Gareth Porter
US-amerikanischer Historiker und Anti-Kriegs-Aktivist
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Gareth Porter (* 18. Juni 1942 in Independence, Kansas, USA)[1] ist ein US-amerikanischer Historiker, Vietnam-Experte, investigativer Journalist[2] und akademischer Anti-Kriegs-Aktivist.[3]

Seine Bücher befassen sich mit dem Vietnamkrieg, dem Genozid in Kambodscha, dem kommunistischen Revolutionskampf auf den Philippinen und dem iranischen Atomprogramm und kritisieren häufig die US-amerikanische Außenpolitik.
Für seine ab 2005 und meist bei Alternativmedien erscheinenden journalistischen Texte über aktuelle Krisen im Nahen Osten wurde er mit dem Martha Gellhorn-Preis für investigativen Journalismus ausgezeichnet.
Leben
Porter wuchs mit seinen drei Geschwistern als Sohn zweier Lehrer und Mitglied der Church of the Brethren in einem Bauerndorf in Illinois auf. Er studierte drei Jahre an der Manchester University in Indiana (einer Einrichtung der Brethren). Dort freundete er sich mit dem späteren Friedensforscher Robert C. Johansen[4] an, der sein Interesse an Außen- und Sicherheitspolitik weckte.[5] Daraufhin wechselte er an die University of Illinois, wo er 1964 seinen Bachelor-Abschluss machte;[6] 1966 gefolgt von einem Masterabschluss in Politikwissenschaften an der University of Chicago.[1]
Im folgenden Jahr, als er an der Manchester University lehrte, stieß er – seit Mitte der 60er Jahre überzeugter Gegner des Vietnamkriegs[7] – auf das Buch The Military Half von Jonathan Schell,[8] das ihn dazu motivierte, sich ganz auf den Vietnamkrieg zu spezialisieren.[9] 1968 unternahm er seine erste Vietnamreise.[10] Ab demselben Jahr und bis 1975 provomovierte er an der Cornell University in Südostasienwissenschaften,[11] woraus sein erstes Buch hervorging, das den Vietnamkrieg und den Vertrag von Paris behandelte.[12]
Während seiner Promotionsstudien engagierte er sich außerdem als Aktivist in der Antikriegsbewegung.[2] Unter anderem war er während einer zweiten Studienreise in den Vietnam von 1970 bis 1971 Leiter des Saigoner Büros des Dispatch News Service International,[13] einer dort von Michael Morrow und weiteren freien Journalisten und Autoren gegründeten alternativen Nachrichtenagentur.[14] Von 1973 bis 1976 war er Vizedirektor des Indochina Resource Centers,[15] 1976 Berater des Committee on Missing Persons in Southeast Asia, von 1979 bis 1982 Herausgeber der Zeitschrift Indochina Issue;[16] außerdem war er Vorsitzender des Committee of Concerned Asian Scholars.[17]
Er lehrte Politikwissenschaften am City College of New York (1982–1983) und an der American University in Washington, D.C. (1985–1989), wo er auch der erste akademische Direktor für Friedens- und Konfliktforschung war,[18] sowie Südostasienwissenschaften an der Paul H. Nitze School of Advanced International Studies der Johns Hopkins University.[19]
1991 übernahm er die Leitung des internationalen Programms des Environmental and Energy Study Institute und befasste sich dort bis 1996 mit Umweltpolitik. Nach eigenen Angaben wurde er nach internen Auseinandersetzungen entlassen.[20] Daraufhin arbeitete er als Berater und freier wissenschaftlicher Mitarbeiter zu denselben Themen für den WWF, die OECD, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen und die Globale Umweltfazilität.[21]
Nachdem er als Historiker und Politikwissenschaftler bis 2005 zahlreiche Bücher und Studien zum Vietnamkrieg, dem Genozid in Kambodscha, dem Kommunistischen Revolutionskampf auf den Philippinen und zu Umweltpolitik verfasst hatte, veranlasste der Irakkrieg Porter, sich erneut als Journalist mit aktuellen Konflikten auseinanderzusetzen.[22] Von 2005 bis 2014 berichtete er für den Inter Press Service (IPS) über politische, diplomatische und militärische Entwicklungen im Nahen Osten;[23] schwerpunktmäßig über den Irakkrieg, die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm (worüber er auch ein Buch verfasste; siehe unten) sowie die Rolle der USA im Krieg in Afghanistan und bei den Drohnenangriffen in Pakistan. Für seine beim IPS und bei Truthout[24] veröffentlichten Artikel über Afghanistan wurde er 2012 mit dem Martha Gellhorn-Preis für investigativen Journalismus ausgezeichnet.[25] Außerdem gewann er den Serena-Shim-Preis für unbestechliche Integrität im Journalismus[26] und war 2023 Finalist beim Pierre-Sprey-Preis für Verteidigungsberichterstattung und -analyse.[27]
