Georges Desplas
französischer Politiker, Mitglied der Nationalversammlung
From Wikipedia, the free encyclopedia
Georges Desplas (geboren am 31. Januar 1856 in Bagnères-de-Bigorre; gestorben am 29. Januar 1922 in Paris) war ein französischer Politiker der Dritten Republik.

Leben
Georges Desplas stammte aus einfachen Verhältnissen, absolvierte einen vierjährigen Militärdienst und ließ sich nach seinem Rechtsstudium als Anwalt in Paris nieder. Als Anwalt vertrat er die Zeitung L’Intransigeant und verschiedene Anarchisten, diese auch im „Prozess der Dreißig“[A 1] (Procès des Trente).[1]
Nachdem er seit 1898 lokalpolitisch in Paris aktiv war (er war bis 1917 Mitglied des Stadtrats von Paris und dabei von 1904 bis 1905 dessen Vorsitzender), wurde er 1906 zum Abgeordneten gewählt. In der Kammer saß er bis 1919 und gehörte dort zeitweilig der Radikalsozialistischen Fraktion und zeitweilig der Gauche radicale an – beide eher der politischen Mitte zugehörig.[1] Parteipolitisch gehörte er den Radical indépendants an.
1917 wurde er als Minister für öffentliche Arbeiten und Verkehr von Alexandre Ribot in sein Kabinett berufen. 1919 unterlag er bei der Wahl zur Abgeordnetenkammer. Dabei wurde er Opfer einer Wahlrechtsreform, die er Jahre zuvor selbst initiiert hatte.[1]
Georges Desplas wurde als Ritter der Ehrenlegion ausgezeichnet.[2]
Literatur
Weblinks
- Georges Desplas. In: Assemblée nationale. (französisch).
- DESPLAS Georges Maurice Dominique. In: La France savante. Abgerufen am 26. Februar 2026 (französisch).
- Angaben zu Georges Desplas in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.
Anmerkungen
- Dieser war der größte französische Anarchistenprozess; siehe dazu weiterführend Procès des Trente in der frankophonen Wikipédia.