Gavril Dejeu

rumänischer Rechtsanwalt und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Gavril Dejeu (* 11. September 1932 in Poieni, Kreis Cluj) ist ein rumänischer Politiker der Partidul Național Țărănesc Creștin Democrat (PNȚCD), der unter anderem von 1996 bis 1999 Innenminister sowie zwischen März und April 1998 kurzzeitig kommissarischer Ministerpräsident Rumäniens war.

Gavril Dejeu

Leben

Gavril Dejeu war der jüngere Bruder des Arztes und Antikommunisten Alexandru Dejeu (1923–1958), der am 2. August 1958 in Gherla durch Erschießen hingerichtet wurde. Er selbst absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften der Babeș-Bolyai-Universität Cluj und war danach als Rechtsanwalt tätig. Nach der Revolution Ende Dezember 1989 und dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes von Nicolae Ceaușescu trat er 1990 der Nationalen Christdemokratischen Bauernpartei PNȚCD (Partidul Național Țărănesc Creștin Democrat) bei und fungierte als deren Vorsitzender im Kreis Sibiu sowie als Mitglied des Verwaltungsrates.

Bei der Parlamentswahl am 27. September 1992 wurde er für die Liste Convenţiei Democrate Române erstmals zum Mitglied der Abgeordnetenkammer (Camera Deputaților) gewählt und vertrat in dieser nach seiner Wiederwahl am 3. November 1996 bis zur Parlamentswahl am 26. November 2000 den Wahlkreis „Nr. 33 Sibiu“. Während seiner Parlamentszugehörigkeit schloss er sich Mitglied der gemeinsamen Fraktion der PNȚCD sowie der Rumänischen Ökologischen Partei PER (Partidul Ecologist Român) an und war in der zweiten Legislaturperiode (1992 bis 1996) Mitglied des Ausschusses für Menschenrechte, Religionen und Fragen nationaler Minderheiten (Comisia pentru drepturile omului, culte şi problemele minorităţilor naţionale) sowie Mitglied des Sonderausschusses zur Genehmigung des Gesetzesvorschlags zu nationalen Minderheiten und autonomen Gemeinschaften.[1] In der dritten Legislaturperiode (1996 bis 2000) war er Mitglied des Rechts-, Disziplinar- und Immunitätsausschusses (Comisia juridică, de disciplină şi imunităţi) und seit November 1996 Mitglied des Validierungsausschusses (Comisia de validare).[2]

Am 12. Dezember 1996 übernahm Dejeu im Kabinett Ciorbea den Posten des Finanzministers (Ministru al Afacerilor Interne) und bekleidete dieses Ministeramt vom 17. April 1998 bis zu seiner Ablösung durch Constantin Dudu Ionescu[3] am 21. Januar 1999 auch im Kabinett Vasile. Nachdem die Minister der Partidul Democrat (PD) am 11. Februar 1998 aus der Regierung ausgetreten waren, trat Ministerpräsident Victor Ciorbea[4] am 30. März 1998 selbst zurück, woraufhin Dejeu kommissarischer Ministerpräsident Rumäniens (Prim-ministrul României) wurde und hatte dieses Amt bis zum Amtsantritt von Ministerpräsident Radu Vasile[5] am 17. April 1998 inne. Als Innenminister trat er während des gewaltsamen fünften Bergarbeiteraufstands (Mineriada) zurück, nachdem die etwa 10.000 aufständischen Bergarbeiter die von Ordnungskräften errichteten Sperren an den Straßen und Schienenwegen im abriegelten Schiltal relativ problemlos überwanden.[6][7][8][9][10][11][12][13][14] In der Abgeordnetenkammer war er zugleich seit Februar 1997 Mitglied der Parlamentarischen Freundschaftsgruppe mit Indien und zuletzt von Oktober bis zu seinem Ausscheiden aus der Abgeordnetenkammer im Juli 2000 noch Mitglied des Sonderausschusses des Parlaments zur Überprüfung der Erfüllung der rechtlichen Verpflichtungen des Innenministeriums hinsichtlich der Erstellung der ständigen Wählerlisten und Wählerkarten sowie der Verteilung der Wählerkarten.

Veröffentlichung

  • Pe firul evenimentelor, („Im Verlauf der Ereignisse“), Editura Imago, Sibiu, 2013

Einzelnachweise

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