen, darunter das Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, das Metropolitan Museum of Art, das Whitney Museum of American Art, das Neuberger Museum of Art, das Jewish Museum sowie die Phillips Collection. Weitere Werke befinden sich in Museumsbeständen unter anderem in Baltimore, Cambridge, Charlotte, Norfolk und Provincetown.[3]
Literatur
- Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 5, Leipzig, 1961.
- Paul Cummings: Dictionary of Contemporary American Artists. New York, 1977.
- Peter Hastings Falk: Who Was Who in American Art. Band I, Madison (Connecticut), 1999.