Georgia Gilmore
US-amerikanische Bürgerrechtlerin und Köchin
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Georgia Theresa Gilmore (* 5. Februar 1920 in Montgomery; † 9. März 1990 ebenda) war eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin und Köchin.

Leben
Georgia Gilmore stammte aus der verarmten schwarzen Arbeiterschaft Montgomerys. Sie selbst war die alleinerziehende Mutter mehrerer Kinder. Arbeit fand sie unter anderem als Hebamme und als Köchin in einem Restaurant, das nur die weiße Kundschaft bediente.
Aus Unzufriedenheit mit der Jim-Crow-Rassentrennung, durch die die Afroamerikaner systematisch unterdrückt wurden, schloss Gilmore sich der Bürgerrechtsbewegung an und setzte sich für die Gleichstellung von Schwarzen ein. Sie wurde Mitglied der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP), einer Bürgerrechtsorganisation. Auch sie selbst hatte negative Erfahrungen mit Rassismus gemacht: So hatte sie ein weißer Busfahrer erst als „Nigger“ beleidigt und war dann weitergefahren, ohne sie einsteigen zu lassen. 1955/56 beteiligte sie sich aktiv am Busboykott von Montgomery, einer Protestaktion der schwarzen Bevölkerung der Stadt gegen die Rassentrennung in Bussen. Sie gründete den „Klub aus dem Nirgendwo“ (englisch Club from Nowhere), dessen Mitglieder selbst Gebackenes und Gekochtes verkauften. Die Einkünfte gingen an die Montgomery Improvement Association (MIA), die für die Organisation des Boykotts zuständig war. Als die Anführer des Boykotts für eine Verschwörung angeklagt wurden, sagte sie vor Gericht aus und bezeugte die Ungerechtigkeit des Systems der Rassentrennung.
Nachdem sie 1956 für ihre Beteiligung am Busboykott entlassen worden war, eröffnete sie mit der Hilfe Martin Luther Kings ihr eigenes Restaurant in ihrem Haus in einem der schwarzen Stadtviertel Montgomerys. Dort hatte sie mit ihrer traditionellen Südstaatenküche großen Erfolg. Sie servierte ihren Kunden, zu denen auch namhafte Politiker und Aktivisten wie Lyndon B. Johnson, Robert F. Kennedy und Ralph Abernathy gehörten, unter anderem Knusper- und Brathähnchen, Schweinekoteletts, Backfisch, Fleischeintopf, Süßkartoffelauflauf, gedünstetes Gemüse und Leber. Ihr Restaurant wurde bald zu einem Treffpunkt der Bürgerrechtsbewegung und ein Ort für wichtige Strategiebesprechungen. Sie galt als „Lieblingsköchin“ Martin Luther Kings, der während seiner Zeit in Montgomery zu ihren Stammgästen gehörte.
Gilmore war zweimal Hauptklägerin in Sammelklagen gegen die Stadt Montgomery. 1959 entschied der Bezirksrichter Frank Minis Johnson im ersten Fall Gilmore v. City of Montgomery, dass die Rassentrennung in öffentlich betriebenen Parks rechtswidrig sei. Im zweiten Fall Gilmore v. City of Montgomery 1974 klagte Gilmore dagegen, dass nur denjenigen Schulen, die ausschließlich weiße Schüler hatten, der Zugang zu öffentlichen Parks gewährt wurde. Der Oberste Gerichtshof urteilte hier, dass die Nutzung öffentlicher Parks durch solche Schulen nur legitim sei, wenn auch alle anderen Gruppen Zugang zu den Parks hätten.
Gilmore verstarb 1990, als sie Essen für die 25. Jubiläumsfeier der Selma-nach-Montgomery-Märsche vorbereitete.
Weblinks
- Jasmin Lörchner: Martin Luther Kings Lieblingsköchin: Der mutigste Napfkuchen der Südstaaten. In: Spiegel Geschichte. Abgerufen am 4. April 2018.
- Emily Blejwas: Georgia Gilmore. In: Encyclopedia of Alabama. Abgerufen am 4. Februar 2026.
- Scott Merriman: Gilmore v. City of Montgomery. In: Encyclopedia of Alabama. Abgerufen am 7. Februar 2026.
- Georgia Gilmore in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 4. Februar 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gilmore, Georgia |
| ALTERNATIVNAMEN | Gilmore, Georgia Theresa (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Bürgerrechtlerin und Köchin |
| GEBURTSDATUM | 5. Februar 1920 |
| GEBURTSORT | Montgomery |
| STERBEDATUM | 9. März 1990 |
| STERBEORT | Montgomery |