Viele weitere Texte zu aktuellen Themen veröffentlichte er bei anderen alternativen Medienportalen wie beispielsweise Consortium News,[28] wo er auch zum Vorstand gehörte.[29] Porter begründete dies damit, dass in den vergangenen Jahren ein wachsender Druck auf unabhängige Medien spürbar geworden sei, mit bestimmten ideologischen Positionen konform zu gehen. In Plattformen wie Consortium News sah er daher einen der verbliebenen Freiräume für „investigative Berichterstattung und Analyse, die sich nie dem Druck mächtiger politischer Interessen beugen, zentrale Stories ignorieren oder sich offizielle, auf Falschheit basierende Narrative aneignen“ würden.[30]
Weitere Analysen, Berichte und Interviews von und mit Porter erschienen regelmäßiger bei Al Jazeera English,[31] Antiwar.com,[32] Common Dreams,[33] CounterPunch,[34] Foreign Policy in Focus[35] The Globalist,[36] The Grayzone,[37] Huffpost,[38] LAProgressive,[39] LobeLog,[40] Middle East Eye,[41] dem Real News Network[42] und Truthdig.[43] Zudem gab er Scott Horton über 300 Langinterviews für dessen Podcast The Scott Horton Show.[44]
Werk
Vietnam
Frühe Aufsätze
Mitte der 70er Jahre argumentierte Porter in einer Reihe wissenschaftlicher Artikel gegen Behauptungen aus den USA, die er für Propaganda hielt. Der erste – The Myth of the Bloodbath[45] – befasste sich mit den Landreformen in Nordvietnam, bei denen Großgrundbesitz enteignet und Land an Kleinbauern und Kooperativen verteilt wurde. Dabei kam es zu zahlreichen Tötungen, die Präsident Richard Nixon später als Begründung für die US-Intervention heranzog und deren Zahl auf „mindestens 500.000“ bezifferte.[46] Porter selbst hob in seinem Aufsatz zunächst hervor, dass die Landreformen grundsätzlich notwendig gewesen seien, und bezeichnete Nixons Angaben als stark übertrieben. Er selbst schätzte die Zahl der Getöteten auf zwischen 1000 und 2500 – eine der niedrigsten Schätzungen in dieser Debatte. Der Historiker Scott Laderman[47] schrieb 2010 in einem Rückblick auf die politische und akademische Debatte, Vietnam-Spezialisten erachteten heute generell die Schätzung von Edwin E. Moïse als die plausibelste.[48] Dieser hatte Porters Kritik in seinem Buch Land Reform in China and North Vietnam grundsätzlich übernommen, seine Schätzung jedoch auf 3000 bis 15.000 Getötete angehoben.[49]
In weiteren Aufsätzen wandte sich Porter gegen US-amerikanische Darstellungen des Massakers von Huế, die er ebenfalls als anti-kommunistische Gräuelpropaganda bewertete. Nach US-Erzählungen waren bei diesem Massaker zwischen 2800 und 3000 Vietnamesen getötet und in Massengräbern begraben worden. Porter wies erstens darauf hin, wie verdächtig es sei, dass das Militär Journalisten den Zugang zu diesen Massengräbern verwehrt hatte, und kritisierte zweitens die von dem Foreign Service-Offizier Douglas Pike verfasste Studie, auf der diese Schätzung basierte, als fehlerhaft und wies auf mehrere Übersetzungsfehler hin. Drittens verwies er auf widersprechende Berichte und Ergebnisse bei Exhumierungen. Porter selbst bezifferte danach die Zahl der Toten auf einige Hundert, die überwiegend nicht aus politischem Kalkül ermordet worden seien, sondern entweder bei Kampfhandlungen durch US-Truppen ums Leben kamen oder in Rückzugsgefechten des Vietcong starben.[50] Wieder urteilte Laderman bei einem Rückblick auf die Debatte, dass Porter mit seiner Kritik an Pike richtig gelegen hatte; Pikes Studie gelte heute als diskreditiert und sei durch spätere Forschungen, insbesondere von Ngo Vinh Long, widerlegt worden.[51]
Vietnam-Monographien
Porters erstes Vietnambuch – A Peace Denied (1975)[52] – analysierte die politischen und militärischen Strategien der Vereinigten Staaten und Nordvietnams vom Beginn des Kriegs bis zu den Verhandlungen über das Pariser Friedensabkommen. Seine Grundthese war, dass die Kommunisten stets nach einem Ende des Kriegs gestrebt hätten, was die USA jedoch konsequent und selbst noch bei den Verhandlungen über den Vertrag von Paris verhindert hätten.
