Gedankeneingebung

psychopathologisches Symptom From Wikipedia, the free encyclopedia

Gedankeneingebung (auch: Gedankeneinfügung) ist ein Schizophrenie-Symptom ersten Ranges im Sinne von Kurt Schneider, bei dem der Betroffene denkt, dass eigene Gedanken von außen eingegeben seien, z. B.: „Sie legen mir Gedanken in den Kopf“.

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-11 ...
Klassifikation nach ICD-11
MB26.11 Gedankeneinfügung
ICD-11: EnglischDeutsch (Vorabversion)
Schließen

Gedankeneingebungen sind Teil des psychotischen Erlebens und können bei Ich-Störungen, also psychischen Erkrankungen (beispielsweise Schizophrenie), auftreten. Des Weiteren können durch die direkte Wirkung einer Substanz (Drogen, Medikamente) ausgelöst werden.

Manche Patienten attribuieren die Fremdeinwirkung zu bestimmten Personen.[1] oder sogar Gegenständen.[2] Ob derartige Erklärungen diagnostisch relevant sind, wird jedoch in der Forschung nicht ausführlich thematisiert.[3] Während einige Psychologen Gedankeneingebung als wahnhaft und pathologisch ansehen, gibt es auch die Annahme, dass Gedankeneingebungen mitnichten pathologisch sein müssen.[3] In der Literatur wird ein Fall beschrieben, bei dem ein Patient zwar Symptome von Gedankeneingebung aufweist, diese aber mit seinen religiösen Glaubenssätzen übereinstimmen und er voll funktions- und berufsfähig ist.[4]

Gedankeneingebung grenzt sich von Theory of Mind in der Qualität der Wahrnehmung insofern ab, als von den Betroffenen eine klare Abweichung zum eigenen Ich wahrgenommen wird.[5] In Anlehnung an die Wahrnehmung der Fähigkeit der Gedankenübertragung scheint die wahrgenommene Ich-Grenze in beide Richtungen durchlässig.[3] Bei der Gedankeneingebung ist die Durchdringung nach innen gerichtet, während sie bei der Gedankenübertragung nach außen gerichtet ist.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI