Gene Baur
US-amerikanischer Autor und Aktivist in der Tierrechts- und Lebensmittelbewegung
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Gene Baur, früher bekannt als Gene Bauston, (* 24. Juli 1962 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Autor und Aktivist in der Tierrechts- und Lebensmittelbewegung.

Er lehnt die Massentierhaltung ab und setzt sich für ein tiergerechteres und respektvolleres Lebensmittelsystem ein. Baur ist Präsident und Mitbegründer der Tierschutzorganisation Farm Sanctuary. Er lebt vegan und engagiert sich seit der Mitgründung von Farm Sanctuary im Jahr 1986 für Tierrechte. Baur hat mehrere Bücher und zahlreiche Artikel veröffentlicht.[1]
Leben

Baur wurde in Los Angeles geboren und wuchs in Hollywood, Kalifornien als Ältester von sechs Geschwistern auf. Er besuchte die Loyola High School. Anschließend studierte er an der Cal State Northridge und schloss mit einem Bachelor-Abschluss in Soziologie ab. Sein Studium finanzierte er unter anderem durch Statistentätigkeiten in Film und Fernsehen, darunter Werbespots für McDonald’s und KFC. Um die Agrarwirtschaft und ihre Denkweise besser zu verstehen, machte Baur einen Master-Abschluss in Agrarökonomie an der Cornell University.[2][3][4]
In den 1980er-Jahren reiste Baur durch das Land, um mehr über die Landwirtschaft und die Haltung von Nutztieren zu lernen. Die Zustände, die er in Massentierhaltungsbetrieben und Schlachthöfen gesehen hatte, haben ihn schockiert. Daher hat er im Jahr 1986 gemeinsam seiner damaligen Ehefrau Lorri Houston die Tierschutzorganisation Farm Sanctuary gegründet. Es war der erste Gnadenhof für Tiere in den USA. Das erste gerettete Tier war ein Schaf namens Hilda, das seine Ehefrau verletzt hinter einem Schlachtbetrieb auf einem Haufen toter Tiere gefunden hat.[5]
Sie finanzierten die Arbeit anfangs durch den Verkauf veganer Hotdogs auf Konzerten der Band Grateful Dead. Farm Sanctuary entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer der bekanntesten Tierschutzorganisationen der Vereinigten Staaten, die von vielen Prominenten unterstützt wird. Baur engagierte sich von nun an auch immer mehr politisch, sprach vor lokalen und nationalen Gremien und setzte sich für Reformen in der industriellen Tierhaltung ein.[6]
Er und seine Ehefrau spielten eine wichtige Rolle bei mehreren erfolgreichen Volksabstimmungen, die Kasten- und Käfighaltung in verschiedenen US-Bundesstaaten einschränkten, darunter 2002 in Florida, 2006 in Arizona und 2008 in Kalifornien. Außerdem war er an der Einführung des kalifornischen Gesetzes beteiligt, das 2012 die Herstellung und den Verkauf von Foie gras verbot.[7][8]
Neben seiner politischen Arbeit wirbt Baur für den veganen Lebensstil. Er lebt vegan und nimmt regelmäßig an Marathon- und Triathlon-Wettkämpfen teil, um zu zeigen, dass sportliche Leistung auch mit pflanzlicher Ernährung möglich ist.[9][10]
Baur ist Autor mehrerer Bücher, darunter Farm Sanctuary: Changing Hearts and Minds About Animals and Food (2008) und Living the Farm Sanctuary Life (2015), in denen er über Tierrechte, Tierschutz und Ernährung schreibt.[11]
Für sein Engagement erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter 1996 den Courage of Conscience Award, 2001 die Aufnahme in die United States Animal Rights Hall of Fame sowie 2017 einen Friedenspreis des Golden West College für sein Lebenswerk im Bereich Tierschutz und nachhaltige Landwirtschaft.[12][13]
Literatur
- Bauston (Baur), Gene (1. Oktober 1996): Battered Birds, Crated Herds ISBN 978-0965637701
- Carman, Judy; Baur, Gene (Vorwort) (1. Juni 2003): Peace to All Beings: Veggie Soup for the Chicken’s Soul ISBN 978-1590560051
- Baur, Gene (4. November 2008): Farm Sanctuary: Changing Hearts and Minds About Animals and Food, Toudchstone-Verlag ISBN 978-0743291590
- Baur, Gene; Stone, Gene (7. April 2015): Living the Farm Sanctuary Life: The Ultimate Guide to Eating Mindfully, Living Longer, and Feeling Better Every Day ISBN 978-1623364892