Mehrere Rezensenten kritisierten die bisweilen überpointierte Darstellung, hielten die Argumentation Porters aber für überzeugend,[53] der Politikwissenschaftler MacAlister Brown (Williams College) schränkte ein, dass Porter in diesem Buch mit „vielen starken Seiten“ bisweilen den Präsidenten Nixon und Kissinger ohne ausreichenden Nachweis finstere Motive unterstellt habe.[54]
Seine zweite Vietnam-Monographie, The Politics of Bureaucratic Socialism (1993),[55] ist eine Geschichte und Analyse des politischen Systems in Vietnam nach 1945; nach dem Urteil des Rezensenten Mark Sidel „vielleicht die beste“ ihrer Art.[56] Auch Douglas Pike, dessen Darstellung des Massakers von Huế Porter in seinen frühen Aufsätzen angegriffen hatte (siehe oben), würdigte das Werk als solide Forschung, in der Porters frühere ideologische Prägung nicht mehr erkennbar sei.[57]
Perils of Dominance (2005),[58] Porters letztes Vietnambuch, bietet eine Neuinterpretation des Kalten Kriegs am Paradigma von Vietnam. Porter argumentiert darin gegen die Annahme, die Zeit des Kalten Kriegs sei eine Zeit der bipolaren Weltordnung gewesen: Tatsächlich, so seine These, hätten sich die USA bereits früh als die dominante Macht erwiesen. Der amerikanischen politischen Elite sei dies auch bereits ab 1952 bewusst gewesen,[59] ebenso Russland und China. Entscheidungen wie die zum Krieg in Vietnam müssten von diesem Bewusstsein einer politischen Dominanz der USA her erklärt werden, nicht etwa als Versuch, einen als bedrohlich eingestuften Kommunismus zurückzudrängen. Grund für den Vietnamkrieg sei stattdessen die National Security Bureaucracy gewesen, also Verteidigungsminister und Generalstab, CIA und diverse Berater der Präsidenten, die aus verschiedenen politischen und diplomatischen Motiven als Kriegstreiber agierten und sogar die Präsidenten Kennedy und Johnson überstimmten, die eigentlich gegen diesen Krieg eingestellt waren.[60]
Der Historiker Andrew Bacevich (Boston University) lobte das Buch als „erhellend und wunderbar subversiv“ und bezeichnete es als „ohne Zweifel den wichtigsten Beitrag des vergangenen Jahrzehnts zur Geschichte der nationalen Sicherheitspolitik der USA“.[61] Andere Rezensenten schränkten ein, dass das Buch weniger innovativ sei, als Porter es darstelle: Die offizielle Begründung für das Handeln der USA im Vietnamkrieg sei zwar vielleicht weiterhin dominant bei der amerikanischen Gesamtbevölkerung, wissenschaftlich aber bereits seit den 1960ern überholt.[62] Die Dominanz der USA zur Zeit des Kalten Kriegs sei in der linken Geschichtsschreibung eine gut etablierte Annahme,[63] auch die Rolle kriegstreibender Berater sei keine neue Idee.[64] Der Historiker Jeffrey Kimball (Miami University) charakterisierte das Buch daher entgegen Porters Bezeichnung nicht als „Neuinterpretation“, sondern als „dicht belegte Wiederholung, Expansion und Präzisierung älterer Argumente zur kritischen Rolle, die nationale Sicherheitsberater und Bürokraten gespielt hatten“.[65]
Kambodscha
Kurz nach der Machtübernahme der Roten Khmer in Kambodscha 1975 veröffentlichte Porter gemeinsam mit George Hildebrand, Co-Direktor des Indochina Resource Centers,[66] das stark rezipierte[67] Buch Cambodia. Starvation and Revolution (1976). Darin bestritten sie die in westlichen Medien verbreiteten Berichte über Zwangsvertreibungen und Massensterben und präsentierten eine alternative Deutung der Ereignisse, die später als Genozid in Kambodscha bekannt wurden. In der New York Times etwa war zuvor von Millionen Stadtbewohnern berichtet worden, die im April 1975 mit vorgehaltener Waffe aufs Land getrieben worden und dort Hunger, Krankheiten wie der Cholera und Erschöpfung erlegen seien.[68] Weitere Presseberichte sprachen von einem „Todesmarsch“[69] und berichteten in einer Situation, in der nur wenig Information aus erster Hand verfügbar war, nicht belegte Opferzahlen in sechs- bis siebenstelliger Höhe.[70]
Wie zuvor im Fall Vietnams betrachtete Porter diese Berichte als antikommunistische Propaganda und entwickelte eine Gegeninterpretation. Er führte demgegenüber an, dass die hohen Bevölkerungszahlen in den Städten überhaupt erst eine Folge des Kambodschanischen Bürgerkriegs und der US-Bombardierungen gewesen seien, durch die Hunderttausende der Landbevölkerung von ihren Feldern in die Städte vertrieben worden seien.[71] Auch der Nahrungsmangel sei teilweise auf kriegsbedingte Ernteausfälle und den Stopp amerikanischer Hilfslieferungen nach 1975 zurückzuführen, nicht auf Vertreibungen. Zudem verwies er auf zeitgenössische Zeugenberichte,[72] nach denen Krankheiten wie Cholera bereits vor der Evakuierung grassiert, die Umsiedlungen geordnet und ohne Gewalt erfolgt und die Umgesiedelten versorgt worden seien.[73] Auf dieser Grundlage interpretierten Porter und Hildebrand die Evakuierungen nicht als gewaltsame und ideologisch motivierte Maßnahme zum Aufbau eines kommunistischen Bauernstaats, sondern als pragmatische Antwort auf Versorgungsprobleme infolge des Krieges.[74] Hunderttausende Tote räumten sie zwar ein, schrieben diese aber vor allem den Folgen der US-Bombardierungen zu, nicht den Handlungen der Khmer.[75]
Porter und Hildebrand standen mit ihrer Kritik an den westlichen Medien nicht allein; vergleichbare Medienskepsis war unter der politischen Linken verbreitet.[76] Schützenhilfe erhielten sie beispielsweise von Noam Chomsky und Edward S. Herman, die 1977 ihr Buch lobten, ein etwas später erschienenes pro-amerikanisches Werk zum selben Thema[77] als „drittklassige Propaganda“ verrissen und die Verlässlichkeit eines weiteren Buches,[78] das erstmals größere Zahlen an Zeugenberichten zusammengetragen hatte, in Zweifel zogen.[79]
Porter selbst teilte auch diesen Zweifel, urteilte aber 1977 vor einer Anhörung, dass man nach diesen Zeugenberichten neben den Hungertoden und den Toden durch Krankheit wohl doch auch hohe Zahlen an Hinrichtungen annehmen müsse. Diese seien jedoch überwiegend als Racheakte an ehemaligen politischen und militärischen Eliten zu verstehen, nicht als gezielter „Genozid“.[80] Erst 1978, als sich die Evidenz für systematische Verbrechen der Roten Khmer verdichtete, revidierte Porter seine frühere Einschätzung hinsichtlich der Hinrichtungen, hielt aber an seiner Interpretation der Evakuierungen als „Politik der Selbstversorgung“ fest.[81] 2010 bezeichnete er seine einstige Skepsis selbstkritisch als Ausdruck „intellektueller Arroganz“: „Ich hatte Recht mit dem Blutbad in Vietnam, daher ging ich davon aus, auch mit Kambodscha Recht zu haben.“[82]
Philippinen
1987 erschien Porters Studie über den Kommunistischen Revolutionskampf auf den Philippinen.[83] Auch für dieses Buch war Porter zweimal ins Land gereist, um Recherchen zu betreiben.[84] Porter befasste sich darin mit den Unterschieden der New People’s Army-Politik der philippinischen Marcos-Diktaktur und der Aquino-Regierung und hob insbesondere hervor, dass erstere vorwiegend militärisch gegen die NPA vorgegangen sei und auch die USA durchgehend[85] auf ein primär militärisches Vorgehen gesetzt hatten, während der Ansatz letzterer von der Überzeugung ausging, die eigentliche Triebkraft des Aufstands seien echte soziale Ungerechtigkeiten, weshalb der NPA stattdessen mit Verhandlungen, einer Amnestie und politischen Reformen begegnet werden müsse. Porters Studie schloss mit der Prognose, Aquinos Politik sei durch konservative Militärs gefährdet, die ihre Friedensinitiative ablehnten,[86] sowie dem Fazit, Aquinos nach seiner Einschätzung richtige Politik gegenüber bewaffneten Revolutionären biete sich an als Kontrastfolie und Korrektiv der „nicht adäquaten“, zuvorderst auf militärische Macht setzenden Politik der USA.[87]
Der Südostasien-Wissenschaftler Alfred W. McCoy beurteilte das Buch als „gedankenreich“, sorgfältig recherchiert[88] und gründlich analysiert, kritisierte jedoch Porters vereinfachte Darstellung der NPA, die deren Entwicklungsgeschichte vernachlässige.[89] Diese Entwicklungsgeschichte lieferte Porter 1989 in einem Aufsatz nach, in dem er die Ideologie und politische Strategie der kommunistischen Gruppen auf den Philippinen detaillierter untersuchte.[90] Der philippinische Journalist Armando Malay lobte Porters Studie als eines der wenigen ausgewogenen Werke in der damaligen Philippinen-Literatur, bezeichnete jedoch rückblickend Porters Vertrauen in die Bereitschaft des Militärs und der USA zu einer nichtmilitärischen Lösung als zu optimistisch.[91]
Nachdem 1987 nach dem Mendiola-Massaker[92] die philippinischen Friedensgespräche ergebnislos abgebrochen und der bewaffnete Kampf wiederaufgenommen worden waren, veröffentlichte Porter einen Folge-Aufsatz. Darin vertrat er die Ansicht, Aquino sei vom philippinischen General Fidel Ramos und den USA zu diesem Politikwechsel gedrängt worden, obwohl ihre ursprüngliche Politik richtig gewesen sei und auch bereits Erfolge gezeigt habe,[93] und diskutierte, unter welchen Bedingungen erfolgversprechende Verhandlungen wiederaufgenommen werden könnten.[94]
In einem weiteren, 1988 erschienenen[95] und 1990 – kurz vor Porters Berufswechsel in den Bereich der Umweltpolitik – aktualisierten Text beleuchtete er gemeinsam mit dem Ökologen Delfin Ganapin die ökologischen Grundlagen der politischen Krise auf den Philippinen. Als Wurzel der Krise nannten beide den von den USA eingeleiteten und unter Marcos fortgesetzten Raubbau an den philippinischen Wäldern – deren Fläche bis 1990 von wahrscheinlich 6,5 Millionen auf nur noch maximal 1,8 Millionen Hektar geschrumpft war[96] – sowie die Überfischung der Meere und die Übernutzung des Bodens aufgrund einer zu stark wachsender Bevölkerung.[97] Sie plädierten dafür, vordringlich müssten die USA ihren Schwerpunkt von militärischer Präsenz in Subic Bay und auf der Clark Air Base auf Umweltprogramme und nachhaltige Entwicklung verlagern.[98][99]
Nach seinem Wechsel in die Forschung zur Umweltpolitik kehrte Porter 1997 noch einmal kurzzeitig zu diesem Thema zurück und gab in seinem Aufsatz Managing Renewable Resources in Southeast Asia: The Problem of Deforestation einen breiter gespannten Überblick über das Problem der Entwaldung in der gesamten südostasiatischen Region, in dem er die verschiedenen politische Antworten darauf sammelte und auswertete. Sein Fazit war, dass bisher keinem Land in der Region der Übergang zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft gelungen sei.[100]
Umweltpolitik
Mit seinem Wechsel zum Environmental and Energy Study Institute um 1991 wandte sich Porter dem damals entstehenden Forschungsfeld der internationalen Umweltpolitik zu. In diesem Bereich verfasste Porter mehrere Grundlagentexte. Zunächst veröffentlichte er gemeinsam mit Janet Brown vom World Resources Institute[101] eine der ersten[102] Einführungen in die internationale Umweltpolitik für den universitären Unterricht. Das Werk entwickelte sich zu einem Standardtext des Fachs; 2026 erschien es – mittlerweile ohne Beteiligung der ursprünglichen Autoren – in neunter Auflage.[103] In zwei Aufsätzen[104][105] befasste er sich außerdem mit dem Zusammenhang von Umweltpolitik und Sicherheitspolitik. Der zweite, als kurze Einführung in das Konzept der ökologischen Sicherheit[106] konzipierte Beitrag, wurde 1998 in den Geopolitics Reader aufgenommen, dessen Herausgeber ihn so als eines der „erhellendsten Beispiele […] geopoliti[scher Texte]“ des 20. Jahrhunderts würdigten.[107]
Ab 1998 spezialisierte Porter sich zunehmend auf die Umweltfolgen von Subventionen im Allgemeinen[108] und auf Fischerei-Subventionen im Speziellen.[109] Diese Arbeiten mündeten 2004 – gegen Ende seiner Tätigkeit im Umweltsektor – in die Entwicklung seines einflussreichen[110] „Matrix-Ansatzes“, mit dem sich systematisch bewerten ließ, welche Arten von Subventionen mit welcher Wahrscheinlichkeit schädliche Umweltwirkungen entfalten.[111]
Syrien
In einer Reihe von Artikeln bei Truthout ab 2013 befasste Porter sich mit den Giftgasangriffen von Ghuta (Syrien, 2013). Diese Angriffe mit dem Nervengift Sarin auf eine von Rebellen kontrollierte Region östlich von Damaskus wurde von den USA dem Assad-Regime zugeschrieben;[112] Länder wie Russland dagegen hielten sie für Angriffe unter falscher Flagge, mit denen die Rebellen eine US-Intervention gegen Assad provozieren wollten.[113] Auch investigative Journalisten wie Seymour Hersh vertraten die russische Interpretation der Angriffe.[114]
Porter vertrat die Auffassung, die US-Interpretation sei politisch motiviert. Er betonte, dass gerade das Assad-Regime selbst eine Untersuchung des Landes durch UNO-Chemiewaffenkontrolleure beantragt habe, während die USA eine unabhängige Untersuchung der Angriffe durch die UNO zu verhindern versucht hätten.[115] Außerdem analysierte er amerikanische Texte, um zu zeigen, dass Washington die vorgelegte Evidenz für eine Täterschaft des Assad-Regimes stärker mache, als sie tatsächlich sei.[116] Schließlich führte er verschiedene Beobachtungen anderer Experten zu Anomalien bei den Angriffen zusammen, um es weiter zu plausibilisieren, dass die Angriffe tatsächlich auch von den Rebellen hätten ausgeführt werden können.[117]
