Georg Granitsch
österreichischer Anwalt, Publizist und Politiker
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Georg Granitsch (* 1. Februar 1833 in Wien; † 18. September 1903 in Hadersdorf, Gemeinde Hadersdorf-Weidlingau (heute Stadt Wien)[1]) war Advokat und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[2]

Leben
Georg Granitsch war Sohn des gleichnamigen Schneiders Georg Granitsch († 1844). Er besuchte von 1842 bis 1848 das Schottengymnasium und von 1848 bis 1850 das Piaristengymnasium in Wien. Bis 1854 studierte er Rechtswissenschaft an der Universität Wien und promovierte um das Jahr 1857 zum Dr. iur. in Graz. Er wurde Advokaturskonzipient, war ab 1865 Advokat in Wien und ging im Jahr 1902 in den Ruhestand. Ab 1861 war er auch publizistisch tätig, unter anderem von 1866 bis 1879 für die „Neue Freie Presse“.[3] Er war auch Förderer der Raiffeisenkassen in Niederösterreich, Komponist und Ehrenbürger von Ernstbrunn, Haitzendorf, Klosterneuburg, Ladendorf, Leopoldau, Mistelbach und Tulln.[4]
Er starb am 18. September 1903 im Alter von 70 Jahren laut Sterbebuch an einer „Rippenfellentzündung und katarrh. Lungenentzündung“.
Er war römisch-katholisch und ab 1861 verheiratet mit Auguste Panstingl, mit der er drei Töchter und zwei Söhne hatte, wobei eine Tochter und ein Sohn jung verstorben sind.
Georg Granitsch war von 1868 bis 1896 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (II., III., IV., V. und VI. Wahlperiode), bis Dezember 1886 als Abgeordneter der Landgemeinden (Mistelbach), danach als Abgeordneter der Städte (Klosterneuburg). Von 1887 bis 1896 war er im Landesausschuss und von 1867 bis 1869 Gemeinderat von Wien.
Politische Funktionen
Georg Granitsch war vom 4. November 1873 bis zum 23. April 1885 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (V. und VI. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Landgemeinden 6 (Mistelbach, Feldsberg, Laa, Zistersdorf, Groß-Enzersdorf, Matzen, Marchegg) zuständig.
Klubmitgliedschaften
Georg Granitsch war ab 1873 Mitglied im Klub der Linken, ab dem 28. Oktober 1878 fraktionslos, ab dem 30. Oktober 1878 im Neuen Fortschrittsklub, ab 1879 im Klub der Liberalen und ab dem 19. November 1881 bei den Vereinigten Linken.
Literatur
- Granitsch Georg. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 47.
- Biographisches Handbuch Des NÖ Landtages 1861–1921, S. 62
- Parlamentarisches – Club der Liberalen. In: Salzburger Volksblatt, 21. Oktober 1879, S. 2 links oben (online bei ANNO).
- Kleine Chronik – Dr. Georg Granitsch †. In: Wiener Zeitung, 19. September 1903, S. 22 rechts (online bei ANNO).
- † Dr. Georg Granitsch. In: Neue Freie Presse (Abendblatt), 19. September 1903, S. 3 links unten (online bei ANNO).
- Parte. In: Neue Freie Presse (Morgenblatt), 20. September 1903, S. 25 oben (online bei ANNO).
- Granitsch Georg, Dr. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0008, VIII. Session, S. 132–133 (online bei ANNO).
- Granitsch Georg, Dr. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0009, IX. Session, S. 144–146 (online bei ANNO).
Weblinks
- Granitsch, Georg Dr. iur., Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments