Georg Gottlieb Güldenapfel
deutscher Philosoph und Bibliothekar
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Leben
Nach dem Abitur im April 1798 in Weimar[3] schrieb Güldenapfel sich zum Studium der Theologie und Philosophie in Jena ein.[4] 1803 erwarb er einen Doktortitel und wurde Privatdozent ebenda; 1808 wurde er außerordentlicher Professor. Güldenapfel formte in der Funktion als Unterbibliothekar (mit Eichstädt als Oberbibliothekar) von 1811 bis 1826 die Jenaer Bibliothek aus einem Konglomerat verschiedener kaum erschlossener Teil-Bibliotheken[5] zu einer modernen Universitätsbibliothek. 1817 wurde er ordentlicher Honorarprofessor, trat von dem Amt jedoch 1818 zurück, um sich vollständig den bibliothekarischen Arbeiten zu widmen.
Zur 50-jährigen Regierung des Großherzogs Karl August am 3. September 1825 erhielt Güldenapfel die Goldene Civil-Verdienst-Medaille.[6]
Güldenapfel verehelichte sich am 26. September 1803 in Jena[7] mit Johannette Luise Christophine Hess (* etwa Dezember 1777, † 2. April 1853[8]), Tochter des akademischen Tanzmeisters Johann Christoph Hess und Schwester des Universitätskupferstechers Ludwig Hess[9]. Das Ehepaar hatte mehrere Kinder; der Sohn Carl Wilhelm Güldenapfel (* 23. August 1812 in Jena, † 13. September 1885 in Großenlupnitz) wurde nach dem Studium[10] Pfarrer in Ulla und Großenlupnitz.[11]
Werke (Auswahl)
- Leukippe. Ein Roman aus dem Griech. des Achilles Tatios. Leipzig 1802. (Übersetzung von Güldenapfel)[12]
- Anleitung zur Uebung im Uebersetzen aus dem Deutschen in das Französische. Von J. G. Güldenapfel. Jena 1803. Digitalisat.
- Lvtheri quaedam de ritibvs sacris reformandis consilia aetati nostrae accommodata celebrantvr oratione solemni qvam […] A. D. X. Septembris MDCCCIII […] habuit Ioannes Gottlieb Güldenapfel. Ienae [1803]. Digitalisat.
- Dissertatio historico-exegetica Iosephi Archaeologi de Saddvcaeorvm canone sententiam exhibens quam […] pro venia legendi A. D. XXI. Iul. MDCCCIV pvblice defendet avctor Georg. Theoph. Güldenapfel, philosophiae doctor, […]. Ienae [1804].[13][14]
- Literarisches Museum für die Großherzogl. Herzogl. Sächsischen Lande. Erster Band. (Auch unter dem Titel: Jenaischer Universitäts-Almanach für das Jahr 1816.) Jena 1816. Digitalisat.
- Tagebücher über die Arbeiten bei der Universitätsbibliothek: 1818, 1818/19, 1819/20, 1820/21, 1821/22, 1822/23, 1824/25.
Literatur
- [Autobiographische Angaben:] D. Georg Gottlieb Güldenapfel. In Güldenapfels Literarischem Museum usw. 1816, S. 199‒203.
- [Autobiographische Angaben:] Georgivs Theophilvs Güldenapfel. In: Annales Academiae Ienensis. 1. Band, Jena 1823, S. 52f.
- Georg Gottlieb Güldenapfel. In: Neuer Nekrolog der Deutschen 4. Jg. 1826. Ilmenau 1828, S. 992‒995.
- Theodor Distel: Güldenapfel, Georg Gottlieb. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 49, Duncker & Humblot, Leipzig 1904, S. 622.
- Wilhelm Schmitz: Dr. Georg Gottlieb Güldenapfel. In: Jenaische Zeitung vom 1. Juni 1926, S. 5.
- Geschichte der Universitätsbibliothek Jena. 1549‒1945. Weimar 1958. (hier: S. 338‒433.)
- Lothar Bohmüller, Konrad Marwinski: Bibliotheksalltag 1820. Aus den Diensttagebüchern des Jenaer Universitätsbibliothekars Georg Gottlieb Güldenapfel und seiner Mitarbeiter (= Beiträge zur Geschichte der Universitätsbibliothek Jena. Band 3). Universitätsbibliothek, Jena 1988, ISBN 3-910014-04-6.