Obwohl sich im Westen die amerikanische Deutung durchsetzte, blieb ungeklärt, wer die Giftgasangriffe tatsächlich durchgeführt hatte,[118] und blieb die Frage auch weiterhin umstritten: Nach dem Giftgasangriff von Chan Schaichun 2017, bei dem erneut mehrere Dutzend Menschen durch Nervengas starben, äußerten beispielsweise auch der Geograph Günter Meyer (der ebenfalls bereits 2013 so argumentiert hatte)[119] und der Politikwissenschaftler Michael Lüders weiterhin Zweifel an der Täterschaft des Assad-Regimes um 2013 und verwiesen auf eine mögliche Verantwortung der Rebellen.[120] Porter selbst veröffentlichte 2016 noch einmal eine umfassende Analyse des US-amerikanischen Entscheidungsprozesses, in der er argumentierte, die Festlegung auf Assad als Täter sei ein Vorwand gewesen, um in einer kritischen Phase eine militärische Intervention zu legitimieren und eine Niederlage der syrischen Rebellen verhindern zu können.[121]
Auch zum Vorfall von 2017 entwickelte Porter eine alternative Deutung: Er vertrat die Mindermeinung, die Opfer seien nicht durch Sarin, sondern durch Phosphingas ums Leben gekommen, das freigesetzt worden sei, als eine Bombe ein Lager mit landwirtschaftlich genutztem Aluminiumphosphid getroffen habe.[122] Wieder sei also zweifelhaft, dass Assad Sarin eingesetzt habe. Zustimmung erhielt Porter von dem Völkerrechtler Ian Wilkie.[123] Eliot Higgins von der Plattform Bellingcat dagegen, die sich nach 2013 zu einem wichtigen Verfechter der Deutung entwickelt hatte, Assad setze chemische Waffen wie Sarin ein,[124] warf Porter selektive Beweisführung vor und kritisierte Teile seiner Argumentation als typische „chemical weapon truther claims“.[125] Auch Meyer und Lüders, die zu den Vorfällen von 2017 ebenfalls Zweifel ausgesprochen hatten, ernteten Kritik für das Verbreiten von „Assad-Propaganda“[126] oder „Putin-Propaganda“.[127]
Iran
Mit der Hinwendung zu aktuellen Kriegen und Krisen spezialisierte sich Porter auch auf Iran und die Debatte um ein iranisches Kernwaffen-Programm. Früchte dieser Spezialisierung waren die beiden Bücher Manufactured Crisis (2014)[128] speziell über die Geschichte der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm und das gemeinsam mit John Kiriakou verfasste The CIA Insider’s Guide to the Iran Crisis (2020).[129]
2006 war Porter auf Basis von Interviews mit CIA-Beamten noch selbst davon ausgegangen, dass Iran früher ein Kernwaffenprogramm betrieben habe.[130] Acht Jahre später vertrat Porter in seinem ersten Iranbuch stattdessen entgegen der Darstellung amerikanischer Geheimdienste, Iran habe dieses Kernwaffenprogramm 2003 eingestellt,[131] die Grundthese, auch zuvor habe es keine Evidenz für ein iranisches Kernwaffenprogramm gegeben. Dies habe auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) festgestellt.[132] Nur einige Forschungen seien von militärischen Forschungszentren durchgeführt worden – jedoch ohne Wissen und gegen den Willen der Regierung.[133] Was als Belege für ein angebliches iranisches Atomwaffenprogramm vor oder nach 2003 gegolten habe, sei entweder missinterpretiert oder aus politischen Motiven – teils mit gefälschten Dokumenten – verbreitet worden von Israel,[134] der israelischen Lobby in den USA oder der CIA, die aus Eigeninteresse das Phantom einer drohenden Atommacht Iran aufgebaut habe. Zudem argumentierte Porter, dass für die iranische Geheimhaltungspolitik beim Ausbau des Atomprogramms letztlich die USA verantwortlich seien: Diese hätten – damit gegen den Atomwaffensperrvertrag verstoßend – in den 1980er und 90er Jahren nacheinander Druck ausgeübt auf Frankreich, Deutschland, Argentinien, China und Russland, um diese davon abzuhalten, Iran Brennstofflieferungen für die zivile Nutzung bereitzustellen. Erst dadurch sei Iran gezwungen gewesen, selbst Uran anzureichern.[135]
Von Rezensenten wurde Porters Buch überwiegend positiv als „gründlich“ und „überzeugend“ aufgenommen;[136] die Rolle, die er Israel zuschrieb, wurde jedoch von israelischen Sicherheitskreisen zurückgewiesen.[137]
Das mit 144 Seiten kurze zweite Buch beschreibt die Geschichte der amerikanischen Iran-Politik und iranischen USA-Politik vom Sturz Mohammad Mossadeghs in den 1950ern bis zu den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm nach 2015. Die jüngere Politik Irans, schrittweise die Kapazitäten zur Urananreicherung auszubauen, interpretiert Porter anders als in amerikanischen Darstellungen,[138] nämlich nicht als Schritte auf einem Pfad zur Atombombe, sondern als Form einer „enrichment diplomacy“ – also als Einsatz reversibler symbolischer Handlungen, um diplomatischen Druck auf die USA und ihre Forderung auszuüben, Iran müsse sein Atomprogramm gänzlich einstellen.[139]
Als den wichtigsten Part des Buches erachtete Porter selbst laut einem Interview mit Tom Woods[140] eine kurze Passage, in der er die gängige Darstellung, Iran „destabilisiere“ den Nahen Osten durch die Unterstützung bewaffneter Gruppen im Libanon (Hisbollah), in Syrien, in Irak (al-Haschd asch-Schaʿbī) und im Jemen, als unzutreffend zurückweist.[141] Zum einen müsse man Irans Unterstützung in Syrien und Irak ohnehin richtiger als stabilisierend denn als destabilisierend verstehen. Zum anderen und vor allem müssten Irans Waffenlieferungen in diese Konfliktregionen nicht als aggressiv, sondern vielmehr als defensiv und auf Abschreckung angelegt verstanden werden. Porter bezeichnet dieses Konzept als „deterrence network“, also ein „Abschreckungsnetzwerk“: die gelieferten Raketen dienten nicht tatsächlich dazu, abgefeuert zu werden, sondern sollten durch Lieferung an verbündete bewaffnete Gruppen primär in der Nähe politischer Gegner stationiert werden. Addressaten seien militärische Ziele in Israel, in Saudi-Arabien und den Golfstaaten sowie der USA im Irak.[142]
Russiagate
In einer weiteren Reihe Artikel befasste sich Porter 2018 mit einem Aspekt der Russische Einflussnahme auf den Wahlkampf in den Vereinigten Staaten um 2016. Bei dieser hatte Russland unter anderem versucht, mit Bots, politischen Trollen und bezahlten Internetanzeigen Einfluss auf die amerikanische Politik zu nehmen. Im Bericht des untersuchenden Komitees wurden daraufhin Angaben sozialer Medienplattformen gesammelt, welches Ausmaß diese Beeinflussung gehabt habe.[143]
Porter griff sich aus diesen Zahlen die von Facebook, mit 80.000 russischen Posts seien 126 Millionen Amerikaner erreicht worden, heraus, die von den Journalisten Scott Shane und Mark Mazzetti in einem vielzitierten New-York-Times-Artikel aufgegriffen worden waren.[144] Er kritisierte die seiner Meinung nach alarmistische Medienberichterstattung, mit der die beiden Reporter analysiert hatten, diese Vielzahl an Posts hätten womöglich bei der Wahl „den Unterschied gemacht“. Er warf Shane und Mazzetti vor, die veröffentlichten Zahlen nicht kontextualisiert zu haben und dadurch deren Aussagekraft zu verzerren.[145] Tatsächlich gemeldet habe Facebook stattdessen, dass bis zu 126 Mio. Menschen erreicht worden sein könnten. Dies auch nicht nur im Wahlzeitraum, sondern gestreut über den gesamten Zeitraum von 2015 bis 2017, inklusive des Jahrs nach der Wahl, und verdünnt in einer Masse von insgesamt 33 Billionen Facebook-Posts, die diesen Nutzern im selben Zeitraum angezeigt worden seien (worauf Facebook selbst hingewiesen hätte[146]). Miteinrechnen müsse man außerdem, dass nicht bekannt sei, ob alle Posts der bekannten Accounts überhaupt Bezug zur Wahl hatten, und dass laut Facebook auch nur ein Zehntel der Posts, die einen Nutzer erreichten, von diesem auch wahrgenommen würden.[147] Porter urteilte abschließend, der NYT-Bericht müsse „als einer der spektakulärsten irreführenden Verwendungen von Statistik aller Zeiten in die Annalen des Journalismus eingehen.“[148]
Porters Medienkritik wurde von verschiedenen Seiten positiv aufgenommen[149] und von anderen Forschern durch weitere, in dieselbe Richtung weisende Daten ergänzt.[150] Demgegenüber blieb in Teilen der Öffentlichkeit und in vielen Medien die Überzeugung bestehen, die russische Einflussnahme habe das Wahlergebnis von 2016 maßgeblich beeinflusst.[151]
Permanent-War Complex
2018 entwickelte Porter sein Konzept einer „National Security Bureaucracy“, das er in seinem letzten Vietnam-Buch entwickelt hatte, noch einmal weiter zum Konzept eines „Permanent-War Complex“ („Permanenter-Kriegs-Komplex“). Die „nationale Sicherheitsbürokratie“ hatte er nach Veröffentlichung seines Buches in einem Interview noch einmal knapper erklärt als
“eine politische Entität, die sich während des Kalten Krieges entwickelt hat [… und die] nicht im abstrakten Interesse der USA oder des amerikanischen Volkes handelt – obwohl ich denke, dass sie glaubt, genau das zu tun –, sondern vielmehr auf eine Weise, die die persönlichen und institutionellen Interessen der Berater selbst fördert. [… D]ie militärischen Organisationen sind darauf bedacht, ihre Zuständigkeiten in einem Krieg aufrechtzuerhalten und auszuweiten; und wenn sich die Gelegenheit bietet, einen Krieg zu führen, durch den sie diese Ziele erreichen können, werden sie es tun.”
In einem weiteren Interview erläuterte Porter, er habe diese Variante des Konzepts des „militärisch-industriellen Komplexes“ ursprünglich entwickelt, um den Fokus bei der Erklärung der US-Kriegsführung stärker auf interne Logiken und Dynamiken von Pentagon und Teilorganisationen legen zu können – und weniger auf die finanziellen Interessen der Rüstungsindustrie, wie in Teilen der politischen Linken üblich.[153] Entsprechend führte er beispielsweise auch 2011 die Ausweitung des Drohnenkriegs der USA in Pakistan ab 2008 nicht zurück auf die finanziellen Interessen der Drohnenindustrie, sondern die Eigeninteressen der CIA, die zu diesem Zeitpunkt bereits eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut und daher den Präsidenten zur Ausweitung von Drohnenangriffen gedrängt habe.[154] Ähnlich erklärte Porter 2014 das Framing Irans als drohende Atommacht letztlich damit, dass die CIA nach dem Ende des Kalten Kriegs nach neuen Bedrohungen gesucht habe, um Ressortzuständigkeiten und Budgets zu sichern.[155]
2018 jedoch analysierte er die US-Drohnenkriege erneut und diagnostizierte, dass es sich dabei inzwischen endgültig nicht mehr um ein militärisches Unterfangen im öffentlichen Interesse handele, sondern im Zuge einer weitreichenden Privatisierung des US-Kriegswesens um ein „öffentlich-privates militärisches Unternehmen“. Entgegen seiner früheren Schwerpunktsetzung müsse man nunmehr sagen, dass die nationale Sicherheitsbürokratie und die private Rüstungsindustrie heute so eng miteinander verzahnt seien, dass aus diesem Grund der militärisch-industrielle Komplex sich zu einem „Permanent-War Complex“ transformiert habe.[156]
Porters Konzept wurde unter anderem von David Vine und Ulrich Teusch aufgegriffen. Vine betonte ebenfalls, durch die Transformation des US-Verteidigungsministeriums „zum Wirtschaftsunternehmen“ sei Kriegsführung selbstperpetuierend geworden;[157] Teusch argumentierte darüber hinaus, diese Verzahnung bürokratischer und wirtschaftlicher Interessen verstärke auch die Eigendynamik militärischer US-Politik, bei der Bedrohungen überzeichnet oder durch Propaganda politisch funktionalisiert würden, um Kriegshandlungen zu rechtfertigen.[158]
Werke
Vietnam
- The Myth of the Bloodbath: North Vietnam’s Land Reform Reconsidered. In: Bulletin of Concerned Asian Scholars. 1973 (montclair.edu [PDF]).
- How Scholars Lie. In: Worldview. Band 16, Nr. 12, 1973, doi:10.1017/S0084255900017022.
- The 1968 „Hue Massacre“. In: Indochina Chronicle. Nr. 33, 1974 (archive.org [PDF]).
- The Myth of the Hue Massacre. In: Ramparts. Band 13, Nr. 8, 1975 (montclair.edu [PDF]).
- A Peace Denied. The United States, Vietnam and the Paris Agreement. Indiana University Press, Bloomington, London 1975, ISBN 0-253-16160-6 (archive.org).
- The U.S. and Vietnam: Between War and Friendship. In: Southeast Asian Affairs. 1977, JSTOR:27908325.
- Vietnam: The Definitive History of Human Decisions. Earl M. Coleman Enterprises, Stanfordville 1979, ISBN 0-930576-03-9 (archive.org – Band 2: ISBN 0-930576-04-7).
- Vietnam. A History in Documents. New American Library, New York, Scarborough 1981 (Gekürzte, einbändige Neuauflage. ISBN 0-452-00367-9).
- The Great Power Triangle in Southeast Asia. In: Current History. Band 79, Nr. 461, 1980, JSTOR:45314900.
- Vietnam’s Ethnic Chinese and the Sino-Vietnamese conflict. In: Bulletin of Concerned Asian Scholars. Band 12, Nr. 4, 1980, doi:10.1080/14672715.1980.10405230.
- Vietnamese Policy and the Indochina Crisis. In: David W.P. Elliott (Hrsg.): The Third Indochina Conflict. Westview Press, Boulder 1981, ISBN 0-89158-739-X.
- Distorting History. Vietnam As Unending Trauma. In: Society. Band 21, 1983, doi:10.1007/BF02694963.
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- mit John C. Kiriakou: The CIA Insider’s Guide to the Iran Crisis. From CIA Coup to the Brink of War. Skyhorse Publishing, New York 2020, ISBN 978-1-5107-5609-0.